Taten liefern, liebe CSU!

Christian Deutschländer: CSU rechnet mit Merkels Minister de Maizière ab; Politik 22. September

Taten liefern, liebe CSU, nicht leere Sprüche! Noch nie standen die politischen Sterne so günstig für eine bundesweite Ausdehnung der CSU. Mit Hilfe der im rechten Spektrum abgefischten Stimmen hat die CSU endlich die Chance von einer „Mitte/Rechts“ Partei –wie sie sich heute definiert- zur „Mitte/Rechts/Rechts“ Partei zu mutieren, damit es rechts von ihr auf Dauer keine demokratisch legitimierte Partei mehr gibt. Auch auf Bundesebene. Wenn die Herrn Seehofer, Söder, Scheuer & Co. politisch „Eier hätten“, würden sie diese Chance nutzen. Warum also das Zögern? Natürlich hat eine solche bundesweite CSU-Invasion ihren Preis: Wahlkampfbüros in allen Bundesländern, bundestagfähige und ministrable Kandidaten „vor Ort“ inklusive eigenem Kanzlerkandidaten und viel, viel Geld. Und Obacht: Bayern müsste für die CDU freigeschaltet werden. Autsch! Das täte weh. Denn die käme im Freistaat aus dem Stand locker auf 14 bis 18 Prozent der Wählerstimmen. Auf Kosten der CSU. Aus wärs mit dem „50 Prozent plus X“-Erbhof und der kommoden Mia-san-mia-Alleinherrschaft. Quasi eine Vertreibung aus dem Vorzimmer zum Paradies mit arger Konsequenz für den empfindlichsten Körperteil vieler CSU-Funktionäre: ihren Geldbeutel. Denn Stimmenverlust bedeutet weniger Mandate und damit weniger Posten und Pöstchen und Pfründe, kein eigenes Büro, kein Chauffeur, kleinerer oder gar kein Dienstwagen etc, etc. Wer will sich so was antun? Also wird´s bleiben, wie´s ist: In Bayern werden die CSU-Granden weiter auf dicke Hose machen mit Stänkern, Fordern und Drohen und in Berlin mit eingezogenem Schwanz brav die Entscheidungen der großen Unionsschwester abnicken. Kasperltheater reloaded! Übrigens: Erst laut bellen und dann „den Schwanz einziehen“ hat bei der CSU Tradition. F.J. Strauß, der Übervater der CSU, hat mit großem Gepolter gegen Kohl und dessen „politischen Pygmäen der CDU“ den Aufstand geprobt, um dann klein beizugeben. Und sein Ziehsohn Edmund Stoiber, der in Berlin vollmundig mit dem Anspruch antrat, im Kabinett Merkel als „Superminister“ die Wirtschaft zu sanieren, ist kleinlaut ins CSU-Reservat Bayern abgetaucht.

 Edgar Kubetschka Erding

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