Umstrittener Einsatz von Glyphosat

Ich sehe die negativ gesteuerte Meinungsbildung zu Glyphosat und andere Reizthemen aus und zur Landwirtschaft genau wie Sie.

Es freut mich, dass diese gut recherchierte und engagierte Samstagskolumne aus der Feder des Verlegers einer bedeutenden überregionalen Zeitung stammt und so bestimmt nicht einem einseitig interessierten, tendenziösen Lagerdenken zu geordnet werden kann. Als Diplomagraringenieur gehe ich davon aus, dass Journalisten und Verbände, wenn sie ernst genommen werden und keinen Schaden anrichten wollen, bei Sachthemen sich nur auf bewiesene oder beweisbare Fakten stützen, auf emotionale Spekulationen aber verzichten. Noch ein Hinweis: In Berlin ist das „Forum moderne Landwirtschaft“ unter Dr. Amberger in Sisyphusarbeit um Imagepflege für unsere Landwirtschaft bemüht. Aus Verbands-, Industrie- und einem kleinen Anteil öffentlicher Mittel stehen dem Forum jährlich etwa 2 Millionen zur Verfügung. Der BUND kann im gleichen Zeitraum zirka 20 Millionen Euro für seine einseitigen Aktionen, meist ohne Zusammenhang zum Umwelt- oder Naturschutz, einsetzen. Ich habe das Forum auf Ihre Kolumne hingewiesen.

Dr. Alois Weidinger München

Mit Entsetzen las ich heute Ihre Samstagskolumne. Bisher verband ich den Münchner Merkur und seinem Herausgeber immer mit seriösem, unabhängigem und kritischem Journalismus. Sollte ich mich da täuschen? Sie lassen sich vor den Karren dieser Großkonzerne, die ausschließlich auf ihren eigenen Gewinn bedacht sind und jegliches Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mensch und Natur vermissen lassen, spannen. Dass Landwirtschaft auch ohne Giftmischerei funktioniert, zeigt beispielsweise unsere zertifizierte biologische Landwirtschaft. Ihre Angriffe auf anders wie Sie denkende Politiker und Umweltschutz-Organisationen sind absolut indiskutabel.

Kurt Ziegner Gauting

Natürlich können wir 10 Milliarden Menschen, die den gleichen Lebensstil wie wir pflegen (exzessiver Konsum von tierischen Produkten, Verschwendung von Lebensmitteln), nur ernähren, wenn wir weltweit in der Landwirtschaft auf chemische Mittel und Massentierhaltung setzen. Die Folgen sind hinlänglich bekannt: Energie- und Ressourcenverschwendung, Tierleid, Monokulturen, Erosion, Überschwemmungen, und Treibhausgase, Verlust der Artenvielfalt, Vertreibung der indigenen Bevölkerung aus Gebieten wo Soja und Palmöl gewonnen wird, Insektensterben usw. Herr Ippen geht wohl davon aus, dass der Wirkstoff Glyphosat in Reinform auf unseren Feldern ausgebracht wird. Es wird aber immer in Verbindung mit anderen teils noch giftigeren Substanzen zum Beispiel als „Roundup“ ausgebracht. Genau dieser Cocktail wurde von unabhängigen Wissenschaftlern untersucht und als sehr bedenklich eingestuft. Tausende von Tonnen verschiedenster Pflanzenschutzmittel werden jedes Jahr auf unseren Feldern versprüht. Selbst wenn die Substanz Glyphosat für sich allein unbedenklich sein sollte, in Verbindung mit den anderen Substanzen ausgebracht, ergeben sich aber völlig unkalkulierte Kombinationen, die über das Trinkwasser und die Nahrungskette in den menschlichen Organismus gelangen. Dass in der westlichen Welt noch kein Vergiftungsfall durch Agrargifte klinisch nachgewiesen wurde, überrascht nicht, den dann müsste ja der Hersteller haftbar gemacht und sein Mittel vom Markt genommen werden. Dass ausgerechnet die gesunde Ernährung, die mithilfe der Agrochemie und der Gentechnik erzeugt wurde, für die hohe Lebenserwartung unserer Bevölkerung verantwortlich sein sollen, ist schon bemerkenswert. Hier wird unverblümt Werbung für die Chemiekonzerne gemacht. Eine sinnvolle Alternative, die biologische Landwirtschaft, scheint ihm völlig fremd. Diese Art der Bewirtschaftung wächst ständig, verwendet keine synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel, beschert den Bauern gerechtere Preise und schont nebenbei die Umwelt. Es könnte so einfach sein.

Josef R. Kyrein Biolandwirt aus Unterbiberg

Es war eine lehrreiche und vor allem überzeugende Denkschrift, mit der Dirk Ippen Wahrheiten und Realitäten über manch segensreiche Methode moderner Landwirtschaft am Beispiel des Glyphosateinsatzes beschrieben und begründet hat. Denn es ist unverantwortlich und manchmal beinahe verdummend, wie Pseudowissenschaftler bei Verbrauchern Ängste schüren und allein durch Anzweifeln und Mutmaßungen selbst Politiker oftmals aus taktischen Gründen zu Mitläufern machen. Als vor Jahren Hans-Dietrich Genscher in einer Diskussionsrunde von einem Abiturienten zum gleichen Themenkomplex in ähnlicher Weise angegiftet wurde, war seine erste Frage an den jungen Mann, ob er denn in seinem Leben schon mal hungern musste. Wir können in unserer Gesellschaft eben nicht davon ausgehen, dass uns unsere Bauern mit Arten, Sorten, Rassen und Technologien der Vergangenheit das erreichte und wünschenswerte Lebensniveau sichern. Es kann sich eben nicht jeder ein Kilo Rindfleisch für 80 Euro, einen Liter Milch für 1,20 Euro oder ein Brot für 5 oder 6 Euro leisten, wobei durch bewusste Verknappung und höheren Herstellungskosten bei steigender Nachfrage die Preise noch deutlich höher liegen und ansteigen würden. Also sollten wir uns doch glücklich schätzen, wie sich bei sehr hoher Sicherheit Lebenserwartung und Lebensstandard bei uns entwickelt haben. Wir sollten vielmehr alles dafür tun, damit möglichst die gesamte Menschheit neben Freiheit und Demokratie von diesen wissenschaftlichen Methoden profitieren kann.

Dr. Gerd Paschen Saulgrub

Mutig, mutig, was Dirk Ippen da auf den Punkt bringt! Bar jeder Hysterie und jeden politischen Kalküls wird der verantwortliche Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als Notwendigkeit und segensreiches Hilfsmittel dargestellt. Der Aufschrei wird groß sein! Lassen sich doch mit dem Schüren von Ängsten und Unsicherheit gerade im Umweltschutz viel größere politische Vorteile erringen. Davon leben bestimmte Organisationen und Parteien geradezu, wenn sie dem Bürger suggerieren, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Natürlich ist der in der EU festgeschriebene Vorsorgegrundsatz zu beachten aber die Auslegung macht‘s. Ansonsten wäre die Ernährung der rasant steigenden Weltbevölkerung noch nicht einmal ansatzweise möglich. Alles andere ist nicht nur naiv, bestenfalls romantisch, sondern auch verantwortungslos.

Walter Schmitz Eching am Ammersee

Dirk Ippen: Pflanzenschutz- Rückstände – auf die Menge kommt es an; Kolumne Politik 4./5. Juni

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