Noch mehr Zuschriften zu Trumps Wahl

Merkel stellt Trump Bedingungen; Titelseite, Georg Anastasiadis: Berlin unter Schock; Kommentar 10. November

Wie sehr der Wähler will ignoriert oder in die Ecke von Unwissenheit oder Dummheit gestellt wird, sieht man jetzt wieder bei der USA-Wahl. Der Rechtsruck nach Pegida oder Brexit und jetzt Amerika geht nicht allein auf Flüchtlinge, Randgruppen und Andersdenkende zurück, sondern in erster Linie auf eine politische Mitte, die vor lauter Globalisierungswahn, Wirtschaftskonzernförderung, Großbankenrettung den Mittelstand und alles, was darunter ist, vergisst und sogar ausplündert (siehe Zinsen, Rente, Krankenzuzahlungen, Steuern) und dann behauptet, das Volk habe ihre gute Arbeit nicht verstanden. Es ist ein Aufschrei! 

Andreas Wimmer Forstern

Kritische Aufmerksamkeit erzielten in den vergangenen Jahren die USA vor allem durch ihre desaströse Nahostpolitik, durch Guantanamo, verheerende Kriegshandlungen und die damit verbundene Rolle als Geburtshelfer des internationalen Terrorismus. Im eigenen Land war es unter anderem die katastrophale soziale Ungleichheit, das Fehlen von Solidarsystemen und nicht überwundene Rassenideologien. All das konnte man der Administration vorhalten. Nun aber hat das Volk gewählt. Und es hat mit seiner Stimme das Establishment für diese seitherige Politik abgestraft. Das ist verständlich und gut so. Es hat sich aber auch mit Mehrheit für rassistischen und sexistischen Populismus, für rhetorische Brutalität und Unanständigkeit, gegen Rechte von Minderheiten im Land, für verlogene Argumentationen und damit gegen Grundlagen der internationalen Wertegemeinschaft und teilweise einer gedeihlichen Zusammenarbeit entschieden. Und das scheint gleichermaßen bedenklich zu sein, wie die Personalie Trump selbst. All das aber sind viele gute Gründe, das Verhältnis zu den USA neu zu überdenken, die Amerikahörigkeit mancher Politiker zu beenden und nicht mehr von floskelhafter Freundschaft, sondern von Partnerschaft zu sprechen, die zwingend und für beide Seiten unerlässlich ist. Zum anderen aber ist es geboten, auf die Befindlichkeiten der Menschen im eigenen Land zu hören, ihre Sorgen und Ängste zu begreifen und in Europa die Geschichte, den Stolz und die gewollte Selbstbestimmung der Völker zu respektieren. Denn Trumps gibt es überall.

Dr. Gerd Paschen Saulgrub

Mit klaren, trefflich gesetzten Worten kritisiert Georg Anastasiadis in seinem Kommentar „Berlin unter Schock“ die Reaktionen deutscher Politiker zum Ausgang der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten. Nüchtern betrachtet, war doch klar, dass die US-amerikanische Wahl kein europäisches Wunschkonzert wird. Millionen von amerikanischen Wählern wurden durch die unüberlegten Aussagen sonst so besonnener europäischer Politiker verunglimpft. Man ist sich offenbar nicht bewusst, dass US-Amerikaner in erster Linie das Wohl des eigenen Landes im Auge haben. Auch die Bundesbürger erwarten, dass unsere Politiker in erster Linie die Interessen Deutschlands verfolgen und nicht das Geld der Steuerzahler für ideologische Spielwiesen verschleudern. Man darf sich nicht wundern, wenn die enttäuschten Wähler scharenweise zur AfD abwandern. Dieser Trend ließe sich vielleicht aufhalten, wenn sich die CSU bundesweit zur Wahl stellen würde, denn viele enttäuschte CDU-Politiker in anderen Bundesländern würden sich der CSU anschließen. Ein Einschwenken der CSU auf die „Merkel-CDU“ wird auch in Bayern viele Stimmen kosten.

 Dr. Horst G. Abel Sauerlach

Dieses Wahlergebnis ist tatsächlich unglaublich. In Amerika - im Land der unbegrenzten Möglichkeiten- konnte man früher vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigen. Heute ist es sogar möglich, als Sprücheklopfer amerikanischer Präsident zu werden, wenn man nur genügend Reichtum besitzt. Staatsmännische Eigenschaften braucht es dazu offenbar nicht mehr. Es war schon nicht zu fassen, dass Trump es zum Präsidentschaftskandidaten geschafft hat. Dass er aber jetzt tatsächlich 45. Präsident Amerikas und damit der mächtigste Mann der Welt geworden ist, das ist schon ungeheuerlich. Man kann allerdings nicht sagen, dass Trump die Wähler getäuscht hat. In seinen vielen Wahlveranstaltungen zeigte er ganz deutlich, wes Geistes Kind er ist. Seine Aussagen zu manchen Themen waren schlichtweg unmöglich. Das hat aber viele Millionen Amerikaner nicht abgehalten, ihn dennoch zu wählen. Ich frage mich, ob sich diejenigen, welche Trump ihre Stimme gegeben haben, im klaren waren, dass er nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt an den Abgrund führen kann. Man stelle sich vor, ein Mann wie Trump wäre 1962 in der Zeit der Kuba-Krise amerikanischer Präsident gewesen - nicht auszudenken. Wenn man heute in das Weltgeschehen schaut, kann einem Angst werden. Ein Donald Trump als amerikanischer Präsident hat da gerade noch gefehlt. 

Maria Schweiger Dorfen

Dem Münchner Merkur ist sehr zu danken, dass sowohl Merkels Bedingungen zu lesen sind, wie auch die erste Rede des Präsidenten Trump, die ja staatsmännisch genug ist, wenn er sie ehrlich meint. Dann will er vordringlich die vernachlässigte Infrastruktur seines großen Vaterlandes in Ordnung bringen. Diese hat vermutlich immer hinter den gewaltigen Kriegskosten zurückstehen müssen. Es gefällt mir, dass er „Amerika zuerst“ sagt. Und er braucht sich von Frau Merkel keine Bedingung stellen lassen, was lustigerweise an den Schwanz erinnert, der mit dem Hund wedelt. Kanzlerin Merkel hat auch nicht alle Bürger treu hinter sich. Mit unfreundlichem Gesicht zählt sie ihre Erwartungen an Trump auf, die unsere westlichen Werte sind: Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht, und die Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung.

 Hermine Kaiser Bad Wiessee

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