Schwächung des Hauptkonkurrenten

Marc Beyer: Geklopft haben die Bayern; Sport 2. Mai

Auch ohne offizielles Amt sind die Aussagen von Hoeneß nie ohne Kalkül. Als er also jetzt vor laufenden Kameras genüsslich von sich gab, dass sich Hummels beim FCB prostituierte, tat er das sicher, weil es nicht schaden konnte, vor dem Pokalfinale beim BVB Unruhe zu schüren, zumal dieser das Europa League-Aus erstaunlich gut verkraftete und auch in der Bundesliga den gebührenden Abstand zum FCB bzw. Respekt vor der Nr. 1 verweigert. Halt wie vor drei Jahren, als am Tag vorm CL-Halbfinale des BVB gegen Real Madrid der Götzetransfer via Bayernleaks publik wurde. Wie angenehm ruhig war da doch in dieser Richtung die Zeit zwischen Juni 2014 und Februar 2016. Hummels sollte sich allerdings fragen, ob er das Richtige tut, dahin zurück zu gehen, wo er vor Jahren als unbrauchbar befunden wurde (sonst wäre er nach seiner Ausleihe zum BVB zurück geholt worden, wie Lahm vom VfB), und wo er als Mittel zum Zweck benutzt wird, um die Chancen auf einen weiteren Titel zu erhöhen. Allerdings passt der Wechsel natürlich perfekt ins Transfergebaren des FCB, wo die Schwächung des Hauptkonkurrenten seit 1980 eine zentrale Rolle spielt.

Horst Kössinger Starnberg

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