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Glaubt nicht an Versprechungen: Sabine Freser-Specht von der Gruppe „Aschheimer gegen Schlachthof“.

Info-Abend des Investors

Todesstoß für Schlachthof-Pläne in Aschheim?

Aschheim - Beim Thema Schlachthof wird Aschheim hochemotional. Die Informationsveranstaltung der Investoren am Freitagabend drohte mehrfach aus dem Ruder zu laufen.

In den vergangenen Tagen haben die Aschheimer einen wunderbaren Hochglanzprospekt mit den Argumenten für eine Schlachthofansiedlung auf einer elf Hektar großen Fläche hinter den Aschheimer Möbelhäusern direkt an der Autobahn in die Briefkästen geworfen bekommen. Am Freitagabend stellte sich der Initiator Albert Oppenheim und der aus London eingeflogene Projektentwickler Roland Pickstock den Fragen der Bürger. Nicht alle Fragesteller bekamen aber ihre Fragen beantwortet in einer teilweise chaotischen Veranstaltung.

Tierschützer entern die Bühne

Die Gastgeber wollten vor rund 400 Gästen im Kulurellen Gebäude zuerst einen Imagefilm für das Schlachthof-Projekt zeigen, um dann im kleinen Rahmen mit den Bürgern zu sprechen. Viele Menschen waren entsetzt und wütend, dass eine öffentliche Diskussion nicht erfolgen sollte. Die ersten gingen da schon nach Hause, als junge Tierschützer Parolen skandierend mit einem Plakat die Bühne enterten. Die jungen Damen beendeten ihre kleine Demo erst, als ihnen mit der Polizei gedroht wurde.

Tierschützer entern die Bühne.

Nach den verbalen Tumulten in den ersten Minuten der Informationsveranstaltung wurde über die Sache diskutiert. Auf der Bühne standen der Initiator und Antragsteller Albert Oppenheim sowie Projektentwickler Roland Pickstock, der mit der Pickstock-Gruppe das Geld für das Projekt zur Verfügung stellen möchte. Die Fragen beantwortete aber in der Regel Christian Hüsken, Rechtsanwalt des Projektes. Die Bürger fühlten sich eher abgewürgt als verstanden und zeigten immer wieder bei den Antworten ihr Missfallen zu den Auskünften Hüskens. Der englische Gast Roland Pickstock konnte mangels Deutschkenntnissen nicht mitdiskutieren.

Norbert Alletter aus Aschheim fragte, ob nicht die Versorgung Münchens und das Interesse am Schlachthofviertel an der Zenettistraße in der Innenstadt als Baugebiet die eigentlichen Gründe für den neuen Schlachthof seien. Immobilienspekulation. Die Antwort, dass mit Metzgereibetrieben aus München und der Region gesprochen werde, ließ Teile der Frage offen.

Projektentwickler Roland Pickstock (l.) und Albert Oppenheim.

Sabine Freser-Specht, die in der Facebook-Gruppe „Aschheimer gegen Schlachthof“ engagiert ist, hat in den letzten Monaten viel recherchiert über Schlachthöfe. „Diese Einrichtungen haben marginale Gewinne und zahlen marginale Gewerbesteuern“, sagte sie. Daran schloss die Frage an, wie die Projektentwickler zu der Aussage kommen, Aschheim werde künftig eine jährliche Gewerbesteuer in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro bekommen. „Die Berechnung habe ich nicht da“, war die Antwort des Rechtsanwalts. Seine Andeutung, bei Interesse den Businessplan des Projektes öffentlich zu machen, blieb vage.

„Die haben Angst, Zahlen und Fakten öffentlich zu nennen“, sagte Andrea Bieringer. Sie sei mit einer Meinung zu dem Thema gekommen, wollte sich nun aber sachlich die Pro-Argumente für einen Schlachthof anhören. Die Aschheimerin war anfangs entsetzt, dass es keine öffentliche Diskussion geben sollte. Als dann doch die Fragen über Mikrofone gestellt werden durften, hatte sie immer wieder den Eindruck, die Schlachthof-Planer hätten etwas zu verbergen. 

Biogasanlage sowieso vom Tisch

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte Initiator Albert Oppenheim verlauten lassen, dass die Pläne für eine Biogasanlage vom Tisch sind (wir berichteten). „Wir kommen dem Wunsch der Aschheimer und Dornacher Bürger nach“, erklärte Oppenheim in der Pressemitteilung. So garantierte er im Vorfeld des Bürgerentscheides vom 9. Oktober, dass „mindestens zehn regionale, bayerische Metzgereibetriebe“ angesiedelt würden in der Metzgereigemeinschaft an der A 99. Er bat aber um Verständnis, angesichts laufender Verhandlungen mit den Betrieben keine Namen nennen zu können. Dies werde nachgeholt.

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