Merkel und die Flüchtlinge

Georg Anastasiadis: Noch eine Rolle rückwärts; Kommentar 26. September

Die Kommentare von Herrn Anastasiadis sprechen mir sehr oft aus dem Herzen. In diesem Kommentar kann ich ihm nur zum Teil zustimmen. Nicht zustimmen kann ich der Kritik der „Rolle rückwärts“. Endlich! Und was heißt: „... ist irritiert über die Wendigkeit einer Ikone. Auch Frau Merkel ist kein Übermensch. Wann Frau Merkel reagiert, spielt keine Rolle, die Hauptsache ist, sie reagiert überhaupt. Es ist wahre Größe, Fehler einzugestehen. Fehler werden immer gemacht, daraus zu lernen und diese dann auch einzugestehen, dazu gehört ungeheurer Mut, Stärke und Größe. In der Welt sähe es anders aus, wenn auch andere Politiker diesen Mut aufbringen und nicht auf ihrem Standpunkt und Macht beharren, koste es was es wolle. Frau Merkel ist nun auf dem richtigen Weg und wir sollten ihr die Chance und Zeit lassen, ihren „gutgemeinten Fehler“ zu korrigieren. Was mich auch immer sehr stört, ist, dass alle Flüchtlinge in einen Topf geworfen werden. Hilfe da, wo Hilfe nötig ist. Wir können nicht die ganze Welt aufnehmen. 

Gerlinde Bues Krün

Dem wieder sehr klaren Kommentar von Herrn Anastasiadis ist nichts hinzuzufügen - er hat die richtige Frage gestellt, über die viele Bürger nachdenken: Wer ist die wahre Angela Merkel? Etliche Jahre konnten wir dankbar sein, diese Bundeskanzlerin zu haben, aber der in nur einem Jahr angerichtete Schaden tut dem ganzen Land schmerzlich weh. Die „Rolle rückwärts“ zu Jahresbeginn hätte noch gut helfen können, die Spaltung des deutschen Volkes aufzuhalten. Warum nur handelt ein großer Teil der Politiker nur im Sinne der eigenen Machterhaltung und missachtet das Wohl des (Wahl-)Volkes? 

Andrea von Beaulieu Marconnay Petershausen

Dass Politiker ihre Meinung manchmal je nach Bedarf ins Gegenteil ändern, vergessen wir leider oft all zu schnell. Bei Merkels jetziger Wendehals-Politik wird man jedoch an die 180°-Wende ihrer Energiepolitik nach dem atomaren Gau in Fukushima erinnert. Zuerst die vehemente Stütze der Atom-Lobby, dann die möglichst sofortige Abschaffung all dessen, was einmal angeblich gut und nützlich war (als ob ein atomarer Gau nicht auch schon viel früher hätte passieren können... dies entzog sich scheinbar der weisen Vorausschau einer ehemaligen Physikerin...). Jetzt der Flüchtlingsgau, der plötzlich der Kanzlerin Angst einjagt (warum wohl?). Vorher keinerlei Interesse an den Zuständen der Dramen an Italiens und Griechenlands Grenzen, dann im letzten Jahr kein Abwägen, nur Voranpreschen ohne rechtzeitige Absprache mit den übrigen EU-Staaten. Jetzt spricht Merkel plötzlich von „illegaler Migration“. Als ob sie nicht diejenige war, die diese Entwicklung einläutete und sehenden Auges in Kauf nahm (auch nach der notwendig überstürzten Aufnahme der großenteils syrischen Flüchtlinge aus Ungarn). Sie, die nicht nur von Tod und Krieg Bedrohten, sondern alle Einreisewilligen fortan mit ihrem Ausspruch „jeder, der hierher kommt und sich anstrengt, hat hier auch Erfolg“ ermunterte; die mit populistischen Selfies bis in die hintersten Ecken dieser Welt die Ärmsten der Armen verführte und aufrief, sie seien willkommen und damit eine noch nie da gewesene Sogwirkung verursachte. Jetzt rudert sie also zurück (und kein Wort oder Dank an die zahllosen Flüchtlingshelfer, ohne die das Los der hier Angekommenen noch wesentlich dramatischer wäre); nicht bedenkend, dass in Asien und Afrika in den Familien manchmal das letzte Hemd aufgrund dessen verkauft wird, um sogar halbwüchsige Kinder durch Wüsten und in überfüllten Booten übers Meer ins gelobte Land zu schicken. Wenn nun diese Menschen erfolglos wieder zurück müssen, laufen sie Gefahr, ihre Ehre und die Aufnahme in die familiäre Gemeinschaft zu verwirken. So wird ihr Schicksal noch verzweifelter als vorher. Viele werden daher versuchen, unterzutauchen und weiterhin illegal zu bleiben. Wusste unsere Kanzlerin nebst ihrer Regierungsspitze um die Folgen? Nein? Dann war sie von vornherein als Politikerin aus globaler Sicht unwissend und naiv. Ja? Dann ist sie aus menschlicher Sicht rücksichtslos. In beiden Fällen kurzum eine unfähige Führungspersönlichkeit, die sich der Tragweite ihres Tuns für alle, sowohl der eigenen Bevölkerung als auch hoffnungsfroher Flüchtlinge nicht bewusst war und ist. Anstatt zumindest zurück zu treten, kennt sie nur eines: nach amerikanischem Muster mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben. Ein fataler Charakterzug, der die gesamte deutsche Politik immer mehr zu Unglaubwürdigkeit verhilft. Eins ist ziemlich klar: man kann die derzeitigen Zustände schwer zurück rudern. Da hilft auch eine Meinungsänderung nichts mehr. Unsere folgenden Generationen werden in vielerlei Hinsicht (vor allem die immer mehr werdenden Einkommensschwachen, sprich die Migranten der Zukunft?) darunter zu leiden haben.

 Ruth Dietze Weilheim

Das Versprechen der Kanzlerin „Deutschland soll Deutschland bleiben“ ist ein Schuss in den Wind. Deutschland ist seit ihrer: „Wir schaffen das“-Ansage längst nicht mehr Deutschland. Es gab einmal ein Deutschland, in dem man sich auch am Abend noch durch eine Fußgängerunterführung zu gehen traute, allein in einem Park bei Dämmerung auf einer Bank verweilen konnte, als Frau unbehelligt blieb, keine Kopftuchfrauen ertragen oder wegen Gruppen pubertierender Ausländern lieber die Straßenseite wechseln musste. Jetzt verspricht uns die Kanzlerin schon wieder etwas, obwohl sie weiß, dass dies eine Lüge bleiben muss. Wir leben bereits in einem anderen Deutschland, einem, in dem man sich als Deutscher schwer tut, einem, das einem Deutschen kaum noch Heimat ist, einem, in dem man sich unbehelligt fühlt. Der Schaden, von dem Georg Anastasiadis spricht, ist nicht nur schwer reparierbar, er ist irreparabel. Die Machtmaschine Merkel, wie Herr Anastasiadis Merkel bezeichnet, hat sich als Kali, (Göttin des Todes und Zerstörung) entpuppt. 

Richard Birk Freising

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Halbseiden

SPD stoppt „Rent a Sozi“; Politik 24. November
Halbseiden

Über Deu-Exit nachdenken

Alexander Weber: Ein wichtiges Signal; Kommentar 24. November, Til Huber: Seehofers Manöver; Kommentar 25. November
Über Deu-Exit nachdenken

Kommentare