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„Vielleicht bin ich ja ein bisschen buddhistisch angehaucht“, sagt Robert Finkel über sich selbst (Bild oben). Auf jeden Fall hat der 54-Jährige mit Kraft und Zuversicht weitergemacht, nachdem ein Hilfskoch vor 18 Monaten sein Lebenswerk, die Eventanlage „Roberto Beach“, in Schutt und Asche gelegt hatte.

Nach Großbrand

Wieder Leben am „Roberto Beach“ in Aschheim

Aschheim - Vor 18 Monaten hat ein Hilfskoch die Eventanlage „Roberto Beach“ in Aschheim angezündet. Der Schaden lag bei 2,5 Millionen Euro; ein Jahr lang musste der Betrieb schließen. Inzwischen hat Robert Finkel seine „kleine Oase“ wieder aufgebaut.

Der Mann, der im Alleingang und binnen weniger Stunden das Lebenswerk von Robert Finkel zerstört hat, steht am 18. April dieses Jahres vor dem Münchner Landgericht. Edilson P. wird an diesem Tag zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt – wegen Sachbeschädigung, Diebstahl und Brandstiftung.

Täter verurteilt

Vier Monate ist das her, und doch hat Robert Finkel bis jetzt nichts davon mitbekommen. Sicher, der Betreiber des „Roberto Beach“ in Aschheim hat zu Prozessbeginn seine Aussage gemacht, aber danach hat ihn die Verhandlung kaum mehr interessiert. „Was soll ich mich mit der Vergangenheit beschäftigen?“, fragt der 54-Jährige und zuckt mit den Schultern. Ob das Urteil nicht Genugtuung sei? Gar Rache? Bei dieser Frage blickt Finkel so erstaunt drein, als erzähle man ihm von fliegenden Elefanten. „Nein, das war nie ein Thema für mich“, sagt er. „Nicht ich trage ein Paket mit mir rum – sondern er.“

Das sind erstaunliche Sätze, wenn man bedenkt, was an jenem 9. Februar 2015 geschehen ist: In den frühen Morgenstunden bricht der damals 22-jährige Hilfskoch in die Beachvolleyballhalle des Eventparks ein, stiehlt Geld aus einem Tresor und legt an mehreren Stellen Feuer. Als die Einsatzkräfte eintreffen, brennt eine der zwei Hallen lichterloh. Es ist ausgerechnet jene, in die Finkel in den Wochen zuvor sämtliches Inventar geräumt hat, weil er die andere Halle neu bauen will.

Nie zurückschauen

Nachdem die Feuerwehr die den Brand gelöscht hat, bietet sich Robert Finkel, der aus seinem Wohnort in Zorneding herbeigeeilt ist, ein Bild des Grauens. Alles, was er seit seinem Umzug nach Aschheim 2007 hier peu à peu aufgebaut hat, ist verbrannt oder verrußt. Geschätzter Schaden: 2,5 Millionen Euro. „Da gehst du am Abend nach Hause und hast einen Lebensplan, wie die nächsten Tage, Wochen und Jahre laufen“, sagt Robert Finkel. „Und dann wird all das mit einem Schlag über den Haufen geworfen. Das wirft dich komplett aus der Spur.“ Doch schon kurz nach dem Desaster zeigt sich ein besonderer Charakterzug des Unternehmers: „Ich schaue nicht zurück. Man muss das Leben nehmen, wie’s kommt.“

Der Wiederaufbau

Und so macht sich Robert Finkel an den Wiederaufbau seiner „kleinen Oase“, wie er den „Roberto Beach“ nennt. Ganze sechs Monate dauert es, bis die verkohlte Halle leergeräumt und abgerissen ist. „Danach war endlich der Gestank weg“, sagt der 54-Jährige. „Das war erlösend.“

In der Folge baut er sein Strand-Reich neu auf: zunächst die erste Halle, dann feiern sie nach einem Jahr die Wiedereröffnung, und schließlich die zweite Halle, die seit wenigen Wochen fertig ist. „Für mich war immer klar, dass ich hier weitermachen werde“, sagt Robert Finkel. Ein Grund sei die „gigantische Anteilnahme“ der Stammgäste gewesen. Ein anderer die reibungslosen Verhandlungen mit der Versicherung, die zügig einen Großteil des Schadens übernimmt. „Da bin ich mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Robert Finkel. 

Buddhistisch angehaucht

Wobei die Versicherung nicht die komplette Schadenssumme abdeckt: Auf mehreren Hunderttausend Euro bleibt er selbst sitzen – ganz abgesehen von den Einnahmeausfällen während der einjährigen Zwangspause. Doch auch das schiebt der Unternehmer im Hier und Jetzt mit einer Handbewegung zur Seite. Stattdessen steckt er sich eine weitere Zigarette an, lehnt sich zurück und grinst. „Ich bin da wahrscheinlich ein bisschen buddhistisch angehaucht“, sagt er und blickt dann hinüber zu den beiden Hallen, deren Glasfassaden in der Sonne glitzern. „Hauptsache ist doch, dass wir jetzt wieder da sind. Für mich ist die ganze Sache mit dem Brand längst abgehakt.“

Öffnungszeiten

Im Sommer hat der „Roberto Beach“ montags bis freitags von 10 Uhr bis 24 Uhr geöffnet – allerdings wetterabhängig. Jeweils vom Wetter abhängig ist auch, wann an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen offen ist.

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