Rücksichten auf die Industrie

Christian Deutschländer: Besser für Bayern; Kommentar 27. September

Ihr Kommentar geht schon in die richtige Richtung, ist aber in der Beurteilung des Themas viel zu zurückhaltend. Herr MP Seehofer und Frau Minister Aigner sollten sich nicht so sehr in die Brust werfen ob der erreichten Alternative, schließlich können wir wohl davon ausgehen, dass sie bei der überraschenden Verkündung der Energiewende nach dem Fukushima-Unfall quasi mit am Entscheidertisch in Berlin gesessen haben und diese Hauruck-Entscheidung mit zu verantworten haben. Eigentlich müssen wir davon ausgehen, dass nicht Frau Merkels Entscheidung hunderttausende Flüchtlinge ins Land zu lassen, ihr fälschlich als bisher größter Fehler angekreidet wird, sondern diese so überraschend verkündete Energiewende. Denn dafür sind die Kosten, die das Volk zu tragen hat, schon weitgehend überschaubar, schließlich haben sich die Strompreise für den Normalverbraucher in dieser relativ kurzen Zeit fast verdoppelt, und annähernd eine Million Haushalte können schon ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen. Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne die erforderliche Organisation eines Energiewechsels nur theoretisch, geschweige den praktisch, anzudenken. Genauso wie beim Thema Flüchtlinge. Dieser Politikerkaste fehlt generell jegliche Managementqualifikation. Wir, das Volk, sollte doch bei der Wahl seiner Vertreter in Bundestag und Regierung davon ausgehen können, dass Projekte von solcher Tragweite möglichst parteiübergreifend zumindest vorbereitet werden, und nicht Politik unter den Parteien damit gemacht wird. Und der Politiker, der das nicht einsieht, gehört eben nicht in ein Parlament, geschweige denn in eine Regierung. Hinsichtlich der Opposition von Teilen der Bevölkerung gegen Investitionen im Rahmen der Energiewende, wie Trassenbau, muss man sich auch fragen, ob es sich nicht „zufällig“ vor allem um solche Bürger handelt, die am lautesten nach der Energiewende gerufen haben. Die durch die Verlegung der Kabeltrassen unter die Erde entstehenden enormen Mehrkosten – bis zum Zehnfachen einer Überlandtrasse - werden, wie an anderer Stelle Ihrer Zeitung sehr schüchtern angedeutet, dem Stromkunden, u. z. vor allem dem Normalbürger, aufgeladen. Mit Recht muss man gewisse Rücksichten auf die Industrie und deren internationaler Wettbewerbsfähigkeit nehmen. Die schizophrene Haltung mancher Bürger ist doch auch hinlänglich bekannt. Der Bürger, der für eine Veränderung lauthals plädiert, ist sofort dagegen, wenn man ihm klarmacht, dass er das auch zu bezahlen hat. Dafür gibt es unzählige Befragungsbeispiele. Da der deutsche Bürger – im Gegensatz zum französischen - nicht bereit ist, seine Interessen eindeutiger, zum Beispiel durch öffentliche Proteste, zu vertreten, sollten vor allem die Medien diese Rolle spielen. Da gäbe es erheblichen Nachrüstungsbedarf, wie beinahe allabendlich auch in Talkshows von Illner, Will etc. an der zahmen Fragestellung mit Politikern zu beobachten ist. 

Günther Radde Lenggries

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