Das schürt Ängste

Eine richtig gute Idee, die übrigens auch unserer Wirtschaft nicht schadet.

So gelingt es Berlin, uns nicht nur mental auf einen bewaffneten Angriff und den theoretischen Fall einer schweren Katastrophe vorzubereiten, sondern auch Ängste in uns zu schüren, die uns möglicherweise noch kleinlauter machen sollen. Das Allerschönste dabei: Nach dem uns die Bundesregierung zu diesem Thema informiert hat, haben wir immer noch keine Ahnung, wer uns da eigentlich überfallen könnte: Der böse Russe? Der lebensbedrohliche Islam? Oder einfach nur ein psychisch-gestörter Fremder aus der Nachbarschaft? 

Rainer Forster Kirchberg

Was für eine Überraschung: Jahrzehntelang befand sich der zivile Bevölkerungsschutz im Dornröschenschlaf, Warnämter wurden abgebaut etc. und nun diese Überraschung! Was steckt denn wirklich dahinter? Was ist der Anlass für eine Novellierung des Konzeptes? Soll jetzt der Bürger hilfsweise Maßnahmen treffen (zum Beispiel Trinkwasser bevorraten), weil abgebaute Strukturen fehlen? Was gedenkt der Staat im Rahmen seiner Novellierung selbst zu tun? Hier werden offensichtlich auch Ängste geschürt, denn mittlerweile hat auch der Terrorismus an Intensität zugenommen, und niemand weiß, wohin die Reise gehen wird. Etwas mehr Information über die Hintergründe wären wohl dringend geboten, spätestens bei der Beratung des Konzeptes im Deutschen Bundestag, oder wird alles ohne seine Beteiligung beschlossen?

 Bernd Kischa Weilheim

Natürlich ist es für uns Bürger beruhigend, wenn wir sicher sein können, dass unsere Regierung alte Notfall-Konzepte überarbeitet. Dennoch ist die Aufforderung, Lebensmittel für den Notfall zu horten, nicht beruhigend, sondern ein beängstigend unheilvolles Omen für unser aller Leben hier, nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa. Offenbar ist eine terroristische, kriegerische Bedrohung wesentlich aktueller, als uns bisher übermittelt wurde. Weil wir, die in keiner Weise voll aufgeklärten Bürger, die politischen Wirklichkeiten nicht definitiv kennen, sollten wir tatsächlich für eine Vorsorge bemüht sein. Doch wie stellt sich das unsere gute Frau Merkel vor? Tatsache ist, dass es für die meisten Rentner nicht möglich ist, mit der geringen Rente auch noch genügend Vorräte anzulegen. Tatsache ist, dass es die Etats der Altersheime kaum erlauben werden, ausreichend vorzusorgen. Tatsache ist, dass Kliniken schon jetzt über finanzielle Minderrücklagen verfügen. Tatsache ist, dass wir augenblicklich schon so viele kaum versorgte Asylanten haben, deren zukünftige notwendige Versorgung im Ernstfall nicht gewährleistet ist. Tatsache ist, dass eine noch ungewisse Zahl der ausländischen Asylsuchenden kommen wird, die im Notfall nicht nur eine Bleibe, sondern auch etwas zum Essen und Trinken brauchen. Es wäre vorstellbar, dass Plünderungen in einem solchen Falle programmiert sind. Wenn also der Aufruf an uns Bürger kommt, Vorsorge zu treffen, dann bitte, Frau Merkel, garantieren Sie gleichzeitig, dass die bereits jetzt unterversorgten Menschen genug zum Leben bekommen können. Ansonsten ist Ihr Aufruf die größte Panikmache, die wir in unseren ohnehin unsicheren Zeiten erfahren. 

Marlis Thumm München

Diese Meldung auf der ersten Seite des Merkurs schürt unbegründete Ängste. Wie soll man die Frage eines Kindes nach dem Warum beantworten? Es gibt keinen plausiblen Grund und Aggressoren sind nicht auszumachen. Das Horten von Lebensmitteln ist nicht neu und hatte in Zeiten des kalten Krieges die Bezeichnung „Aktion Eichhörnchen“ und setzte sich mit Empfehlungen fort, wie man sich im Falle eines Atombombenabwurfes zu verhalten habe. Mir sind noch folgende (idiotische) Tipps Anfang der 1960er Jahre in Erinnerung: Sofort in den Straßengraben werfen und Aktentasche in den Nacken pressen oder sich sofort unter einen Tisch zu hechten, oder sich in Alufolie wickeln. Vermutlich, damit man besser gedünstet wird, statt verbrannt zu werden. Das Ganze steigerte sich in den staatlich geförderten privaten Atombunkerbau. Damals war ich zwölf Jahre alt und hatte wegen geschürter Weltuntergangsstimmung eine Heidenangst. Dies möchte ich meinen Enkeln unbedingt ersparen. Sie sollen unbeschwert und ohne Ängste erwachsen werden und nicht von Politikern mit fehlenden Fingerspitzengefühl in Panik versetzt werden. 

Otto Tegethof München

Bürger sollen Lebensmittel horten; Titelseite 22. August

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