Kritik an Merkels Forderung nach Toleranz

Merkel verlangt mehr Toleranz; Titelseite, Christian Deutschländer: Auf einem weiten Weg; Kommentar, Ein Signal mit dem Bratenmesser; Politik 11. Juli

Frau Merkel hat auf einmal festgestellt, dass es uns Deutsche und unsere Kultur auch noch gibt. Bravo! Die nächste Bundestagswahl lässt grüßen! Sie meint, dass wir zum Beispiel unsere Essgewohnheiten nicht ändern müssten, ist das nicht wunderbar? Frau Merkel sollte sich ein Beispiel an den zur Wahl des Premierministers stehenden beiden Damen in England nehmen, die sich ganz klar erst einmal für die Interessen ihres Volkes einsetzen wollen. 

Ingrid Fürst München

Auf die Idee muss man erst mal kommen, die Zuwanderer zu mehr Toleranz für unsere Lebensweise aufzurufen. Worum geht es überhaupt dabei? Die Zugewanderten, die in erster Linie keine Bereicherung, sondern eine Belastung für unsere Gesellschaft sind, stellen nach ihrer Ankunft fest, dass hier andere Sitten und Gebräuche als bei ihnen zu Hause herrschen. Zum Beispiel hat unsere von Menschen gemachte Gesetzesordnung hier Vorrang vor göttlich geglaubten Gesetzen, Frauen sind bei uns als gleichberechtigt und gleichwertig anerkannt etc., etc. und nebenbei steht auch noch Schweinefleisch auf unseren Speiseplänen. Welch ein Schock! Sie fordert nun die Zuwanderer auf, doch bitte unser Anderssein zu tolerieren, es auf sich zu nehmen, dass wir in manchen Dingen anders sind. Das heißt im Umkehrschluss, nicht von uns zu verlangen, dass wir unsere Lebensweise aufgeben müssen und hier ihre Sitten und Gebräuche einführen. Seit wann muss man darauf hinweisen, dass mit der Aufnahmebereitschaft kein Vorrecht der Gäste verbunden ist, dem Gastgeber und Hausherrn sagen zu können, wo es lang geht? Der Aufruf der Kanzlerin nach mehr Toleranz von Seiten der Zuwanderer ist völlig fehl am Platz, wenn es in Wirklichkeit um die selbstverständliche Verpflichtung der Zuwanderer geht, sich unserer Lebensweise anzupassen. 

Germut Bielitz Grainau

Die Kanzlerin fordert von beiden Seiten Toleranz für den Verzehr von Schweinefleisch. Schon dass dieses Thema von der angeblich mächtigsten Frau der Welt präsentiert wird, zeigt auf welchem Weg unser Land sich zubewegt. Wörtlich sagt sie: „Man muss darauf achten, dass die Vielfalt der Angebote, wie wir sie gewöhnt sind, weiterhin erhalten bleibt.“ Aber eine Kennzeichnung, wenn Schweinefleisch verwendet wird, soll erfolgen. Wenn wir die Inländer die muslimischen Essgewohnheiten respektieren müssen, wozu dann wohl auch das Schächten der Tiere gehört, dass wiederum aber nicht mit unserer Kultur und vor allem mit dem Tierschutz und Tierwohl in diesem Lande vereinbar ist. Was nun, Frau Merkel, wollen Sie das auch noch schaffen? 

Manfred Rieger Gernlinden 

Die Bundeskanzlerin hat sich in der Wortwahl vergriffen. Nicht „Toleranz“ für unsere Essgewohnheiten sollten wir von muslimischen Migranten verlangen, sondern Achtung. Tolerieren heißt dulden, ertragen. Soll aber unser Verzehr von Schweinebraten und Gummibärchen (mit Schweinegelatine) nur geduldet oder ertragen werden? Das müssen Migranten, die sich integrieren wollen, vielmehr akzeptieren. Wer informiert ist, hält überdies ein Foto der Bundeskanzlerin mit langem Bratenmesser vor einem Dönerspieß nicht unbedingt für ein gutes Motiv. Für einen Döner wird nämlich das Fleisch von qualvoll ohne Betäubung geschlachteten Tieren verwendet. Das müssen wir noch ertragen, denn nach einer gesetzlichen Ausnahmeregelung ist das Schächten aus religiösen Motiven erlaubt. Nachdem jedoch der Tierschutz 2002 als „Staatsziel“ in Art. 20a des Grundgesetzes aufgenommen worden ist, sollten wir verlangen, dass in Deutschland nicht mehr jährlich hunderttausende Tiere einen grausamen Tod erleiden müssen und die Ausnahmeregelung gestrichen wird. 

Dr. Eva D. Plickert München

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