Was bringt ein Burka-Verbot?

Seit Mitte 1985 gibt es hierzulande das Vermummungsverbot, welches bei Demonstrationen gilt.

Auch wenn eine Vollverschleierung vordergründig etwas anderes als die Vermummung ist; so kommt als Ergebnis das Gleiche heraus, nämlich dass man außer den Augen von der betreffenden Person nichts mehr erkennen kann. Deshalb ist ein Vollverschleierungs-Verbot zu befürworten und je eher es durchgesetzt wird, desto besser. Darin sehe ich überhaupt keine religiöse Diskriminierung; es gibt genug muslimische Frauen, die sich nicht verschleiern, geschweige denn ein Kopftuch tragen. 

Peer Rupprecht München

Es ist schon erstaunlich, worüber sich verantwortliche Politiker heutzutage ereifern können. Getrieben vom rechten Rand, widerstehen sie der Vernunft, sich mit Zielen zu befassen, die die ganze Menschheit und deren künftige Existenz bedrohen. Greifen sie deshalb die kleineren Ängste der Deutschen auf, um sie von der katastrophalen Weltklimaentwicklung abzulenken, die in wenigen Jahrzehnten über die Menschheit hereinbrechen wird, wenn nicht bald energisch gegengesteuert wird? Liegt es daran, dass weltweit die Wähler immer mehr Politikern nachlaufen, die einfache Lösungen versprechen und den Menschen - sprich Wählern - das Denken abnehmen wollen? Geht es den Regierenden nur noch darum, mit den Alten die nächste Wahl zu gewinnen? Oder sind sie unfähig die Zukunftschancen zu sehen und zu nutzen? Warum sind die Jungen politisch so inaktiv und erzwingen nicht vielmehr ein Umdenken? Spüren die Politiker nur den Zeitgeist und richten ihr Handeln danach, weil die Mehrheit in Deutschland einfach weiter mit vollen Zügen das Leben genießen will, als gäbe es kein Morgen mehr? Haben schließlich wir Bürger verlernt, nachdenken zu wollen, was uns global droht, weil es unbequem ist und uns die gute Laune verderben könnte? Was geht in den heutigen Vätern und Müttern vor - ihnen werden spätestens im Alter kritische Fragen gestellt werden. Wie werden unsere Enkel und Urenkel über unsere genussorientierte egoistische Lebensführung denken. Es könnte sein, dass sie uns verfluchen! Na ja, das mag ja alles so sein, verbieten wir aber trotzdem zuallererst das Tragen der Burka, das bringt Wählerstimmen und rettet Mandate. 

Werner Hüttner senior Eurasburg

Viele Mitbürger in Deutschland haben oder wollen nicht verstehen, dass mit unkontrollierten Aussagen und Aktivitäten bestimmter Politiker, Angst und Misstrauen unter den Bürgern aller Couleur weiter geschürt wird. Sie agieren und handeln ausschließlich egoistisch, nachahmend den teilweise in Europa regierenden rechten Egoisten und Populisten. Keiner der terroristischen Anschläge der letzten Wochen wäre durch die nun wieder diskutierten Vorschläge verhindert worden, weder ein Verbot der Burka noch das Verbot einer doppelten Staatsbürgerschaft. Es wird einfach, auf Grund des nicht Wollens und Könnens, die Schuld lieber den „Anderen“ gegeben. Es wurde in einem Leserbrief darauf hingewiesen, dass die Deutsch-Türken und andere Doppelpass-Besitzer, mit vornehmlich muslimischer Herkunft, ein großes Wählerpotential für SPD und Grüne darstellen. Nachvollziehbar, wenn CDU/CSU Mitbürger mit ausländischen Wurzeln immer wieder verteufeln statt sie als Mitglieder unserer Gesellschaft anzuerkennen. Der Deal mit der Türkei ist sicherlich nicht Europas optimalste und kann auch nicht die alleinigste Lösung sein, auch wegen Erdogan. Sicherlich, die Außengrenzen im Süden Europas müssen geschützt werden und der Türkeideal kann nur ein Mosaiksteinchen von vielen sein. Dabei aber einfach nur mit dem Finger auf Griechenland und Italien zu zeigen reicht nicht. Es gilt Vorschläge für eine europäische Lösung zu erarbeiten und zu unterbreiten. Parallel müssen aber vor allem die Fluchtursachen dringendst beseitigt werden. Das könnte Herr Seehofer seinem Freund Putin und Unterstützer von Bashar al-Assad ruhig einmal mehr als deutlich nahelegen. Diese Möglichkeit hat er demnächst, er sollte sie nutzen. Wer der europäischen Staatsoberhäupter, außer der Bundeskanzlerin Frau Merkel, Teilen der Bundesregierung und der europäischen Kommission, kämpft eigentlich um eine gemeinsame Lösung vorhandener und zukünftiger Aufgaben wie die Flüchtlingskrise? Alle demokratischen Politiker, auch die in Deutschland, sollten zusammen an einer europäischen Lösung arbeiten, Egoismus ist nicht angebracht. 

