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Nur ein Stammzellenspender kann ihn retten: Alex aus Feldkirchen mit FC-Bayern-Schnuller.

Typisierungsaktion

Rette Alex! Der Bub braucht eine Knochenmarkspende

Feldkirchen - Alex ist etwas mehr als drei Monate alt. Er leidet an einer seltenen Immunkrankheit. Er benötigt neue Stammzellen. Wenn er keinen passenden Spender findet, wird Alex sterben.

Am Mittwoch vor drei Wochen, um 8 Uhr abends, entschließen sich Laura Haimerl, 27, und Markus Sperl, 31, ihren elf Wochen alten Sohn Alex in die Klinik nach Schwabing zu fahren. Zuvor waren sie bei einem Kinderarzt, der bei Alex allerdings nichts Auffälliges fand. Als sie wieder zuhause in Feldkirchen sind, messen sie noch einmal Fieber: 39,7 Grad Celsius zeigt das Thermometer. Es ist wahrscheinlich so etwas wie mütterlicher Instinkt. Laura Haimerl spürt, dass Alex an mehr leidet als nur Fieber. Sie drängt: Wir bringen ihn jetzt ins Krankenhaus.

Suche nach genetischem Zwilling

Laura Haimerl und Markus Sperl ahnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ihnen eine Belastungsprobe bevorsteht, die so gewaltig ist, dass ihre Leben in den nächsten Wochen gewaltig durcheinandergewirbelt werden. Alex, ihr erstes gemeinsames Kind, ist todkrank. Die unaussprechliche Krankheit lautet Hämophagozytische Lymphohistiozytose, kurz HLH, oder anders gesagt: Alex’ Immunsystem greift seinen eigenen Körper an. Seine einzige Rettung ist eine Stammzellenspende. Alex wird sterben, außer man findet seinen genetischen Zwilling.

"Sei ein Held - rette Alex"

Die Suche läuft. Eltern, Verwandte, Freunde, Arbeitskollgen veranstalten gemeinsam mit der gemeinnützigen DKMS eine Typisierungsaktion für Alex am Sonntag, 11. September, von 11 bis 16 Uhr in der Mehrzweckhalle in Feldkirchen. Das Motto: „Sei ein Held – rette Alex!“

Doch nicht nur andere, auch Alex kämpft um sein Leben. An dem Abend vor drei Wochen nehmen ihm die Ärzte im Krankenhaus Blut ab, immer und immer wieder. Daraufhin läuft er kreidebleich an. Doch was mit ihm ist, erfahren die Eltern zunächst nicht. Markus Sperl fährt um 22.45 Uhr nach Hause. Um drei Uhr früh klingelt ihn eine Ärztin aus dem Bett. Er soll schnell in die Klinik zurückkommen, sagt sie. Es ist ernst. Am Tag darauf nach weiteren Untersuchungen schließlich die schreckliche Diagnose: HLH. „HLH? Wie bitte?“, das war das Erste, an das Markus Sperl dachte. 15 Minuten lang haben die Ärzte versucht, die Eltern über die Krankheit aufzuklären. Mindestens vier Wochen müsse Alex stationär bleiben, sagten sie. „Erst allmählich haben wir das überissen“, sagt Sperl.

Patchworkfamilie hält zusammen

Der 31-Jährige arbeitet seit acht Jahren als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Außerdem ist er ehrenamtlich bei den First Respondern in Feldkirchen tätig. Er hat daher schon viel gesehen. Er hatte auch schon mit todkranken Kindern zu tun. Aber freilich trifft es einen anders, wenn das eigene Kind betroffen ist.

Markus Sperl, Laura Haimerl und die drei Kinder sind eine sogenannte Patchwork-Familie. Die Eltern sind unverheiratet. Die beiden älteren Kinder, vier und sechs Jahre alt, stammen von einem anderen Vater. Doch der Familienzusammenhalt ist riesig. Markus Sperl erzählt: „Als wir unserer Tochter erklärt haben, was mit ihrem Bruder ist, hat sie gesagt, die Ärzte sollen ihr Blut abnehmen.“ Doch wegen ihres jungen Alters kommt Alex’ Schwester nicht als Spenderin in Frage. Nur wer zwischen 17 und 55 Jahren alt und gesund ist, kann helfen.

Alex schwebt in Lebensgefahr. Vor Kurzem wurde er zwar von der Intensivstation auf die onkologische Station verlegt. Doch sein Immunsystem ist so schwach, dass ihn ein Nieser eines anderen Menschen in seiner Nähe umbringen könnte. Daher dürfen sich selbst seine Eltern nur mit Kittel und Mundschutz bei ihm aufhalten.

Eltern wechseln sich am Klinikbett ab

Der Alltag von Laura Haimerl und Markus Sperl ist keiner mehr. Sie leben seit Wochen in Schichten. Einer von beiden bleibt immer bei Alex im Krankenhaus. Der andere kümmert sich zuhause um die beiden anderen Kinder, wäscht, geht Einkaufen – Dinge eben, die erledigt werden müssen. Abends setzt sich Sperl an den Computer. Er hat ein Plakat erstellt, auf dem auf die Typisierungsaktion hingewiesen wird. Dieses hat er unzählige Male ausgedruckt. Er hat sich vorgenommen, ganz Feldkirchen damit zu zukleistern. Am Rathaus, beim Bäcker, Metzger, Kioske – jeder soll auf die Aktion aufmerksam gemacht werden. Sperl sagt: „Auch der Mister 08/15, der am Bushäusl steht, kann  der passende Spender sein.“

Typisierungsaktion am 11. September in Feldkirchen

Jeder, der gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich am Sonntag, 11. September, von 11 bis 16 Uhr in der Mehrzweckhalle in Feldkirchen als potenzieller Stammzellenspender bei DKMS registrieren lassen. Laut Laura Riedlinger von der DKMS dauert das Ganze ohne Wartezeit rund 15 Minuten. Wer an der Aktion teilnimmt, dem wird fünf Milliliter Blut abgenommen. Das ist also nicht mehr als ein Pikser in die Armvene.

Zuvor muss man noch zwei Einverständniserklärungen unterschreiben, die unter anderem den Datenschutz betreffen. In einem Labor in Dresden werden anschließend die Gewebemerkmale bestimmt und in eine weltweite Datenbank eingespeist. Deutschlandweit sind 4,6 Millionen Spender bei der DKMS registriert.

Spendenkonto

Da für die Registrierung eines jeden neuen Spenders 40 Euro Kosten anfallen, bittet die DKMS um Spenden. Auch bei der Aktion in der Feldkirchner Mehrzweckhalle hat man dazu die Möglichkeit. 

Außerdem hat die DKMS für Alex ein Spendenkonto eingerichtet: 

IBAN: DE38 7025 0150 0028 1575 92 

BIC: BYLADEM1KMS 

Verwendungszweck: Alex 

Zudem bittet Alex’ Vater um Sachspenden von Metzgern, Bäckern oder Getränkemärkten für die Typisierungsaktion. Wer helfen kann, soll sich melden unter Tel. 0176/608 25 187 oder per Mail an sei-ein-held-rette-alex@gmx.de. 

Hier die offizielle Facebook-Seite.

rat

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