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Glücklich: (v.l.) Renate Zapf, Bernhard Goldemann, Sabine Freser-Specht und Sabine Maier freuen sich über das Scheitern der Schlachthof-Pläne.

Nach Ergebnis des Bürgerentscheids

Schlachthof Aschheim: Die letzte Schlacht

Aschheim - Das Ergebnis des Bürgerentscheides zum Schlachthof hat sich angedeutet. Vor den Wahllokalen haben sich am Wahltag Aktivisten der Tierschutzorganisation Animals United versammelt.

Als die Wahllokale schließen, fallen die letzten Sonnenstrahlen auf Aschheim. Ein Mann und eine Frau sitzen vor dem Kulturellen Gebäude auf einer Bank. Anders als die Menschentraube neben ihnen, die überwiegend aus Schlachthofgegnern besteht, warten sie auf nichts – weder auf das Ergebnis des Bürgerentscheides zum Schlachthof noch darauf, dass Bürgermeister Thomas Glashauser eintrudelt. Das Ehepaar genießt das wunderschöne Herbstwetter an diesem Sonntagabend. Seit acht Jahren leben die beiden in Aschheim. Die Gemeinde im Osten des Landkreises ist zu ihrer Heimat geworden. Daher haben sie soeben gegen die Ansiedlung eines Schlachthofes gestimmt. Der Mann sagt zu seiner Frau: „Sollte der Schlachthof wirklich kommen, ziehen wir weg.“ Die Frau nickt entspannt – so als ob sie das Ergebnis schon ahnen würde. Warum? „Den Tod, den riecht man“, sagt sie. Sie sei bei diesen Dingen eben sehr emotional. 

Sie wird den Tod nicht riechen. Die Aschheimer haben sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen, dass in ihrer Gemeinde wöchentlich tausende Rinder und Schweine geschlachtet werden. Das hat sich tagsüber schon angedeutet.

Animals United positioniert sich vor dem Kulturellen Gebäude 

Verkleidet: Reinhold Ritter von Animals United im Kuh-Kostüm.

Vor dem Kulturellen Gebäude, einem von zwei Wahllokalen in der Gemeinde, haben sich seit 8 Uhr vormittags Aktivisten der Tierschutzorganisation Animals United positioniert. Sie stehen an der Straße und halten Schilder mit Anti-Schlachthof-Parolen hoch. Reinhold Ritter ist als Kuh verkleidet. Autofahrer, die vorbeifahren, zeigen den Daumen nach oben. Viktor Gebhart verteilt Flyer an Wähler, die Richtung Abstimmungslokal gehen. Das ist erlaubt. Schließlich beträgt die Bannmeile rund um die beiden Wahllokale lediglich 20 Meter. Gebhart sagt: „Wir wollen aufklären, damit jemand, der gegen den Schlachthof ist, auch so abstimmt.“ Das Feedback sei durchweg positiv. Einmal laufen eine ältere Frau und ein älterer Herr an den Aktivisten von Animals United vorbei. Diese wollen ihnen einen Flyer in die Hand drücken. Der Mann sagt: „Danke, aber wir haben schon abgestimmt. Und zwar richtig, keine Sorge.“ Die Frau fragt einen von Animals United: „Sind Sie die Freien Wähler?“ Die Freien Wähler hatten sich, anders als SPD und CSU, gegen einen Schlachthof ausgesprochen. 

Nach 18 Uhr stehen Günter Sassmann und Bernhard Goldemann von den Freien Wählern im Erdgeschoss des Kulturellen Gebäudes. Auch Bürgermeister Thomas Glashauser ist inzwischen eingetroffen. Sie beobachten die Auszählung. Wahlhelfer ritzen mit einem Messer die Briefwahlunterlagen auf. Dann werden die Wahlzettel nach Pro- und Contra-Schlachthof sortiert. An einem Tisch sieht man schon das Ergebnis: Ein Stapel ist deutlich höher als der andere. Glashauser ahnt da schon, wie dieser Abend ausgehen wird. Er sagt: „Es wird in die Richtung laufen, dass der Schlachthof abgelehnt wird. Es sind tiefe Gräben entstanden in Aschheim. Darum ist ein eindeutiges Ergebnis so wichtig.“ 

Die Gegner jubeln

Das Ergebnis ist eindeutig: Um 20.30 Uhr stehen rund 30 Menschen in einem Halbkreis im Erdgeschoss des Kulturellen Gebäudes. Der Abstimmungsleiter Christian Schürer verkündet soeben das Ergebnis. Als er die Zahlen nennt, jubeln fast alle, insbesondere die Initiatoren des Bürgerbegehrens, Sabine Maier, Renate Zapf und Sabine Freser-Specht. Thomas Glashauser dagegen beißt sich auf die Lippen. Gleichwohl hat er das alles schon geahnt. Umgehend gratuliert er den drei Frauen, den Köpfen des Widerstandes. Glashauser sagt: „Ich bin froh, dass das Ergebnis so eindeutig ist.“

Lesen Sie hier unseren Live-Ticker über den Bürgerentscheid zum Schlachthof in Aschheim. 

rat

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