Eine zweite Chance hat jeder verdient

Ich finde es wunderbar, dass Hoeneß wieder einen Job beim FCB bekommt.

Hoeneß gehört zum Weltfußball einfach dazu. Eine korrupte UEFA, ein Beckenbauer, der nicht lesen kann. Da passt ein vorbestrafter Millionenbetrüger sehr gut dazu. 

Siegfried Maiwald Trudering

Da macht sich einer auf, für ein Amt mit Vorbildfunktion zu kandidieren. Jemand, der schon das seltene Glück hatte, nur eine Halbstrafe abzusitzen. Dessen Strafmaß bei Ansicht der Schwere und im Vergleich zu kleineren Straftaten schon recht niedrig war. Ihm nun laut Lemke und vor allem Stoiber – der dreisterweise sogar Kritikern empfiehlt, in die Lehrbücher zu schauen – den Weg des Unbescholtenen zu ebnen. Herr Stoiber – mal so nebenbei: Laut StGB §56 ff. „wird ihm die Strafe nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen“ – also nach drei Jahren, auf die die Bewährung ausgelegt wurde. Die Bewährung selbst wirkt sich nicht auf die Verurteilung aus. Der Verurteilte trägt weiterhin einen Strafmakel und ist auch vorbestraft. Die Bewährungszeit läuft also bis 2019. Möge er sich weiter bewähren, aber nicht in einem öffentlichen oder öffentlich wirksamen Amt. Schon das Wirken bei der Jugendabteilung hat einen Amigo-Geschmack, von Vorbildfunktion einmal ganz zu schweigen. 

Volker Kunze Eching

Der FC Bayern tut sich und ebenso Herr Hoeneß mit der Kandidatur zum Präsidenten und wohl auch Aufsichtsratsvorsitzenden keinen Gefallen. Auch nach Verbüßung seiner Strafe sind noch 2 Komplexe von Herrn Hoeneß unbeantwortet: Warum hat der damalige Adidas Vorstandsvorsitzende Louis Dreyfus Herrn Hoeneß einen 2-stelligen DM-Millionenbetrag „zum Spielen“ zur Verfügung gestellt? Weil Sie Freunde waren? Oder doch, weil der damalige FC-Bayern-Manager Hoeneß den (für Adidas) wichtigen Sponsorenvertrag abgeschlossen hatte? Neben der strafrechtlichen Relevanz seiner Spekulationen hat das ja auch eine charakterliche Komponente. Wenn ein Mann so spielsüchtig ist und das halbe (oder ganze) Familienvermögen aufs Spiel setzt, so zeigt das doch eine überraschende und bemerkenswerte Charakteristik seiner Person. Bei aller gewünschten Resozialisation bekommt der FC Bayern dann einen ausgewiesenen Zocker-Held als Präsidenten. Das diskreditiert sowohl den Vorstand um Herrn Rummenigge als auch den Aufsichtsrat - vom Umgang mit dem aktuellen Präsidenten Herrn Hopfner ganz zu schweigen. 

Andreas Kunze Siegsdorf

Was soll der ganze Bohei um Uli Hoeneß’ Rückkehr auf den Chefsessel des FC Bayern München? Gut, er hat Steuern in beträchtliche Höhe hinterzogen - aber er hat doch kein Schwerverbrechen begangen, etwa, indem er jemanden umgebracht hätte. Alles kann wieder ins Lot gebracht werden. Die hitzige Debatte über Hoeneß wird freilich von übelsten Motiven befeuert: Neidhammelei, Pharisäertum und konzentrierte Moralinsäure von maßgeblicher Seite her. Wieso eigentlich? Wenn jemand geschäftlich einen Umsatz tätigt, dann gehört ihm diese komplette Summe zunächst einmal ganz unzweifelhaft. Will er sodann dem Fiskus nicht jeden geforderten Euro aushändigen, dann könnte man die folgende Steuerhinterziehung ja auch anders regeln – etwa wie früher unsere Nachbarn in der Schweiz mit niedrigeren Sätzen. Jahrzehntelang war Steuerhinterziehung dort keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Wurde man erwischt, dann zahlte man die Steuern nach, und fertig. Der Berliner Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit hat als Chef und Hauptverantwortlicher über Jahre hinweg für seinen Flughafen viele Milliarden an Steuergeldern in den Sand gesetzt, verschlampt oder sonst wie verplempert. Die Unterschiede zu Uli Hoeneß: Weder haben Klaus Wowereit besagte Milliarden jemals gehört, noch wird er für seine Taten jemals vor Gericht gestellt, geschweige denn verurteilt werden. Er genießt ganz im Gegenteil sein Altenteil und macht, wie gehabt, Party. Es liegt eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit darin, wie unterschiedlich Recht und Gesetz mit der Hinterziehung von Steuern und deren Verplemperung umspringen. Der Stein des Anstoßes: Der Obrigkeitsstaat und seine Untertanen. Allein schon die offizielle Sprachregelung kommt verräterisch: Man habe dem Staat gegenüber eine Steuerschuld. Hierzulande sind politisches Amt und Verantwortung dafür voneinander getrennt, sprich: Wenn Politiker „schuldlos“ Steuern verbrennen, ja mai, dann ist’s halt so, aber kaum ein Untertan gerät in Harnisch darüber, dass er mehr als die Hälfte des Jahres für eben diese Steuern Tag für Tag seine Knochen in die Maloche schleppen muss. Berlin hat im übrigen noch immer keinen Flughafen, Wowi macht ungeniert weiter Party, und Fußball hat mich noch nie interessiert. Hoeneß mag aber immerhin gerne als Chef zu seinem Lebenswerk FC Bayern und den Fans zurückkehren. Ich vergönne es ihm. 

Sven Haessner Miesbach

Ich kann mir den FC Bayern ohne Uli Hoeneß gar nicht vorstellen. Alle die sein Comeback verurteilen, sollten daran denken, dass der FC Bayern ohne Uli Hoeneß sein sympathisches Gesicht verlieren würde. Und eine zweite Chance hat jeder verdient. 

Karl Brunold Moosinning

Andreas Werner: Hoeneß’ Rückkehr freut selbst Lemke; Sport 10. August

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