Eine berüchtigte Seehofer-Pirouette

Der zur Debatte stehende Bürgerentscheid gefällt Erwin Huber nicht, weil die 3. Startbahn kein kommunales, sondern ein nationales Projekt sei.

Herr Huber, genauso wenig wie Sie von nationaler Bedeutung sind, ist es eine dritte Startbahn. Sie verwechseln nämlich Flughafen mit dritter Startbahn. Sie können ja den Ministerpräsidenten verklagen, aber eines sollten Sie allmählich begreifen: Mit Ihrer Einstellung sind Sie voll daneben, wie Sie es auch in Sachen Landesbank und Transrapid waren. 

Ludwig Grüll Freising

Jetzt soll es plötzlich eine neue Abstimmung über die dritte Startbahn des Münchner Flughafens geben. Da wird also neu abgestimmt, bis das Ergebnis stimmte, oder wie? 

Dr. Ulf-H. Knabe Weilheim

Inhaltlich ein guter Kommentar, allerdings möchte ich 2 Dinge zu den vorgebrachten Gründen für den Ausgang des Bürgerentscheids anmerken. Eine lasche Wahlbeteiligung? Beim Startbahn-Entscheid waren es 32,7%. Dies ist ein hoher Wert im Vergleich zu anderen weichenstellenden Entscheiden in München (Allianz-Arena 37,5%, drei Tunnel 32,2 %, Keine Hochhäuser 21,9%). Auch der angesprochene Volksentscheid zum Rauchen hatte bayernweit lediglich 37,7% Wahlbeteiligung, der Olympiaentscheid in München gar nur 28,8%. An allen Entscheiden hält man bis heute fest bzw. hat den Bau umgesetzt. Außerdem würde ich als Grund gerne mit anfügen, dass Bürger eben spezifisch die Notwendigkeit der 3. Startbahn nicht sehen, und daher auch dagegen gestimmt haben. Ich bin mir sicher, dass das Ergebnis bei einer Neuabstimmung nicht anders aussähe. 

Florian Brückl Nörting

Die 3. Startbahn ist die wichtigste Voraussetzung, dass der Großraum München weiterhin eine der erfolgreichsten Wirtschaftsstandorte in Europa bleibt. Und dies nicht nur zum Nutzen von BMW, Linde und Siemens, nur um einige der Firmen zu nennen, die in München zuhause sind ,sondern die hunderttausende Arbeitsplätze die davon abhängig sind. Glauben wir den wirklich, dass es nur eine Gottesgabe ist, dass Bayern zu einem Vorparadies geworden ist? Sind die Gegner der 3. Startbahn alle die nicht in der Welt fliegen? Übrigens hat das schlecht organisierte Bürgerbegehren nur ein Jahr lang Gültigkeit. Der Stadtrat in München sollte über den Schatten springen und zum Nutzen unserer Stadt dem Bau zustimmen. Übrigens, ich bin seit 20 Jahren nicht mehr geflogen und deshalb ist dieser Leserbrief nur dem Wohl Münchens und Bayern gewidmet. 

Gerhard Bletschacher München

Sauber, Herr Seehofer, unser Fähnchen im Wind. Hat er wieder einmal seine Meinung geändert. Versprochen hat er nix, das stimmt, aber er lässt sich ja fast nie zu einer definitiven Aussage hinreißen. Er flattert eben wie eine Fahne im Wind. Dass die CSU dahinter steht, war auch klar, da die Übereinstimmung mit der CDU in Umweltbelangen nur eine Farce ist, um ein paar grüne Wähler zu fangen. Na, da wurde mal Zeit für einen Dämpfer bei der nächsten Wahl. Und diesmal liegt es nicht nur an der Asylpolitik. Aber daran wird hinterher wohl festgemacht, denn eigene Fehler kann der Seehofer nicht eingestehen. Gute Nacht, Mensch und Umwelt, hallo Geld und Macht! 

Markus Rieder Erding

Am Besucherhügel des Münchener Flughafens kann man sie bewundern, die ersten Passagierflugzeuge, die den Atlantik überquerten. Was damals ein Wagnis war ist heute Alltag. Im Minutentakt starten die Innovationen von Airbus und Boing in den Himmel. Und weil sich der Flugverkehr in den letzten siebzig Jahren so positiv entwickelt hat, wir inzwischen global vernetzt sind und ohne diese Verkehrsinfrastruktur unser Wirtschafts- und Wohlstandsmodell in Gefahr ist, braucht es ganz logisch die weitere Expansion. „Die Freiheit nehme ich mir!“ lauten Werbeslogans, die uns zum Jetten um die Welt einladen. Von der Politik hört man: Wenn wir es nicht machen, dann findet das Wachstum woanders statt. Ein gut angebundener Standort sichert und schafft Arbeit und sei deshalb auch aus sozialen Gründen gerechtfertigt, meinen Wirtschaftsverbände. Alles schön und gut! Doch wie wohl die Mobilitätskonzepte der Zukunft aussehen? Was passiert, wenn die fossilen Brennstoffe tatsächlich zu Neige gehen? Der Klimawandel doch vom Lebensstil der Menschen beeinflusst wurde? Noch nehmen wir uns alle Freiheiten und meinen steigende Flugbewegungen seien ein Erfolgsindikator. Es regiert die globale Unverantwortlichkeit - nicht nur in Bayern. 

