Unabhängige Gutachten zu Glyphosat

Sie haben dem Thema Glyphosat einen gebührend großen Raum für Leserzuschriften eingeräumt. Vielen Dank.

Auch Frau Dollinger konnte die politischen Zusammenhänge über die unterschiedlichen Einschätzungen deutlich machen. Ich sehe hier gute Pressearbeit, die beste Methode, dem weit um sich greifenden Begriff Lügenpresse Paroli zu bieten. Zum Thema Glyphosat: Ende der 40er hatten wir im Oberland, wenn von Agrarhilfsmitteln die Rede war, allenfalls Kali im Einsatz und wir waren je nach Wetterlage (ja, auch das gab’s schon) mit unseren Erträgen zufrieden. Heute kommt, wie auch immer begründet, nahezu fast kein Landwirt ohne diese Giftspritze aus. Letzten Herbst beobachtete ich hinter Habach, wie ein in dieser Gegend eher seltenes Getreidefeld etwa 14 Tage vor der Ernte reifgespritzt wurde. Kein Wunder, wenn uns das täglich Brot im Hals stecken bleibt! Damit es verträglicher wird (für den Hersteller), hebt man vorsorglich die Belastungsgrenze auf 6000 ppm an, obwohl – auch wegen der Zusatzstoffe – die Unschädlichkeit mehr als umstritten ist. Aber selbst, wenn es den Gegnern gelingt, künftig die Zulassung zu verbieten, werden wir mit der Unterschrift unserer Kanzlerin zum TTIP dieses Gift durch die Hintertür in unsere Körper bekommen, egal ob mit US-Lebensmittel oder durch Strafzahlungen erzwungen. Offensichtlich schaltet die Profitgier der Monsantos das Nachdenken über deren eigene Gesundheit gänzlich aus, wirkt das Gift etwa schon?

Max Wagner Lenggries

Glyphosat macht Schlagzeilen: Einmal krebserregend, einmal nicht: „Belastete Nahrungsmittel aus Amerika“ und „Profitgierige US-Großkonzerne“. Das Glyphosat-Problem liegt allerdings tiefer, als man denkt. Es liegt darin, dass die meisten Menschen inklusive Politiker unser Grundgesetz nicht hinreichend gut kennen. Dieses garantiert mit seinem Artikel 5, Absatz 3, dass in unseren Universitäten eine Wissenschaft betrieben wird, die unabhängig und frei von Fremdbestimmung ist, kurz: Unsere Universitäten zeichnen sich durch Wissenschaftsfreiheit aus. Diese Qualitätssicherung der Universitäten basiert auf ihrer spezifischen Organisationsstruktur. Kein Bundesamt und kein Bundesinstitut, kein Ministerium und erst recht keine der internationalen Organisationen unterliegen der Qualitätssicherung durch unseren Art. 5, Abs. 3 Grundgesetz. WHO und FAO betreiben keine unabhängige Wissenschaft und sind lediglich Agenturen mit Bediensteten, die von den Regierungen der Mitgliedsstaaten, also von der Exekutive dorthin delegiert werden. Das Personal der WHO und FAO ist somit weisungsgebunden und unterliegt damit einer Fremdbestimmung. Im Gegensatz dazu ist laut Bundesverfassungsgericht Wissenschaft ein von Fremdbestimmung freier Bereich autonomer Verantwortung, und dieses Bundesverfassungsgericht wacht akribisch auf die Einhaltung dieses Artikels 5, Abs. 3 Grundgesetz, zuletzt mit seiner spektakulären Entscheidung über Organisationsmängel der Medizinischen Hochschule Hannover. Wenn also unsere 107 Universitäten zum Glyphosatproblem gemeinsam Stellung nehmen würden, dann könnte man sich aufgrund der hohen Informationsqualität darauf verlassen. Alle anderen Informationen, die unter Fremdbestimmung stehen, sind wegen mangelhafter Qualitätskontrolle nicht geeignet, die Auswirkungen des Glyphosats auf Mensch, Tier und Pflanze zu beurteilen.

Dr. med. vet. Walter Gränzer Fachtierarzt für Klinische Laboratoriumsdiagnostik, Attenkirchen

Vor einigen Jahren, änderte die WHO extra die Pandemie-Kriterien in Sachen Schweinegrippe. Dies brachte der Pharmaindustrie enorme Umsätze. 2011 wurde von der IARC nicht ionisierende Strahlung (Mobilfunk, Radar) als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft und von der WHO übernommen. 27 Wissenschaftler stimmten dafür. Die einzige Gegenstimme kam aus Deutschland. Prompt wandten sich ein deutscher Wissenschaftler, der zur Abstimmung nicht eingeladen war und zwei namhafte Umweltmediziner dagegen. Was blieb übrig bei der WHO? Ein paar Millimeter Abstand zwischen Ohr und Handy und schon ist die mögliche Gefahr gebannt. Nun stufte die IARC Glyphosat als „möglicherweise krebserregend“ ein. Auch dies wurde von der WHO übernommen. Das Deutsche Bundesamt für Risikobewertung ist dagegen. Im letzten Moment werden Wissenschaftler aufgeboten, die offensichtlich industriegefälligere Studien vorlegen. Die WHO wendet sich. Ein Blick nach Südamerika und die Sojaanbaugebiete und die Menschen dort sollte eigentlich genügen. Dass es sich bei der IARC um weltweit anerkannte Wissenschaftler handelt, ist anscheinend nicht von Bedeutung, sollten sie nicht industriekonform entscheiden.

Eva Weber München

Je nach Lager wird Glyphosat verteufelt oder als harmloses Mittel dargestellt. Tatsache ist. dass Glyphosat Chemie ist und Chemie hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Glyphosat vernichtet bestimmte Pflanzen und dadurch auch sicher indirekt Tiere. Nur für den Menschen soll dieses Mittel keine Auswirkungen haben, sagen die Hersteller. Es fehlt eigentlich nur noch die Aussage, dass das Mittel für den Menschen gut sei. Für dumm wird eigentlich der Verbraucher noch gehalten?

Gerhard Fruth Haar

Corinna Maier: Nerv getroffen; Kommentar 19. Mai, Manuela Dollinger: Glyphosat: Wie entscheidet Deutschland?; Wirtschaft, Skepsis gegenüber Glyphosat; Leserbriefe 18. Mai 

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