1000 Euro sind zu wenig

Hannes Koch: Grundeinkommen: Sozial oder faul?; Wirtschaft 4./5. Juni

Gleich vorweg gesagt, ich bin ein überzeugter Befürworter des „Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE)“! Wer an das überwiegend Positive im Menschen glaubt, kann eigentlich nicht gegen das BGE sein. Demzufolge würden auch nicht 82 Millionen Deutsche monatlich 1000 Euro einkassieren und sich dann auf die faule Haut legen. 1000 Euro reichen gerade aus, um die Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Wohnen zu befriedigen. Da aber die große Mehrheit weiterhin gerne ein Auto besitzen, möglichst schön wohnen sowie hin und wieder die Welt bereisen möchte, wird sie sich ohne den bisherigen äußeren Druck einen auf die eigenen Fähigkeiten und Neigungen ausgerichteten (Traum-)Job suchen und darüber das BGE in gewünschter Höhe aufstocken. Den Markt-Gesetzen von Angebot und Nachfrage gehorchend könnten Drecksjobs so vergoldet werden, dass sich genügend Interessenten finden. Dann verdient der Müllmann eben mehr als der Investment-Banker, was soll’s! Wer sich etwas näher mit dem BGE beschäftigt und den Artikel von HANNES KOCH gelesen hat, wird wie ich die Vorteile höher bewerten und die Gewissheit haben: Das BGE kommt irgendwann ganz sicher. Spätestens wenn die Automatisierung der meisten technischen Arbeitsabläufe abgeschlossen und damit das „Ende der Arbeit (Jeremy Rifkin)“ nahe ist. Das BGE ist natürlich nicht von heute auf morgen per Knopfdruck zu realisieren, aber man könnte ja ab sofort bei jedem neu geborenen Deutschen damit beginnen. Wenn man nur wollte!

 Gerd Liebchen München

Das war kein gutes Beispiel, um zu bewerten, wie sich der Mensch verhält, wenn er in seiner Existenz finanziell abgesichert ist. 1000 € pro Monat sind dafür zu wenig (die angestrebten rund 2300 € beim Schweizer Referendum scheinen mir aber zu hoch) und diese werden für den Versuch auch nur für ein Jahr gezahlt. Natürlich wird es Menschen geben, die keinen Beitrag für die Gesellschaft leisten wollen; aber die haben wir jetzt auch. Die meisten Leute wollen mehr, als der Nachbar, oder wollen sich auch etwas gönnen, was ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht abdeckt. Dann müssen unangenehmere Tätigkeiten endlich anständig entlohnt werden; sonst findet sich kaum jemand, sie auszuführen. Was in keiner Stellungnahme erscheint: Dieses Geld fließt schließlich wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück. Der „normale“ Mensch hortet das nicht (dazu ist es eh zu wenig) sondern gibt es wieder aus, was generell auch bei einer anständigen Entlohnung gilt. Natürlich werden damit nicht alle Probleme dieser Welt gelöst. Aber es könnten viele Ungerechtigkeiten beseitigt werden. Es hilft denen zu einem menschenwürdiges Dasein, die sich bemühen, aber kein Chance bekommen, der Armutsfalle zu entrinnen; vorausgesetzt, Bildung wird ihnen nicht vorenthalten. Geholfen wird besonders Familien und die dort erbrachten Leistungen werden endlich gewürdigt. Gerade die Frauen müssten am Grundeinkommen interessiert sein. Auch für die ist es hilfreich, welche ihre Ideen nicht umsetzen können, weil sie ja erst einmal Geld verdienen müssen, um leben zu können. - was einige Unternehmen auch erkannt haben. Wenn zur Finanzierung neben dem Abbau der vielen Zuschusssysteme, die mit großem Verwaltungsaufwand verbunden sind und zu Betrug verleiten, nur noch eine Steuerart herangezogen wird, würde auch hier viel jetzt vorhandener Missbrauch unterbunden werden. Die Mehrwertsteuer ist die gerechteste. Sie richtet sich nach dem Verbrauch, nach der Menge. Man könnte hier auch Vieles steuern: Hohe Steuersätze auf Luxusartikel (kleine Leute, wie ich, können sich die eh nicht leisten), auf Ressourcen verschlingende Produkte und reine Finanzgewinne, geringe auf Grundnahrungsmittel und Arbeitsleistungen. Wenn, wie es aus Umfragewerten hervor geht, das Referendum in der Schweiz leider scheitert, dann nicht deshalb, weil es nicht finanzierbar wäre, sondern da bestimmte Leute aus Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeberkreisen auch nicht anders ticken, als hier oder in den USA. Dort besteht doch die Angst, dann keine Macht mehr ausüben zu können. Ablehnen werden es auch die, welche lieber wenig haben, wenn nur der Andere nicht das Gleiche hat.

Ingrid Novosad Planegg

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