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"Das ist ein reines Spaßgerät": Mit diesem Segway kann sich Manfred Herbke noch nicht recht anfreunden.

Aschheimer Umwelttag: Mit neuen Ideen in die Zukunft

Aschheim - Nicht jeder muss das Rad für sich neu erfinden. Deshalb kooperiert der Landkreis München mit der Region Steinfurt und vergleicht bei Besuchen den Stand der eigenen Energievisionen. Anlässlich eines Besuchs aus Steinfurt im Landkreis München richtete die Gemeinde Aschheim am Marktplatz ein Umweltfest aus.

  Alle zwei Jahre hält die Gemeinde Aschheim ihren eigenen Umwelttag ab und eigentlich wäre dieses Jahr Pause gewesen. Die Idee, zusammen mit dem Landkreis das Fest auszurichten, kam da wunderbar gelegen. 

Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) war bei dieser Gelegenheit der Erste, der umweltfreundliche Fortbewegungsgeräte ausprobierte. Auf einem nur mit den Füßen und mit Hilfe von Gleichgewichtsverlagerungen gesteuerten Segway flitzte er zwischen den Biertischreihen hindurch. 

Im Mittelpunkt aber stand die Abordnung des Landkreises Steinfurt, die vor dem Umweltfest unter anderem die Unterhachinger Geothermiezentrale besichtigt hatte. Die Gäste waren sehr angetan, wie sich viele Kommunen des Landkreises mit millionenschweren Geothermie-Investitionen für die Zukunft rüsten. Ulrich Ahlke, der Leiter des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kreis Steinfurt, erklärte mit Blick auf die Münchner Wärmegewinnung aus heißem Erdwasser, dass in seiner Region nordwestlich von Münster die Geothermie-Voraussetzungen im Boden auch gegeben seien. Nur die Finanzverhältnisse des Landkreises München habe man nicht: „In Nordrhein-Westfalen gehören wir zu den finanzstärkeren Landkreises, aber das hier im Kreis München ist etwas ganz anderes.“ 

Die Aschheimer Kreisrätin Ingrid Lenz-Aktas (SPD) war vor einem Jahr mit einer Münchner Delegation nach Steinfurt gereist und sah dort auch interessante Ansätze. So habe der Landkreis mit seinem Projekt „Energieland 2050 eine Art Agentur geschaffen, die als Dienstleister für die teilweise sehr finanzschwachen Gemeinden arbeite. Im Landkreis München sei die Umsetzung der Energievision quasi komplett die Aufgabe jeder einzelnen Kommune. Ulrich Ahlke möchte die Menschen dazu bringen, die Energiewende nicht als Risiko, sondern als Chance zu sehen: „Alleine der Landkreis Steinfurt gibt jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro für Strom aus. Rund 80 Prozent dieses Betrages geht aus unserem Landkreis heraus.“ 

Die zahlreich gekommenen Aschheimer Bürger hatten bei dem Umweltfest die Gelegenheit, auszuprobieren, wie man sich in Zukunft umweltfreundlich fortbewegen kann: An dem Stand der Firma“ e-future“ aus Feldkirchen standen diverse Segways mit unterschiedlichen Steuermöglichkeiten zum Ausprobieren bereit. Firmeninhaberin Alice Lindl hat aber derzeit noch das Problem, dass es keine Regelungen für diese Fortbewegungsmittel gibt und die Fortbewegung auf Straßen und Gehwegen eine rechtliche Grauzone ist. Die Feldkirchenerin erhofft sich noch bis Ende dieses Jahres eine EU-Gesetzgebung zu diesen E-Mobilen. 

Manfred Herbke aus Aschheim sagte nach einer Probefahrt mit dem kniegesteuerten Segway, er halte es für „ein reines Spaßgerät“. Er will lieber weiterhin sein Fahrrad nutzen und seine Sachen mit dem Radanhänger zum Wertstoffhof transportieren. Über einen Segway wolle er erst dann nachdenken, wenn er mit Anhänger zu haben sei, sagte Herbke.

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