Diskussion um die Lösung der Flüchtlingsproblematik

CSU ist nicht mehr wählbar; Leserbriefe 22. September, Marx übt heftige Kritik an der CSU; Titel 20. September

Andreas Scheuer hat ausgesprochen, was sich in Deutschland dank der wenigen Kontrollen und der laschen Abschiebepraxis tausendfach wiederholt. Ein Ausländer (nun zufällig Senegalese), Wirtschaftsflüchtling aus einem sicheren Herkunftsland, hält sich in Deutschland mehrere Jahre auf – wieso? Unabhängig davon, ob dieser Ausländer, der sich zu Unrecht in Deutschland befindet, nun Sport betreibt oder sich sozial in der Kirche betätigt, dieser müsste schon lange aus Deutschland abgeschoben sein – wieso ist dies nicht schon längst geschehen? In Deutschland leben bereits über 500 000 abgelehnte Asylbewerber und zusätzlich sehr viele nicht registrierte, illegale Ausländer. Das sind Dinge, die die Bevölkerung nicht versteht und unendlich ärgert. Außerdem möchte ich den Kirchenobrigkeiten bezüglich ihrer Äußerungen über Herrn Scheuer einen Spruch mit auf den Weg geben: „Die Hand, die einen füttert, soll man nicht beißen.“ Herr Scheuer ist Mitglied des Bundestages und könnte mit Kollegen anderer Parteien mal den Konkordatsvertrag überdenken, möglicherweise längst fällige Korrekturen anregen, bspw. die aus Steuergeld bezahlten Gehälter für Kirchenobrigkeiten usw. zu streichen.
Johann Altenweger
Egmating

Ich bin seit Jahrzehnten ebenso bekennendes Mitglied der römisch-katholischen Kirche wie der Christlich-Sozialen Union. Das ist gut vereinbar. Mit den Fehlern und Verfehlungen von beiden muss ich leben. Gigantische, globale, soziale, ökonomische und ökologische Ungerechtigkeiten haben sich immer weiter aufgetürmt und sorgen weltweit für Spannungen. Auch die Kirchen früherer Jahrhunderte haben daran Anteil. Erschreckend ist der Zuwachs der Probleme in Qualität und Quantität – und das in immer kürzerer Zeit. Ausgelöst durch die Ohnmacht von Gesellschaften, denen die Probleme über den Kopf wachsen und in denen Egoismus und wirtschaftliche Interessen meist Vorrang haben. Es wundert mich, dass Kardinal Marx (wie andere auch) in seiner Humanität zu oft nur an jene denkt, die es durch ihre Kraft, ihre Ausdauer, ihren Wagemut und ihr Geld geschafft haben, sich zu uns durchzuschlagen. Die Bedauernswertesten und Schwächsten befinden sich noch vor Ort. Deutschland muss helfen! Aber ich finde es nicht richtig, dabei EU-Recht auszuhebeln und gegen aktuelles deutsches Recht ein Bleiberecht für abgelehnte Flüchtlinge anzustreben. Dies schmälert nur die Chancen künftiger, direkt vom Leben bedrohter Flüchtlinge. Ja, ich unterscheide zwischen den Flüchtlingsströmen. Ohnmacht und Hilflosigkeit zwingen dazu. Befindet sich unsere Gesellschaft nicht gleich Ärzten im Katastrophenfall? Dabei gilt: Verknappung von Ressourcen in der Katastrophe und ihre verantwortbare Zuteilung prägen wesentlich das ethische Handeln! Das Missverhältnis von Notwendigkeiten gegenüber Möglichkeiten macht eine Priorisierung erforderlich, die regelt wer zunächst und zuerst von Ressourcen profitiert und wem sie vorenthalten werden müssen. Ich finde, das sind zwingende, nachvollziehbare und ethische Grundsätze. Ja, wir müssen das schaffen – aber sicherlich nicht auf Dauer, wenn unsere Verantwortlichen bestehende Gesetze und Grundsätze opfern.
Dipl.-Ing. Rudolf Brandl
Erding

Andreas Scheuer ist in Nachfolge des Politikers FJS ein führendes Mitglied des Vereins für deutliche Aussprache. Für seine malerisch konkretisierte Kunstfigur – das ist es nämlich – eines fußballspielenden Ministranten, den jedermann hier behalten möchte, soll man ihm dankbar sein. Gerade erfahren wir ja, dass in Deutschland seit Jahren „nur“ 550 000 abgelehnte Asylanten leben. Da lohnt es sich, Möglichkeiten für einen dauernden Verbleib zu karikieren. Das protestierende Hecheln oberer Wortgewaltiger vergeht rascher als das treffliche Bild, das der CSU-Generalsekretär vor seiner heimatlichen Presserunde aus dem Ärmel geschüttelt hat. Ich habe mich amüsiert und dem Urheber per E-Mail gedankt. Empörte Amtsträger mögen über neue Strategien grübeln, mit denen sie ihr Volk interessieren können, eingedenk eines 300 Jahre alten Weckrufs des irischen Amtsbruders Jonathan Swift über das Schlafen in der Kirche...
Friedrich Werner
Weilheim

Im vergangenen Jahr im September, gerade als die große Welle von Flüchtlingen nach Bayern und in die Erstaufnahme Erding kam, reisten wir für einen völlig harmlosen, von uns selbst bezahlten Urlaub in die USA. Bei der Einreise wurden die Fingerabdrücke an beiden Händen, ein Foto vom Gesicht und ein Scan der Iris unserer Augen gespeichert. Hätten wir das verweigert, wären wir verhaftet und abgeschoben worden. Bei der Rückreise nach Erding haben wir unseren Pass mit biometrischen Daten in ein Lesegerät geschoben, während wir in einer Schleuse zur Identifizierung standen. Die Schleuse öffnete sich, sobald die Daten abgeglichen waren und die Übereinstimmung festgestellt war. Ich frage mich, warum es eine Zumutung ist, in einem Land, das für mich sorgt, mich ernährt, kleidet, schützt und mir ein Dach über dem Kopf und meinen Kindern und mir eine Ausbildung und/oder Arbeit bietet, registriert zu werden. Ich bin eine entschiedene Gegnerin der AfD und aller Rechtsradikalen, doch mein Verständnis hört dort auf, wo Flüchtlinge oder auch andere Personen unerkannt in meinem Land untertauchen können. Und ich habe kein Verständnis für das Gejammer, „das schaffen wir nicht“. Wir können das sehr wohl, wir sind berühmt dafür, aus jeder Mücke einen bürokratischen Elefanten machen zu können, das geht sehr wohl: Einreise, Fingerabdrücke, DNA, Irisscan – das können sogar die Amerikaner. Und liebe Landsleute, hört auf zu jammern, wir sind ein reiches Land, schaut Euch um in der Welt und seid dankbar für unsere Kanzlerin!
Elisabeth Frank
Erding

Eine kurze Anmerkung zu dem Satz „Deutschland wird Deutschland bleiben“: Es ist doch richtiggehend paradox, dass man sich bei dem Land, das als eines von sehr wenigen die Amtsperioden seiner Repräsentanten begrenzt, derzeit den Präsidenten gerne noch einmal weitermachen lassen möchte, während man sich hierzulande fast verzweifelt wünscht, dass die Anzahl der Amtsperioden für das höchste Staatsamt, auf zwei, höchstens drei, begrenzt sein sollte.
Sieghard Schicktanz
Achmühle/Eurasburg

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