Miteinander leben

Amokläufer plante Tat seit einem Jahr; Titelseite, Georg Anastasiadis: Gegen die Angst; Kommentar, Carina Zimniok: Ali S. und sein Mord-Manifest; Sonderseite Amoklauf in München 25. Juli

Im Bewusstsein dessen was am Freitag in und um das OEZ in München geschehen ist, haben wir, d. h. meine Freundin und ich, es uns trotzdem nicht nehmen lassen, das herrliche Wetter am Karlsfelder See zu genießen. Unser Auto parkten wir wie immer im nördlichen Bereich. Von dort gelangt man zu den öffentlichen Grillstellen auf Höhe der Beachvolleyballfelder. Auf dem Weg zu unserem Liegeplatz passierten wir diesen Bereich und sahen wie eine Gruppe Menschen, deren Nationalität wir nicht zuordnen konnten (und auch nicht nachgefragt haben) einen Festplatz mit Bierbankgarnituren und weißen Pavillons errichteten. Das ist dort eigentlich nicht unüblich, fasziniert hat uns aber das Schwein (später wurde es dann ein Lamm), das sich dort am Grill drehte. Ich zog kurz den Daumen hoch und mit den Worten „ schaut genial aus“ sind wir dann zum See gelaufen. Irgendwann sagte ich zu meiner Freundin: lass uns doch mal schauen was die Sau so macht und sind zu dieser Grillstelle gelaufen. Mittlerweile waren die Tische weiß gedeckt und geschmückt. Wir sprachen den Grillmeister an und fragten, was denn unser Schweinchen so macht. Er lachte und erzählte uns dann auch (auf Nachfragen meiner Freundin), dass das Nichtschwein ein Lamm ist, aus Eichstätt stammt, 20 kg wiegt und auf Wunsch seines Sohnes zum Anlass seines 18. Geburtstages sich nun am Spieß dreht. Was uns beide aber am meisten erfreut und geehrt hat, war die spontane Einladung doch einfach später wieder vorbeizukommen und mitzuessen. Leider hat sich das Lamm sehr viel Zeit gelassen und wir konnten der Einladung nicht mehr Folge leisten. Integration, Toleranz, Respekt und ein friedliches und fröhliches Miteinander ließe sich so einfach leben. Jeder muss dafür nicht sehr viel geben, diejenigen die zu uns kommen vielleicht etwas mehr Bereitschaft unsere Bräuche und Regeln zu akzeptieren.

 Harald Bangert Dachau

Zur Ausrüstung der Polizei: Jetzt kommen sie wieder, die schlauen Vorhaben der Politiker, die Polizei besser auszurüsten. Seit wann probt man den Digitalfunk statt ihn flächendeckend einzuführen, wie viele Überstunden schiebt allein die bayerische Polizei vor sich her und wie viele Stellen sind seit Jahren nicht besetzt? Seit 9/11 muss sich jeder verantwortliche Politiker fragen lasen, was haben Sie für eine funktionierende gut ausgerüstete und ausgebildete Polizei unternommen. Es bedarf keiner Sonntagsreden jeweils nach so schlimmen Bluttaten die die Bevölkerung für dumm verkaufen - sofort handeln ist gefragt. Dies schwarze Null im Staatshaushalt ist so oder so getürkt. Nehmen Sie endlich Geld in die Hand, um die Polizei entsprechend mit Personal und Material auszurüsten, damit sie ihren Anforderungen entsprechen kann! Der Vorfall in München hat gezeigt, wie gut die Polizei gearbeitet hat, aber unter welchem Aufwand und Hinzuziehen von Polizeikräften aus allen Richtungen – sogar aus Baden-Württemberg. 

Alexander Leichtfuss Igling

Der Artikel enthält einen auffälligen Widerspruch. Zum einen wird darauf verwiesen, dass die Ermittler einen politischen Hintergrund ausschließen. Das angebliche Manifest kann also nicht viel wert sein. Zum anderen wird nur wegen des Datums behauptet, Ali hätte dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik nachgeeifert. Welche Inhalte sprechen für diese Aussage? Auch wenn ich es nicht kenne, wird es kaum mit dem Manifest von Anders Breivik vergleichbar sein, der über Jahre hinweg eine sehr dezidierte politische Meinung vertreten und diese in einem 270 Seiten umfassenden Manifest niedergelegt hat, das allerdings von den Medien und auch dem Gericht schlichtweg ignoriert wurde. Auch bei der Auswahl der Opfer - ein Lager der Sozialistischen Partei - hatte Breivik im Gegensatz zu Ali durchaus einen politischen Hintergrund. Während bei Ali schon jetzt die Hintergrundforschung einsetzt, hat sie bei Breivik nie stattgefunden: rechtsradikaler Spinner, Massenmörder, das reicht doch?

 Herbert Uhl Baldham

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