Lebensmittel müssen mehr kosten

Carina Zimniok: Ganz schön unmündig; Kommentar 11. Juli

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich auf dem Müll, ist denn die Welt noch zu retten? Die Einführung eines zusätzlichen Verfallsdatums würde überhaupt keine Reduzierung der weggeworfenen Lebensmittel bringen, denn die Hersteller müssen ja für alles herhalten und eben auch für das Verfallsdatum garantieren. Die Folge daraus, das Mindesthaltbarkeitsdatum wird verkürzt, um das neue Verfallsdatum auch noch garantieren zu können. Wäre es da nicht besser, dass in den Lehrplänen aller Schulen wieder mehr Kochunterricht aufgenommen und dies auch zu Hause in den Familien wieder mehr praktiziert wird. Es würde den jungen Verbrauchern gut tun, wenn man wieder lernt, wie Lebensmittel optisch aussehen, riechen und schmecken, damit man wieder ein Gefühl für Lebensmittel bekommt, ganz gleich ob vor oder nach dem Verbrauchsdatum. Lebensmittel müssen wieder mehr Geld kosten, damit die Bauern von der Erzeugung unserer Grundnahrungsmittel leben können und die Nahrungsmittel wieder Wertschätzung erfahren. Früher haben Nahrungsmittel teilweise gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum gehabt, aber in den Küchen hat man gewusst, ob es noch gut oder schlecht ist. Es ist schon bemerkenswert, dass eine Industrienation mit Vollbeschäftigung wie Deutschland in der Skala für durchschnittliche Lebensmittelausgaben unter dem Durchschnitt der osteuropäischen Ländern angesiedelt ist. Es ist halt schon schön, wenn im Supermarkt 1 kg Hackfleisch nur 2,99 Euro und 1 l Milch 48 Cent kostet, da kann es sich es bestimmt jeder leisten, die Hälfte wegzuwerfen.

 Sepp Urban Eurasburg

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