Welche Interessen vertritt der Bauernverband?

Es ist eine gute Nachricht für Deutschland, dass es doch noch Bundespolitiker gibt, denen die Gesundheit der Bevölkerung wichtiger ist als das Lobbyisten-Geschrei von Großkonzernen.

Ein Glück ist, dass wir das Freihandelsabkommen TTIP noch nicht haben (und hoffentlich nie bekommen werden), denn sonst bestünde die Gefahr, dass die Spritzmittelhersteller das Land auf den entgangenen Gewinn verklagen könnten. Die Politik würde zum Handlanger der Großkonzerne verkümmern, da bei jeder Beschränkung Klagen drohen könnten. Erst wenn später zweifelsfrei die Schädlichkeit nachgewiesen ist, könnte doch noch ein Verbot kommen. Aber selbst dann wird es noch von den Konzernen in Auftrag gegebene Gutachten geben, die das Gegenteil behaupten.

Albert Orterer Wackersberg

Mit welchem Recht übt der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt Kritik an Umweltministerin Barbara Hendricks, die im EU-Ministerrat nicht für die weitere Zulassung des höchst umstrittenen Totalherbizidwirkstoffes Glyphosat stimmen will? Sie setzt mit dieser Haltung nur das um, was in der EU zumindest noch so lange gilt, solange die Freihandelsabkommen CETA und TTIP mit Kanada und USA noch nicht abgeschlossen sind, nämlich das Vorsorgeprinzip, dass nur zugelassen werden darf, was erwiesenermaßen gesundheitlich unbedenklich ist. Sehr vieles deutet jedoch darauf hin, dass Glyphosat auch für den Menschen ein höchst gefährlicher Wirkstoff ist. Nahezu ein jeder von uns trägt es bereits in sich. Deshalb hat dieses Gift nichts auf unseren Äckern und Wiesen verloren. Wenn die CDU/CSU-Minister dieses Vorsorgeprinzip nicht interessiert, muss man sich fragen, wessen Interessen sie vertreten. Steht noch das Wohl der Bürger, ihr Recht auf gesunde Nahrung und reines Trinkwasser, der Schutz der Natur und ihrer Artenvielfalt im Vordergrund oder doch viel eher die Interessen von Großkonzernen, die mit den Pestiziden ein Milliardengeschäft einfahren? Wie frei ist unsere Wissenschaft, wenn Wissenschaftler, die nicht im Sinne dieser Großkonzerne publizieren, diskreditiert werden und ihre Karriere riskieren? Was soll die vom Bauernverband heruntergebetete Leier, dass die Landwirte auf das Totalherbizid angewiesen sind oder dieses für sie sogar unverzichtbar ist? Das ist eine glatte Lüge, denn das Argument, dass es dem Bauern das Pflügen erspart, bedeutet ja lediglich, dass es sich beim Einsatz des Glyphosats um eine Arbeitserleichterung handelt, aber nicht um eine Notwendigkeit. Es sind zumindest bei uns im Landkreis Ebersberg nur einzelne Landwirte, die davon Gebrauch machen. Die Mehrheit kommt gut ohne das Gift aus. Auch der Bauernverband und insbesondere seine Funktionäre müssen sich fragen lassen, ob sie überhaupt noch die familiär strukturierten landwirtschaftlichen Betriebe vertreten oder in erster Linie die Interessen von Großbetrieben und der Düngemittel- und Pestizidhersteller. Der Bauernverband hat einen starken Einfluss auf die Agrarpolitik in Deutschland und deren EU-Landwirtschaftspolitik. So hat Deutschland bei den letzten Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) massiv eine Umverteilung der Fördermittel zugunsten kleinerer Betriebe bekämpft. Es ist höchste Zeit, dass sich diese zusammentun und anders organisieren, auch angesichts des verheerend niedrigen Milchpreises. Ich habe den Eindruck, dass manche Bauernverbandsfunktionäre die Landwirte gegen die Verbraucher aufhetzen, um von der eigentlichen Misere einer falschen Agrarpolitik abzulenken. Aber es stimmt nicht, dass wir nicht bereit sind, faire Preise zu bezahlen. Viele Verbraucher zahlen gerne höhere Preise für Nahrungsmittel unter der Bedingung, dass diese nicht mit Pestiziden belastet sind, auf den Feldern Insekten und Amphibien unbeschadet überleben können und in den Ställen die Tiere artgerecht gehalten werden. Die Nachfrage ist sogar wesentlich größer als das Angebot. Deshalb lasst uns zusammen Konzepte entwickeln, wie eine regionale Vermarktung aussehen könnte, denn regionale Märkte sind mit Sicherheit wesentlich stabiler als der globale Markt.

Monika Ehrenböck Oberpframmern

Hanna Gersmann und Florian Prommer: Überraschende Wende: Glyphosat droht nun doch das Aus; Wirtschaft 13. Mai

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