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Hier soll er hin, der Schlachthof: Bürgermeister Thomas Glashauser zeigt auf dem Plan die Fläche neben XXX-Lutz.

Ratsbegehren

Aschheimer sollen selbst über Schlachthofpläne abstimmen

Aschheim - Bürgermeister Thomas Glashauser geht in die Schlachthof-Offensive. Er hat an diesem Montag, 13. Juni, das heiß diskutierte Projekt detailliert vorgestellt – und angedeutet, dass die Aschheimer selbst abstimmen sollen. Der Weg dazu: ein Ratsbegehren.

Gemeinderatssitzungen in Aschheim erfolgen in der Regel fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit – was am Donnerstag, 16. Juni, ab 19.30 Uhr im rathaus, ganz anders sein wird. Dann stehen die Planungen für den Schlachthof auf der Tagesordnung und zudem werden nichtöffentliche Beschlüsse öffentlich gemacht, weil der Grund der Geheimhaltung weg gefallen ist. In Aschheim und der Nachbargemeinde Kirchheim hat sich bereits massiver Protest gegen den Bau eines Schlachthofs im Gewerbegebiet neben XXX-Lutz formiert.

Bürgermeister schlägt Ratsbegehren vor

Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) schlägt den Gemeinderäten selbst ein Ratsbegehren vor, bei dem der Gemeinderat rechtlich verbindlich die Bürger um ihre Meinung fragt. Wenn die mehrheitlich gegen den Schlachthof stimmen, ist das Projekt gescheitert. Bei einem Ratsbegehren würde der Gemeinderat die konkrete Fragestellung für die Abstimmung der Bürger selbst formulieren. Ein Bürgerbegehren mit Unterschriftensammlungen, die bereits angelaufen sind, bräuchte es nicht mehr.

Schlachthof-Gegner sammeln Unterschriften

Die Fraktionen überlegen jetzt, und möglicherweise könnte es am Donnerstag bereits Stellungnahmen oder Antragstellungen geben. Möglicherweise legen aber auch die Schlachthofgegner schon genügend Unterschriften für einen Bürgerentscheid vor, bei dem sie die Fragestellung formulieren.

Zum Pressegespräch im Rathaus lud Glashauser ein, weil er den Eindruck hat „dass die Bürger über die neuen Medien vieles erfahren, was nicht so ganz der Wahrheit entspricht“. Deshalb berichtete er noch einmal über den Plan, wonach die für das Projekt gegründete Opus Munich GmbH auf elf Hektar ein Fleischhandelszentrum bauen will. Glashauser erklärte, dass 17 Betriebe aus der Region vorgesehen seien, die derzeit allesamt ihren Sitz am Münchner Schlachthof haben. 

Speditionen bringen wenig Ertrag

Diese Unternehmen gäben der Gemeinde Sicherheit bei den Steuereinnahmen, weil sie ihre Erträge nicht wie große Konzerne abschreiben oder im Ausland versteuern könnten. Glashauser stützt sich auf die Aussage der Investoren, dass ein Aschheimer Fleischhandelszentrum jährlich rund 250 Millionen Euro Umsatz generieren werde. „Da kann man von Gewerbesteuereinnahmen ausgehen“, sagte der Bürgermeister. Bei Logistikbetrieben, die diese Fläche reihenweise anfragten, wäre für die Kommune nicht viel übrig geblieben.

Anlieferung in bis zu 30 Lkw

Glashauser wurde auch konkret beim Thema Verkehr. Ab 4 Uhr morgens würden die Tiere aus dem Großraum München von der Autobahn her mit 25 bis 30 Lastwagen angeliefert. Der Weitertransport erfolge mit rund 50 Kleintransportern. Gegner des Projektes befürchten Geruchsbelästigungen. Glashauser versucht, das zu entkräften: Die Lastwagen würden in eingehauste Verladeplätze fahren. Baulich werde das Fleischhandelszentrum komplett geschlossen, so dass weder Lärm noch Geruch nach außen dringen könnten. 

Hochemotionales Thema

Die Angst, dass Aschheim wegen eines Schlachthofs einen schlechten Ruf bekomme, teilt Glashauser nicht. Er habe Verständnis, dass bei diesem Thema Emotionen aufwallen. Aber: „Jeder von uns streichelt gern ein junges Tier. Und die meisten von uns essen auch gern ein gutes Stück Fleisch. Was zwischen dem einen und dem anderen liegt, wollen viele nicht wissen.“ 

Öffentliche Informationsveranstaltung

Nach der Gemeinderatssitzung am Donnerstag werde noch eine öffentliche Informationsveranstaltung anberaumt, bei der auch Vertreter des Investors vertreten sein werden. Durch das von Glashauser angeschobene Ratsgehren – „Ein Ansatz meinerseits“ – dürfte das Projekt mit einem Jahr Planung rund ein halbes Jahr verzögert werden. Sollten die Bürger mehrheitlich für das Vorhaben abstimmen, wäre laut Glashauser der Baubeginn 2017 und die Fertigstellung 2018 auf dem elf Hektar großen Gelände realistisch. Stimmen sie mit Nein, ist der Schlachthof gestorben.

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