Dasselbe Anrecht

Alexander Weber: „Ein wichtiges Signal“; Kommentar, Thomas Lanig: „Gauck wirbt um neues Ver- trauen“; Politik 19. Februar

So furchtbar die Morde der Zwickauer Terrorzelle sind, so sehr das Leid der Angehörigen Würdigung und Anteilnahme verdient: Es darf nicht dazu führen, dass andere Mordtaten mit anderen ideologischen und ethnischen Hintergründen verharmlost bzw. weniger schlimm gewichtet werden. Schwerste Körperverletzungen und Tötungsdelikte aus deutschfeindlichen Motiven sind seit langem leider auch Alltagsrealität. Hassgetriebene Straftäter mit Migrationshintergrund sind nicht harmloser als deutsche. Die deutschen Opfer fremder Täter haben dasselbe Anrecht auf öffentliche Aufmerksamkeit und rückhaltlose Aufklärung wie die Mordopfer des NSU. Es wäre schön, die Meinung unseres Herrn Bundespräsidenten zu dieser These zu hören. Die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses sind zum Rapport nach Ankara gereist, um sich dort wegen der schleppenden Aufklärung der Morde vorführen zu lassen. Warum wagt es kein maßgeblicher deutscher Politiker, seinerseits die Behörden der Türkei zu fragen, warum sie den untergetauchten Mörder von Jonny K. (wurde in Berlin aus Deutschenhass getötet) vor der Strafverfolgung in Deutschland schützen? Wenn in diesem Zusammenhang türkische Kreise verlautbaren lassen, es sei unerträglich in Deutschland zu leben, müssen sie sich schon die Frage stellen lassen, wer sie dazu zwingt.

Otto Kellermann Moosinning

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