Die AlB-Befallszonen sind rot gestrichelt markiert. 

Gemeinderat: Abschneiden der Bäume beeinträchtigt Lebensqualität

Protest gegen weitere Fällungen verhallt

„Außer dem Umschneiden fällt nach über zwei Jahren nichts ein.“ Die Wut im Feldkirchner Gemeinderat ist groß. 

Feldkirchen - Monatelang hatten die Mitglieder auf Antworten zum Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) gewartet. Einige ihrer Fragen wurden zwar jetzt beantwortet. Zufrieden sind die Lokalpolitiker aber nicht.

In der Sitzung des Gemeinderats lieferte Elke Zahner-Meike von der Pressestelle der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising einige Antworten. Doch den Unmut der Gemeinderäte konnte sie nicht besänftigen: „Außer dem Umschneiden fällt nach über zwei Jahren nichts ein“, ärgerte sich Herbert Vanvolsem (CSU). Thomas Zimmermann (UWV) ergänzte: „Ein einziges Bohrloch in Feldkirchen macht die Lebensqualität der Menschen kaputt.“ Dem Ärger der Räte versuchte Elke Zahner-Meike mit sachlichen Informationen zu begegnen: „Im März fanden Baumkletterer Bohrlöcher im Riemer Gewerbegebiet sowie im Riemer Wäldchen auf Feldkirchner Gebiet“, berichtete sie. Zweifelsfrei nachgewiesen wurden die charakteristischen ALB-Befallsmerkmale an fünf Bäumen in Riem sowie an zwei Bäumen im Wäldchen, nördlich der dortigen Landebahn. „Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, werden im Umkreis von Hundert Metern die 16 Pflanzengattungen gefällt, die der ALB besiedelt.“ Diese Fällungen ab 20. Juli betreffen auch das kleine Waldstück, das zu Feldkirchen gehört und als Ausgleichsfläche angelegt wurde – übrig bleiben nur Kiefern und Eichen. „Durch die neuen Befunde wird die Quarantänezone etwas nach Westen in Richtung München verschoben, aber bis 31. Dezember 2020 verlängert“, erläuterte die LfL-Vertreterin. 

„Wir sind also seit 2014 keinen Schritt weiter als bis zur Motorsäge? Zwei Jahre Forschung und Experten-Wissen führt noch immer nur zum Fällen? Was ist mit Pheromonfallen, Insektiziden und Bauminjektionen?“, fragte Vanvolsem. „Pheromonfallen dienen nur zum Erkennen des Käfers, nicht zum Ausrotten. 

Insektizide wie in den USA töten alles ab, die sind bei uns nicht zugelassen. Und Injektionen sind viel zu teuer und zu aufwändig, 

das geht nur für Einzelbäume, nicht für Wälder“, antwortete Zahner-Meike. Landschaftsgärtner Thomas Zimmermann kann das Vorgehen der LfL nicht verstehen: „Wir haben in Feldkirchen ein einziges Bohrloch gefunden, keinen Käfer. Nach der Horror-Prognose, nachdem ja alles gefällt wurde, müssten wir heute 15 000 Käfer bei uns haben – aber es gibt keinen. Selbst der Bund Naturschutz sagt, das Fällen ist völlig überzogen und tötet viel mehr Bäume, als es der Käfer je schaffen würde.“ 

Andreas Janson (UWV) verwies auf 70 gesunde, gefällte Bäume am Friedhof: „Da waren 100 Jahre alte Bäume dabei, ohne dass ein einziger Käfer oder ein einziges Bohrloch gefunden worden war.“ 

Auch für Verena Claudi (SPD) ist das Fällen falsch: „Wenn ich drei Jahre lang Bäume fälle und finde immer noch neue Käfer – dann ist mein Ansatz falsch. Da muss ich eben anders herangehen und Paletten aus China und asiatische Bäume beim Discounter verhindern.“ Elke Zahner-Meike musste eingestehen, dass man Fortschritte gemacht, aber keine echte Lösung gefunden habe. „Wir sind noch etwas schneller als der Käfer“, meinte sie schmunzelnd, da der ALB als äußerst träge gilt. Baumschulen und Förster seien bereits geschult, bei den Discountern will die LfL demnächst aktiv werden, mit dem Ziel, dass dort keine chinesischen Bäume mehr verkauft werden.

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