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Vor dem Rathaus aufmarschiert: „Animals United“ zieht die Aktion bis zur Gemeinderatssitzung durch.

Vor Aschheimer Rathaus

Tierschützer-Demo gegen  den Schlachthof

Aschheim - Die Schlacht um einen neuen Schlachthof in Aschheim ist längst eröffnet. Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 14. Juli, kamen einige Dutzend Tierschutzaktivisten vor dem Rathaus zusammen, um gegen das Töten von Tieren generell zu protestieren. Vielen Aschheimern selbst geht es vor allem darum, dass der Betrieb nicht in ihre Gemeinde kommt.

Viktor Gebhart, der Initiator der eher spontan geplanten Aschheimer Aktion, wurde in sozialen Netzwerken auf den Aschheimer Protest gegen einen geplanten Schlachthof aufmerksam, in dem auf einer Fläche von elf Hektar ab 2018 rund 1500 Tiere täglich geschlachtet werden sollen. Die Mehrheit des Gemeinderates befürwortet ein Fleischhandelszentrum, das die Opus Munich GmbH aus Stadtlohn bauen möchte. Doch letztlich werden wohl die Aschheimer selbst über den Bau abstimmen, bei einem kombinierten Rats- und Bürgerentscheid (wir berichteten).

Aktivisten beschmieren weiße Kittel mit Blut 

Der harte Kern der Aktivisten unter den rund 60 Demonstranten hatte sich in weiße Kittel gekleidet und diese mit Blut beschmiert. „Wir wollen den Gemeinderäten zeigen, dass auch sie Blut an ihren Händen haben“, sagte Gebhart. Zusammen mit den Gästen rief er immer wieder: „Zeigt Herz und Mut gegen Schlachtung, Kommerz und Blut.“ Die Gruppe aus dem Münchner Umland ist bei „Animals United“ eine von 14 deutschlandweit tätigen Aktionsgruppen.

Generell gegen das Töten von Tieren

Während die Initiatoren erzählten vom Ablauf der Schlachtungen, über die Arbeiter bis hin zu den Folgen in Aschheim, hielten die Menschen Tafeln hoch und zeigten sie Hunderten vorbei fahrenden Autos. „In einem Schlachthof arbeiten Menschen, die lernen müssen, nichts mehr zu fühlen“, erzählte Viktor Gebhart etwa den Passanten und rund zwei Dutzend Bürgern aus Aschheim und Kirchheim, die zu der Aktion gekommen waren. Er appellierte an die Menschen, das Leben der Tiere zu achten: „Für den Profit ist es egal, ob ein Kind in Afrika, eine Näherin in Indien oder ein Tier in Aschheim ausgenützt wird“, sagte der Sprecher der Aktion. 

Während eine Facebook-Gruppe und die Initiatoren des Bürgerbegehrens einen Schlachthof in der Gemeinde Aschheim verhindern wollen, gehen die Aktivisten von Animals United viel weiter. Ihr Traum von einer besseren Welt ist ein verändertes Konsumverhalten der Menschen, dass Tiertötungen und Schlachthöfe überall überflüssig macht.

Karl-Heinz Böhms Tochter Daniela vorne dabei

Mit dabei war gestern auch Daniela Böhm, die Tochter des 2014 verstorbenen Schauspielers Karl-Heinz Böhm. Sie hielt bereits zehn Mahnwachen am Münchner Schlachthof und übergab diese Woche der Landeshauptstadt München eine Petition mit 80.000 Unterschriften wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. „Sollte in Aschheim wirklich ein Schlachthof gebaut werden, dann halte ich auch hier Mahnwachen“, sagt sie.

Vier Stunden lang erzählten die Aktivisten mit Viktor Gebhart und Daniela Böhm an der Spitze den Aschheimern, dass Tiere auch Gefühle haben. „Egal ob an dem Münchner Schlachthof oder hier in Aschheim, die Tiere werden nirgendwo tot gestreichelt.“

Die Aschheimer werden bald selbst über das Projekt entscheiden.

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