Jörg Sczesny Maisach

Der Vollschleier oder auch Burka ist der Ausdruck einer frauenfeindlichen, unterdrückenden und letztlich menschenverachtenden Machokultur bestimmter muslimischer Staaten/Kulturen. Dieses Zwangsinstrument auch in Deutschland zu dulden widerspricht dem Gedanken des Grundgesetzes. Man muss sich wundern, dass gerade diejenigen, die sonst mit demselben unter dem Arm herumlaufen, hierbei Toleranz zeigen. Verheerender wirkt aber in unserer christlich geprägten Kultur und einem Rechtsstaat die offenbar vorhandene Nachsicht gegenüber Kinderehen nach dem Schariarecht bzw. in Roma-Familien. Es ist katastrophal, wenn in Deutschland wohl tausende Mädchen nicht selten ab zwölf Jahren zwangsverheiratet sind und werden und dies auch noch von einem Oberlandesgericht nicht sanktioniert wird. Dann steht Kinderschutz nur auf dem Papier. Hiergegen muss mit aller Konsequenz vorgegangen werden, und zwar aus allen gesellschaftlichen Kreisen, auch bei Zwangsehen, die im Ausland geschlossen wurden und bei uns gelebt werden. Eine Integrationsbeauftragte, die dies nicht als eine ihrer Hauptaufgaben sieht, ist fehl am Platze. 

Walter Schmitz Eching am Ammersee

Im Tessin gilt seit dem 1. Juli ein Burkaverbot, und es gibt kaum Probleme. Die Tourismusindustrie hatte dabei im Vorfeld schwere Bedenken. Aber was ist passiert? Die arabischen Touristinnen wurden aufgeklärt, und sie haben, laut Polizeichef Bertini in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), ihren Schleier abgelegt und sich sogar entschuldigt, dass sie das nicht wussten! Burka, Niqab und muslimisches Kopftuch sind für viele Symbole, für andere nur Tradition und Gewohnheit. Die (nicht-muslimischen) Befürworter sehen darin Religionsfreiheit, übersehen aber die kulturelle Konsequenz: Wenn Frauen sich nicht verhüllen, sind sie Freiwild für die Männer. So steht es leider im Koran (Sure 33, Vers 59): „Damit sie als anständig erkannt und nicht belästigt werden.“ 

Hermann Diehl Dozent für Religionspsychologie München

Wie immer ein vortrefflicher Kommentar! Allerdings würde ich mir um die Diskussion Burkaverbot ja oder nein keine so großen Gedanken machen: Warten wir doch einfach ab, bis auf einer Großveranstaltung, zum Beispiel einem Volksfest, erstmalig 20 oder 30 oder mehr kg Sprengstoff unter einer Burka detonieren (in eine Jeans hätte diese Menge nicht gepasst), und 60, 70 oder noch mehr Menschen in den Tod reißt. (leider erst)! Dann wird das Gejaule groß sein und sich diese leidige Diskussion mit Sicherheit erledigt haben. 

Bernd Röder München

Erneut vielen Dank für diesen allumfassenden ausgezeichneten Kommentar. Ein Hauptgrund für ein notwendiges Burka-Verbot in der Öffentlichkeit ist auch die Sicherheit. Vollverschleierte Muslima in Sportstadien, Kulturveranstaltungen, öffentlichen Einrichtungen, Restaurants, Ämtern, Behörden usw. sind angesichts einer latent anhaltenden islamistisch motivierten terroristischen Anschlagsgefahr nicht hinnehmbar. Für Terroristinnen ist die Burka das ideale Kleidungsstück für einen Selbstmordanschlag mittels eines Sprengstoffgürtels. 

Hans Sandner Ampfing 



Georg Anastasiadis: Ein Symbol, bitte!; Kommentar 13./14./15. August, Ein Pass muss reichen; Leserbriefe 12. August

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