Ungewöhnliche Jahreshauptversammlung

SPD liefert sich Schlagabtausch mit Schlachthofgegnern

Aschheim - Wohl noch vor den Sommerferien soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung mit dem Investor zu Aschheims Schlachthof-Plänen geben. Die erste öffentliche Debatte gab es bei der SPD-Mitgliederversammlung. Beteiligte am Bürgerbegehren diskutierten mit Gemeinderäten und Parteimitgliedern; lange und sehr emotional.

SPD-Ortsvorsitzender Mathias Bauer hatte teilweise Mühe, die einzelnen Redner auch ausreden lassen zu können in einer teils hitzigen Diskussion mit den eingeladenen Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Pläne für einen Schlachthof im Gewerbegebiet neben XXX-Lutz. Sabine Meier erklärte, dass in ihren Augen die SPD die Meinung der Schlachthof-Gegner nicht anerkenne. Ihre Mitstreiterin Sabine Freser-Specht warnte, dass hinter dem Investor aus Nordrhein-Westfalen noch größere Unternehmen steckten. Ihre Befürchtung ist es, dass am Ende kein regionales Fleischhandelszentrum entstünde. Bisher heißt es, dass täglich 1500 Schweine und Ringer geschlachtet werden sollen. 

Enteignung und Metzgersterben?

Für die Gemeinderatsfraktion der SPD verteidigten Carola Lampersberger und Ingrid Lenz-Aktas ihre Zustimmung zum „Fleischhandelszentrum mit Produktion“. Beide betonten, dass es auf dem elf Hektar großen Grundstück keine Erweiterungsmöglichkeiten gebe und dise Dimension weit entfernt von norddeutschen Schlacht-Fabriken sei. „Wir haben auch ein hohes Niveau an Infrastruktur, das finanziert werden muss“, sagte Lenz-Aktas. Sprich: Die Befürworter versprechen sich Gewerbesteuer, um in Aschheim weiter den gewohnt hohen Standard an öffentlichen Einrichtungen aufrecht erhalten zu können. 

Angriff aus den eigenen Reihen

Einen schweren Angriff aus den eigenen Reihen gab es von Norbert Alletter, der seine Räte nicht verstand: „Du kannst es drehen und wenden, wie du willst: Der Schlachthof ist eine Negativeinrichtung. Und ihr seid happy?“, fragte er. Alletter befürchtet, dass die Zustimmung zu dem Projekt die SPD bei den nächsten Kommunalwahlen Stimmen kosten wird: „Nur die Schwarzen verlieren bei so etwas nie.“

SPD erhofft sich Gewerbesteuer

Ingrid Lenz-Aktas machte deutlich, „dass ich dieses Gewerbegebiet nie, nie, nie wollte“. Nun bestehe es aber, und man müsse das Beste daraus machen. Die Wahl „zwischen Pest und Cholera“ sah Achim Jänsch bei der Entscheidung zwischen Logistikern, Speditionen und dem Schlachthof. Carola Lampersberger schoss auch scharf in die Richtung der Freien Wähler, die anfangs nicht öffentlich im Gemeinderat die Schlachthof-Idee mitgetragen hätten und nun das Bürgerbegehren gegen das Projekt initiiert haben: „Ich bin nicht der Typ, der sein Fähnchen im Wind dreht.“

Lampersberger ärgert sich

Mit Blick auf die Gegner und deren neuen Internet-Seite (www.schlachthof-aschheim.de) sprach Carola Lampersberger über „Dinge, die mit der Wahrheit nichts mehr zu tun haben“. So würden dort als Argumente gegen den Schlachthof eine Enteignung der Aschheimer genannt, EHEC und die Gefahr eines Metzgersterbens im Umkreis. Lampersberger hielt dagegen: „Keinem Aschheimer wird sein Grundstück weggenommen!“ Dass die Furcht vor EHEC-Bakterien übertrieben sei, erkenne man daran, dass so viele Menschen im Münchner Schlachthofviertel lebten, und zwar gern. Und das Metzgersterben: „Auf einem Schlachthof werden nicht 100 Gramm Bierschinken verkauft.“

Aschheimer sollen selbst entscheiden

Die Argumentation der Gegner ärgert Carola Lampersberger. „Ich lasse mir auch keine Mauschelei vorwerfen“, ergänzte Andreas Bichler. Und Ingrid Lenz-Aktas hielt fest: „Menschen, die sich in der Kommunalpolitik engagieren, sind keine Deppen.“

Als Fazit betonten die SPD-Gemeinderäte, dass sie sich freuen, nun den Aschheimer Bürger bei einem Rats- und Bürgerentscheid die Entscheidung zu überlassen. Die jetzt anlaufende öffentliche Diskussion solle nur auf sachlicher Ebene und die Argumente bei der Wahrheit bleiben. Ingrid-Lenz-Aktas ist gespannt: „In meinen Augen ist alles offen.“

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