Niemand kann sich aussuchen, mit welcher Hautfarbe er geboren wird

Heinrich Lemer: Gaulands Eigentor; Kommentar, Carina Zimniok: Und schuld ist mal wieder die Presse; Im Blickpunkt 31. Mai

Die Beleidigungen von Alexander Gauland gegenüber Jerome Boateng haben in der Öffentlichkeit scheinbar eine größere Resonanz gefunden, als die Diskriminierung eines ganzen Busses voller Flüchtlinge. Was soll das? Greift hier etwa auch der § 103 Majestätsbeleidigung eines FC Bayern-Nationalspielers? Ich möchte die jetzt scheinbar empörten Fans hören, wenn Boateng ein Eigentor schießen und der FC Bayern dadurch ein Finale verlieren würde. Mir fallen auf Anhieb eine ganze Menge Personen ein, die ich nicht als Nachbarn haben wollte, und das sind Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Helmut Lederer Wolfratshausen

Niemand kann sich aussuchen, wohin er geboren wird und mit welcher Hautfarbe, auch ein Herr Gauland nicht. Unser Enkelsohn, hellhäutig, blauäugig, lebte sechs Jahre in Uganda. Obwohl es dort alle Farbschattierungen gab, wollte er schwarz sein. Sein Ausspruch: „Black is beautiful, I will be black“.

Helga Lang Altenstadt

Wie kann es sein, dass man in den letzten neun Monaten laufend Einsprüche gegen Ansiedlungen von Flüchtlingen dunkler Hautfarbe aus allen unmöglichen Gründen in der Presse lesen konnte? Wie kann es sein, dass sich Flüchtlingshelfer beschweren, dass es fast unmöglich ist, zumutbare und bezahlbare Wohnungen für dunkelhäutige Flüchtlinge zu finden? Ist es nicht so, das hier die meisten zwar sagen, diese Menschen gerne in ihrer Nachbarschaft haben zu wollen, aber leider ganz anders handeln? Kommt der Aufschrei nun daher, weil ihnen jemand den Spiegel vor das Gesicht gehalten hat, in dem sie ihre eigene Verlogenheit erkennen müssen?

Joachim Weiss Freising

Der Hauptfehler von Alexander Gauland war natürlich, dass er nicht deutlich gemacht hat, welchen Boateng er genau meint. Kevin-Prince wollte ich auch nicht als Nachbarn.

Chris Dasch Eglfing bei Murnau

Der Vergleich mit dem Fußballer Boateng war in der Tat dumm, mich wundert, dass es nicht „falsch wiedergegeben“ oder „aus dem Zusammenhang gerissen“ heißt. Aber Herr Gauland hat den Finger in die offene Wunde gelegt. Denn genau diese Bundesregierung, die sich darüber so empört, hat Studien in Auftrag gegeben, die genau diese Diskriminierung belegen. Danach machen die Vermieter schon einen Unterschied zwischen Deutschen und Ausländern. Diese Studien besagen auch, dass ab einem bestimmten Ausländeranteil die deutsche Bevölkerung beginnt wegzuziehen. Genau das war die Botschaft. Mit Heucheln und Realitätsverweigerung kommen wir nicht weiter.

Georg Niedermeier Haimhausen

Ich denk mir mal so, das Wasser kann nichts dafür, wenn es spritzt, wenn jemand einen Stein hineinwirft. Das Wasser wird durch den Stein verdrängt und es spritzt. So ist es auch in diesem Fall. Eine Frau Merkel öffnet die Grenzen und viele, denen es schlechter geht als uns, kommen aufgrund dieser Einladung. Wir haben über 30 Millionen Leute mit Migrationshintergrund in dieser BRD. Auch für diese Leute ist es schwierig, denn sie sehen ja äußerlich genau so aus, wie die sogenannten Flüchtlinge. Denen gefällt das auch nicht, wenn’s spritzt. Sind es nun Migranten, Einwanderer, Asylanten, Asylbewerber oder sind es schon die neuen Siedler? Man könnte hier unendlich weitermachen. Mir geht’s jedoch um etwas anderes. Wir haben vergessen, dass der Mensch, also das lebendige Wesen mit Körper, Geist und Seele etwas göttliches ist. Das sollten wir berücksichtigen. Wir werden jedoch bei der Geburt in ein System gedrängt, wo man uns zu Personen macht, ist gleich ein Blatt Papier, also eine Fiktion. Das funktioniert eigentlich ganz gut, wenn es nicht die böse Seite geben würde, die uns somit ausbeutet, in Kriege verwickelt und zu Arbeitssklaven macht. Dazu braucht es Leute, die vom Geld und von Macht nie genug bekommen, korrupte Politiker und natürlich eine Streitmacht, die das ganze militärisch durchsetzt. Seit Tausenden von Jahren werden Leute über die Religionen, wie Christentum und Islam aufeinandergehetzt, das Judentum nicht zu vergessen. Somit wird das Volk immer im Kriegszustand gehalten und darf sich selber nicht regieren. Also , die ganze Staatsgewalt geht vom Volke aus , wird somit unterbunden. In der Schweiz funktioniert’s wird aber derzeit stark untergraben. Der Dalai Lama hat einmal in seinem Buch geschrieben, Friede wird es erst geben, wenn es keine Religionen mehr gibt. Vielleicht hat er ja Recht.

Friedrich Josef Schachtner Otterfing

Was hat denn Herr Gauland Schlimmes gesagt? Wie hätte diese Aussage in den Ohren der politisch Korrekten geklungen, wenn das Wörtchen „leider“ darin vorgekommen wäre? Oder wenn es ein anderer als ein AfDler gesagt hätte? Für mich ist diese Aussage ein Befund über unsere Gesellschaft, wo es teilweise immer noch hakt in der Integration. Die Erwähnung des Fußballprofis Jerome Boateng ist in diesem Kontext als Synonym, als Stellvertreter für viele integrierte Menschen mit Migrationshintergrund zu sehen, aber keinesfalls so, als hätte Gauland ihn verurteilt. Eher werden doch jene verurteilt, die keine Farbigen als Nachbarn haben wollen, oder sehe nur ich das falsch? Ich lese jedenfalls aus dieser Aussage Gaulands keine Wertung oder Schmähung, oder wie manche Leserbriefschreiber meinen, Frechheit oder Übermenschendünkel heraus.

Georg Berwanger Großpienzenau

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