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Kleines Schild, große Wirkung: Die Sperre der Münchner Straße in Feldkirchen ist ein Ärgernis. Vor allem, weil sich sowohl Gemeinde als auch Gewerbetreibenden nur unzureichend informiert fühlen.

Münchner Straße in Feldkirchen: Großer Ärger wegen Straßensperre

Feldkirchen - Ein echtes Ärgernis ist derzeit die Sperre der Münchner Straße in Feldkirchen. Autofahrer ohne Ortskenntnis irren hilflos durch die Straßen, weil keine Umleitung ausgeschildert ist. Und die Geschäftsleute müssen zähneknirschend finanzielle Einbußen hinnehmen, weil bei ihnen kaum einer mehr anhält. Sie sind sauer.

Seit dem 10. Oktober ist die Münchner Straße für Autofahrer, die aus München-Riem kommen, komplett gesperrt. Wer vom Feldkirchner Rathaus in Richtung Messe fährt, kommt nur noch bis zur Ludwigstraße. Die Betreiber beiden Tankstellen sind über diese Maßnahme ebenso entsetzt wie verärgert, ihnen fehlt fast die Hälfte der Kunden. Dies trifft auch auf die Bäckerei Aumiller zu, direkt gegenüber der Volkshochschule. 

Im Frühjahr hatte das Straßenbauamt Freising der Gemeinde angekündigt, dass die Münchner Straße (M18) saniert würde. „Das war aber ohne Datum. Erst am 15. September erhielten wir das Datum der Sperre mit 10. Oktober und haben das auf unserer Homepage auch kommuniziert“, sagt Bürgermeister Werner van der Weck (SPD). Die Auskunft, die offensichtlich bei den betroffenen Unternehmen nicht ankam, war, dass die Münchner Straße ab dem Kreisel Olympiastraße in Richtung Feldkirchen gesperrt wird.

 „Wir waren völlig entsetzt, als wir feststellen mussten, dass am vergangenen Montag fast keinen Frühstücks-Kunden zu uns kamen. Wir hatten die Kühlschränke voll und auch schon jede Menge vorbereitet“, sagt kopfschüttelnd ein Mitarbeiter der Shell-Tankstelle. Neben dem Kraftstoff wird dort jeden Morgen sehr viel an Brötchen, Brezn und Wurst umgesetzt. Damit ist jetzt erst einmal Schluss, weil aus Richtung München keiner mehr kommen kann. „Die hätten uns doch wenigstens informieren können, dann hätten wir nicht so viel vorbereitet“, sagt der Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. 

Hans Deichselberger ist seit 15 Jahren Pächter der wenige hundert Meter entfernt gelegenen Jet-Tankstelle. „Uns fehlt mindestens die Hälfte der Kunden, nicht nur bei Benzin und Diesel, vor allem auch bei Getränken, Snacks, Süßigkeiten, Zeitungen und Tabakwaren.“ Er ärgert sich schon seit Jahren darüber, dass die Bäume vor seiner Tankstelle immer größer werden und Schilder verdecken. „Ich habe mich mehrfach bei der Gemeinde darüber beschwert, und gebeten, dass die Bäume zurück geschnitten werden, doch die sagen, sie sind dafür nicht zuständig. Und jetzt noch die Straßensperrung, das ist einfach unglaublich“, schimpft Deichselberger. 

Gerade kommt eine ältere Dame völlig aufgelöst in seinen Verkaufsraum, sie will weder Sprit noch Süßigkeiten: „Ich habe einen Termin in München, die Straße ist gesperrt und keine Umleitung ausgeschildert – wie komme ich denn dorthin?“ Der Tankstellenpächter erklärt in aller Ruhe, wie sie es schaffen kann. Umsatz bringt das natürlich nicht. 

Der fehlt auch der Bäckerei Aumiller direkt an der Kreuzung Aschheimer-/Münchner Straße. „Also genaue Zahlen habe ich nicht, aber die Kundenzahl ist schon sehr deutlich geringer. Informiert wurden wir von niemand, am Montagmorgen stand eben das „Durchfahrt verboten“-Schild da“, sagt Verkäuferin Renate Hufnagl.

 Nach Angaben des Bauamts sollte die Sperre am Freitag, 21.Oktober, aufgehoben sein. Ist sie aber nicht. Laut Bürgermeister van der Weck liegen bereits Verlängerungsanträge bis mindestens Montag, 24.Oktober, vor. „Wir rechnen mal eher mit Ende Oktober“, sagte er. Zusätzlich wird in der kommenden Woche auch die B 471 quer durch Feldkirchen für einen Tag halbseitig gesperrt. Und wie Rathaus-Geschäftsleiter Heinz-Josef Reiser sagte, weiß niemand, an welchem Tag genau das sein wird. Den Unmut wird das nicht besänftigen.

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