Rainer Forster Kirchberg

Nachdem Herr Seehofer vor einem Jahr in Attaching den Leuten wirklich Mut und Hoffnung gegeben hat, zeigt er nun sein wahres CSU-Gesicht und lässt sich von den parteiinternen Hobbybetonierern die Richtung vorgeben. Sein Ja zur dritten Startbahn aufgrund von den minimal steigenden Zahlen dient ihm dazu, Ruhe in seine zerstrittene Partei zu bekommen und den schwarzen Peter an Herrn Reiter nach München weiter zu geben. Dieses Ja hilft im Moment nur Seehofer selbst, der sicherlich weiß, dass die, durch massive Subventionen, zugekauften Flüge keinen wahren Trend darstellen, sondern reine Augenwischerei seitens der FMG sind. Für so intelligent halte ich ihn schon. Schade und fatal ist, dass dadurch der Klimaschutz und auch die vom Papst verfasste Enzyklika von einer christlichen Partei mit Füssen getreten würden. Hier hoffen jetzt alle Startbahngegner (und das sind sehr viele) auf die Standhaftigkeit der Stadt München bzw. deren Volksvertreter. Die CSU ist im Flughafenumland jetzt sicherlich kein Hoffnungsträger mehr und macht sich damit unwählbar - wieder eine Chance vertan. 

Martin Falkenberg Berglern

In seiner Begründung, die Debatte über die dritte Startbahn wieder anzustoßen, übernimmt Ministerpräsident Seehofer die flüchtigen Daten der FMG, wonach die Zahl der Flugbewegungen steigt. Er übersieht, dass dieses Scheinwachstum gekauft ist. Man gibt Millionen aus, damit Billigfluglinien für 40 Euro Ziele anbieten können, wohin andere Airlines für mehr Geld ohnehin schon fliegen. Als Folge ist die Auslastung der Flugzeuge gesunken. Das kann sich auf Dauer keiner leisten – weder der subventionierte Billigflieger noch die anderen Airlines. Ein teures Strohfeuer soll also die Entscheidung für den Bau der 3. Startbahn rechtfertigen. Nachhaltige und solide Politik sieht anders aus. Die dritte Bahn und ein von der Lobby gepuschter Flugverkehr, der sich dem ambitionierten Klimaziel der Staatsregierung zum Trotz zum größten CO2-Emittenten in Bayern auswachsen soll, konterkariert alle Anstrengungen zum Klimaschutz. Außerdem würde die 3. Bahn die Wohnungsnot im Ballungsraum weiter erhöhen. Mal sehen, wie die Münchner entscheiden, denen jetzt schon Wohnraum unerschwinglich ist. Die dritte Startbahn wird die sozialen Probleme in München und der Flughafenregion jedenfalls massiv verstärken. 

Oswald Rottmann Freising

Ein Mann, ein Wort – gilt offensichtlich nicht für Horst Seehofer. Ich war dabei in Attaching als er sinngemäß sagte: Bei diesen Zahlen ist der Bau der 3. Bahn nicht nötig. Nun sollen die Flugbewegungen um 2,9% gestiegen sein. Klar: Die dazugekauften Flugbewegungen – bezahlt aus den Steuergeldern, pikanterweise auch der betroffenen Bürger - machen das möglich. Alles ist auf einer Lüge aufgebaut. Die Worte Seehofers im Ohr vermeide ich, das Wort CSU in den Mund zu nehmen. Der Freisinger CSU-Abgeordnete Florian Herrmann offenbart seine Einstellung mit folgender windelweichen Erklärung: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Erwin Huber, der die Attachinger Frösche nicht mag, hat mit seinem Netzwerk Horst Seehofer fest im Griff. Wie sonst könnte es möglich sein, dass er gegen den Ministerpräsidenten klagen würde, wenn der erwirkt, dass die Münchner Bürger noch mal abstimmen. Auf so eine Ansage gäbe es nur eins: sofortige Entlassung aus allen Ämtern. Das aber traut er sich nicht, da er um seinen Job fürchtet und dreht sich mit seiner berüchtigten Seehofer-Pirouette aus der Verantwortung. Das nenne ich Feigheit vor dem Feind, einem Erwin Huber, der sich noch schnell vor seinem Abgang aus der Politik ein Denkmal setzen will. Herr Ministerpräsident, Sie werden als politischer Märchenerzähler in die Annalen Bayerns eingehen. 

