Säbelrasseln mit der Bundeswehr?

Christian Deutschländer: Eine späte Wende; Kommentar, Michael Fischer: Die Ära der Abrüstung ist Geschichte; Politik 11. Mai

Ursula von der Leyen wurde im Dezember 2013 zur Verteidigungsministerin ernannt. Sie hat diesen Posten also nun seit mehr als zwei Jahren inne und müsste sich eigentlich sehr viel früher über den Zustand der ihr anvertrauten Bundeswehr klar gewesen sein. Dass sie sich nach Amtsantritt zunächst schwerpunktmäßig um die Kitas in den Kasernen kümmerte und buchstäblich einen weiten Bogen um alles machte, das so aussah wie ein militärisches Gerät, vermittelte den Eindruck, ihr Leitsatz sei: Nicht Waffen, Windeln braucht das Heer! Natürlich wäre es schön, wenn weltweit Friede herrschen würde oder zumindest Aussicht darauf bestünde. Aber die sich verschärfenden Krisen und Kämpfe um die Ukraine, Syrien, des Irak und den immer zahlreicher und mächtiger werdenden Terroristengruppen wie dem IS, der auch in Afrika und Westeuropa Anschläge verübt, verlangen zu ihrer Abwehr auch militärische Stärke. Die schon durch ihren Personalabbau demoralisierte Bundeswehr erscheint auch noch unzureichend ausgerüstet. Gewehre schießen nicht richtig, Flugzeuge sind nur zum kleinen Teil einsatzbereit und der Marine fehlen die Schiffe um ihre Aufgaben auch innerhalb der Nato zu erfüllen. Wie Christian Deutschländer richtig schreibt muss man den Mut der Verteidigungsministerin anerkennen, eine Kehrtwende in ihrer Bundeswehr Politik durchzuziehen und de facto die Fehler bei ihrer bisherigen Amtsführung einzugestehen. Das martialische Foto der Verteidigungsministerin mit offensichtlich kampfbereiten Soldaten, soll wohl die Zukunft illustrieren.

Peter Hütz Krailling

Unsere oberste Säbelrasslerin, Frau von der Leyen, kann vor militärischer Kraftmeierei kaum noch stehen. Nach dem Motto „raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln“ wird die Bundeswehr erst auf Minimalgröße geschrumpft, dann die Wehrpflicht abgeschafft, dann wird die Armee angeblich zum modernsten deutschen Dienstleister umgebaut, und jetzt wieder um 7000 Mann und viele neue, teure Waffen erweitert. Und das bei einem leergefegten Arbeitsmarkt. Aber bestimmt kann von der Leyen dabei aus dem hochqualifizierten und reichlich vorhandenen Potenzial der Schul- und Lehrabbrecher schöpfen. Plötzlich sind deutsche Soldaten trotz aller Erfahrungen mit der Wehrmacht auch wieder in Polen und im Baltikum hochwillkommen, um dort die Nato-Feuerwehr zu spielen, derweil diese Länder (z. B. das nationalistische Polen) eine dicke Lippe gegenüber Russland riskieren. Offenbar haben die Polen aus ihrer jüngeren Geschichte nichts gelernt, als sie sich 1939 im Vertrauen auf ihre Verbündeten Frankreich und Großbritannien genauso gegenüber dem Dritten Reich verhielten und nachher wie eine heiße Kartoffel fallengelassen wurden. Na ja, heutzutage können sie sich dann auf unsere Bundeswehr verlassen. Ich denke, es reicht mal wieder eine kleinere Einsatztruppe von 100 - 250 Mann für die Sicherung der weißrussischen Grenze. Wie sagte einst Dieter Hildebrandt sarkastisch: Ein zweiter Einmarsch in Polen würde heute an den geografischen Grundkenntnissen der Bundeswehr-Soldaten scheitern. Ich frage mich, wer die eigentlichen Kriegstreiber in Europa sind? Die US-Luftwaffe operiert über der Ostsee (wo sie offenbar hingehört), US-Militär hält Manöver in Lettland, Estland und Litauen ab. Die Bundeswehr rüstet um 7000 Mann auf, statt wieder die allgemeine Wehrpflicht (und zwar wegen der bei uns so gelobten Gleichberechtigung für Mann und Frau) aufleben zu lassen. Und wenn dann unsere Damen keine Lust zum Dienst an der Waffe verspüren, sollen sie bitte eine soziales Jahr für unsere bunte Gesellschaft ableisten. Ich bin mal gespannt, welche Krisenherde auf der Welt unsere Truppenchefin noch herausfindet, wo wir unbedingt eingreifen müssen. Frei nach dem Motto: Wo wir sind, geht nichts vorwärts (siehe Afghanistan, Mali usw.), aber überall können wir nicht sein!

Hubert Müller München

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