Es kann nicht sein, den Preis zu diktieren

Streit um Milchquote verschärft sich; Titelseite 7. Juni

Es kann sich keine Firma, Audi, VW, Mercedes usw. erlauben, auf Teufel komm raus zu Produzieren, wenn der Kunde den Preis, der verlangt wird, nicht willens ist zu zahlen. Bei Milch wird das von den Bauern verlangt. Überangebot senkt automatisch den Preis. Produziert weniger, damit der Markt nicht überschwemmt wird! Dann steigt der Preis. Beispiel: 100 Kühe bringen 100 Liter Milch. Einnahmen: bei 20€Cent/Liter bringen 20 Euro. € 50 Kühe bringen 50 Liter Milch, Einnahmen: bei 0,40 Cent/Liter bringen ebenfalls 20 Euro. Wo bleibt da der Unterschied? Es kann nicht sein, dem Steuerzahler, der keine Milch trinkt, den Preis zu diktieren. Darüber nachzudenken, wäre erforderlich. Jürgen Stein Forstinning

In allen aktuellen Diskussionen wird nur von der Mengenbegrenzung der Milchproduktion gesprochen und nicht von der Erschließung zusätzlicher Absatzmöglichkeiten. Ein bedeutender Markt wäre die Lebensmittelindustrie, die in den letzten Jahren immer mehr Palmöl und Palmkernöl verwendet. Über 350 000 t werden jährlich in jedem zweiten Supermarktprodukt eingesetzt, was gesundheitlich bedenklich und ökologisch zerstörerisch ist. Könnte nur ein Teil des Palmöls durch Butter ersetzt werden, so entstünde ein großer, zusätzlicher Milchmarkt. Für 1 t Butter werden ca. 20 t Milch verbraucht. Das heißt, würden nur 10 % des Palmöls durch Butter ersetzt werden, was verfahrenstechnisch möglich sein sollte, so würden dadurch zusätzlich 700 000 t Milch verbraucht. Bei einer Milchproduktion von 5 Millionen t in diesem Jahr in Deutschland also ein bedeutender Teil. Das Problem dabei ist jedoch, dass Palmöl viel zu billig ist, um es durch Butter zu ersetzen. Hier ist die EU gefordert durch Einfuhrbeschränkungen bzw. Erhöhung des Einfuhrzolls eine Chancengleichheit zu Butter zu gewährleisten.

 Dieter Karsten Eurasburg

Nach altem Spruch: Wenn’s den Bauern schlecht geht, dauert’s nimmer lang, dann geht’s den anderen bald auch nicht mehr so gut. Es wird höchste Zeit, dass sich die Verantwortlichen nachhaltig um die Nöte derer kümmern, die unsere Kulturlandschaft pflegen und erhalten. 100 Milionen Euro sollen den existenzbedrohten Landwirten zu Verfügung gestellt werden – mindestens tausendmal – so viel (= 100 Milliarden} sind für die Eingliederung der Flüchtlinge aus fremden Ländern und Kulturen (die nicht in der Landwirtschaft arbeiten wollen) vorgesehen. Da stimmt was nicht mehr. Wenn es um die eigenen Leute geht, ist auch von den lieblichen Gutmenschen nichts mehr zu hören und zu sehen. Unsere Bauernfamilien, die seit vielen Generationen 365 Tage im Jahr ihr Vieh versorgen, müssen nun aus wirtschaftlichen Gründen ihre Höfe verlassen, sie sind dann Heimatvertriebene und dürfen nicht vergessen werden. Sie brauchen echte Hilfe. 

Reinhard Bartlechner Grainau

Subventionen, gleich welcher Art, passen eigentlich nicht in eine freie Marktwirtschaft und haben noch nie auf Dauer Probleme gelöst. Dazu zählen aber nicht Fördermittel zum Erhalt der Kulturlandschaft, des Naturschutzes oder für bestimmte Unwetter bedingte Produktionsausfälle. Das dient dem Gemeinwohl oder erfordert unsere Solidarität. Alles andere aber führt in der Landwirtschaft dazu, dass mancher Bauer - derzeit angewiesener Maßen - vergleichsweise viel Subventionen gegenüber den Erlösen für Produkte und Leistungen einnimmt. Das und andere Fördermaßnahmen für Investitionen usw. stimuliert wiederum die Mehrproduktion, die zu steigenden Überangeboten und damit zu weiterem Preisverfall führt - also einem Teufelskreis. Andererseits muss man aber beachten, dass alle Fördermittel aus Steuereinnahmen finanziert, also Besserverdiener als Zahler hoher Steuern indirekt stärker belastet werden und demzufolge Kinderreiche und Geringverdiener von niedrigen Agrarpreisen profitieren. Denn genau genommen werden über Subventionen für Bauern auch die Verbraucherpreise gestützt. Das aber hat dazu geführt, dass viele Verbraucher den Wert unserer Lebensmittel verkennen und sich eine unverantwortliche Wegwerfmentalität breit gemacht hat. Darin gipfelt am Ende das Dilemma. Das gerecht und im Sinne aller Beteiligten zu lösen, erfordert ein Grundreformieren des Systems. Dazu brauchte man einen „mutigen Albert Einstein“ und viel Einsicht in die Notwendigkeit bei Politik, den Bauern, Lebensmittel - und Handelsbetrieben sowie bei Konsumenten. Die Zeit sollte eigentlich dazu reif sein. 

Dr. Gerd Paschen Saulgrub

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