Richard Birk Freising

Drehhofer Seehofer macht seinem Beinamen alle Ehre und bekennt sich nun doch zu einer 3. Startbahn. Wer ihn am 29. Oktober 2015 in Freising-Attaching zu den Betroffenen sprechen hörte, wo er die Startbahngegner für ihre starken Argumente lobte, kann das nicht fassen. Was treibt diesen Mann an? Was treibt die CSU und ihre Schwesterpartei CDU an? Mit Sicherheit nicht, unserer Umwelt, unserem Klima, unserer einen Welt nicht zu schaden. Es ist einfach nur verlogen, sich einmütig zur Nachhaltigkeit zu bekennen und absolut nichts dafür zu tun, ganz im Gegenteil. Die Ausrede fürs Nichtstun ist, dass man den Verbraucher nicht bevormunden will. Gemeint ist aber, dass man alles dafür tut, dass Großkonzerne, Kohle- und Luftfahrtindustrie ihr schmutziges Geschäft weiter völlig unbehelligt betreiben können. Den Begriff Nachhaltigkeit können CDU/CSU getrost aus ihrem Vokabular streichen, solange sie am Tropf des Großkapitals hängen und den Speichel der Wirtschaftsbosse und deren Lobbyisten lecken. Für mich kommt das, wo laut CDU/CSU Eigenverantwortung draufsteht, eher einer Bevormundung gleich. Wenn wirklich der Kunde allein über sein Umweltverhalten entscheiden soll, dann muss die Politik Subventionen für den klimaschädlichsten aller Verkehrsträger, das Flugzeug, sofort stoppen. Im Vergleich zu den Abgasen der Flugindustrie sind die VW-Dieselabgase ein Kindergarten, ohne diesen Skandal verniedlichen zu wollen. Wann begreift die Politik, dass bei Billigstangeboten von Ferienfliegern nichts verdient sein kann und es sich hier um keine nachhaltige Arbeitsplatzbeschaffung handeln kann. Stellenabbau und hohe Verschuldung bei Air Berlin sind doch kein Wunder. Doch stur werden hier von der Politik viele Milliarden Euro an Subventionen reingepumpt. Dieselben Politiker, die Klimaschutzabkommen unterschreiben und ratifizieren, lassen sich kaufen, um alles dafür zu tun, Umwelt- und Klimaschutz auszubremsen. Die Verantwortung möchten diese Herrschaften dann an den Verbraucher abschieben, der gerne eigenverantwortlich gegen den Strom schwimmen darf. Nachhaltige Politik sieht anders aus, Herr Seehofer und Co.!“ Dieser Leserbrief bezieht sich nicht nur auf den im Betreff genannten Artikel, sondern auch auf den Artikel „Bei Umwelt-Themen einig“ vom 27.09.2016 auf der Titelseite ihrer Zeitung. Ich bedanke mich schon jetzt ganz herzlich für die Veröffentlichung. 

Claudia Kammerloher Freising

Als mündiger Bürger finde ich es schon einerseits komisch, dass man bei einer demokratischen Volksabstimmung so oft die Wähler an die Wahlurne ruft, bis einem das Endergebnis passt. Auf der anderen Seite bin ich für eine neuerliche Volksabstimmung zum Thema dritte Startbahn. Nur müssen diesmal die wirklich betroffenen Bürger von Freising und Erding darüber abstimmen, ob sie die riesige Betonpiste vor ihrer Haustüre wollen oder nicht. Was tangiert es die Münchner Bürger, was 40 Kilometer nördlich vom Stachus passiert? Auch finde ich das Geschäftsgebaren vom Flughafen München fragwürdig. Erst lockt man etwa die Fluggesellschaft Transavia mit günstigen Tarifen (Subventionen) ins Erdinger Moos und dann preist man den enormen Zuwachs der Flugbewegungen. Auch möchte ich auf die Intransparenz der Flughafengesellschaft hinweisen. Während etwa in Frankfurt/Main auch die Frachtflüge im Flugplan erscheinen, sieht man diesbezüglich im Flugplan von München nichts. Vielleicht kann sich dazu einmal die Flughafengesellschaft München erklären. 

Armin Glas Deutenhausen 


Seehofer: Brauchen 3. Startbahn; Titelseite, Christian Deutschländer: Eine Krücke; Kommentar 29. September

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