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Nachhaltig und mobil: Die vorgefertigten Betonmodule werden zur Wohnanlage zusammengesetzt.

Mobile Cubes in Aschheim

Betonwürfel für 48 Menschen

Aschheim - Die Gemeinde Aschheim hat nun die endgültige Entscheidung getroffen, eine Asylbewerberunterkunft für knapp 50 Menschen an der Alpenstraße zu errichten.

Die Freien Wähler votierten gegen die Anschaffung der mobilen Wohnkörper und wollten erst einmal die weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Europa abwarten. 

Die „Mobile Cubes“ kosten die Gemeinde Aschheim 1,195 Millionen Euro, die über den Nachtragshaushalt abgerechnet werden. In zwölf Modulen für Wohnen und zwei Modulen für Gemeinschaftsräume entstehen eher hochwertige Wohnverhältnisse für bis zu 48 Menschen.

 Die Gemeinde Aschheim verbindet mit der Entscheidung die Hoffnung, vom Landratsamt vor allem Familien zugeteilt zu bekommen. Die mobile Wohnanlage in Betonbauweise hat laut den Herstellern eine Lebensdauer von rund 50 Jahren und kann mit überschaubarem Aufwand an andere Standorte verlegt werden. Die Befürworter des Projektes von der CSU und der SPD sehen in den Cubes im Falle keiner Nutzung für Asylbewerber die Möglichkeit, Wohnraum für Gemeindeangestellte, Kinderbetreuerinnen oder Sozialhilfeempfänger zu schaffen. Bernhard Stilling (CSU) rechnete seinen Kollegen im Gemeinderat vor, dass die Kosten dieser neuartigen Form von Wohnraumschaffung im bundesweiten Vergleich mit anderen Bauformen Mittelwerte ergeben. Florian Meier (CSU) ergänzte, dass die Kosten von 1,2 Millionen Euro durch herkömmliche Mietpreise locker wieder herein kommen. 

Kritik und letztlich auch die fünf Gegenstimmen kamen von den Freien Wählern, denen die Flüchtlingssituation derzeit zu unsicher ist. Robert Ertl (FW) betonte, dass in der Gemeinde derzeit kaum anerkennungswürdige Flüchtlinge untergebracht und Neubelegungen offen seien: „Wenn wir da Gemeinde-Mitarbeiter in die Cubes setzen, schmeißen wir sie wieder raus bei neuen Asylbewerberzuteilungen?“ Heinrich Broda („Andere Gemeinden tun auch nichts“) plädierte ebenfalls für eine abwartende Haltung.

Diese Stellungnahmen brachten Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) ziemlich auf die Palme. Er verwies darauf, dass nach dem aktuellen Stand die Containeranlage im Dornacher Gewerbegebiet Ende des Jahres abgebaut werde: „Wenn die Anlage wegfällt, haben wir mit offiziell 30 untergebrachten Flüchtlingen die schlechteste Quote im Landkreis. Das werde ich sicher nicht unterstützen.“ Ingrid Lenz-Aktas (SPD, „Es ist mehr als unbefriedigend, dass man derzeit gar nichts hört von der oberbayerischen Regierung“) erwartet, dass jederzeit wieder große Flüchtlingsströme nach Deutschland kommen können. Florian Meier erinnerte die Freien Wähler an das vergangene Jahr, als ein leer stehendes Bürogebäude über Nacht zu einer Erstaufnahmeeinrichtung wurde: „Da wären wir froh gewesen, etwas gehabt zu haben.“ Letztlich wurde gegen die fünf Stimmen der Freien Wähler beschlossen, die mobilen Wohnmodule anzuschaffen.

Als Standort wurde der Parkplatz gegenüber der Altenwohnanlage an der Alpenstraße festgelegt. Die detaillierte Situierung bestimmt demnächst der Bauausschuss nach dem Mutterbodenabtrag.

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