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In den Grundstein des Mensa-Neubaus legen (ab 2.v.l.) Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann, TU-Präsident Wolfgang Herrmann, Minister Ludwig Spaenle und Studentenwerks-Chefin Ursula Wurzer-Faßnacht Schaumlöffel und Schöpfkelle.

TU baut auf dem Campus Garching für 44,5 Millionen Euro

Neue Mensa: Plastik-Tabletts waren gestern

Garching - Inmitten modernster Forschung wirkt die Mensa auf dem Garchinger Campus ein wenig aus der Zeit gefallen. Nun entsteht ein Neubau – für 44,5 Millionen Euro. Ab 2018 werden Studenten dort nicht mehr auf Plastik-Tabletts speisen.

Es ist das Ende einer Ära, die nun begraben wird. Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) schnappt sich eine jener Plastikschüsseln, aus denen Münchner Studenten jahrzehntelang Mensa-Essen gelöffelt haben. Die Schüssel soll gemeinsam mit Schöpfkelle und Schaumlöffel in den Grundstein des Mensa-Neubaus auf dem Garchinger Campus versenkt werden, der heute verlegt wird. 

Aktuell bekommen die Studenten der Technischen Universität München (TUM) ihr Essen in der Garchinger Mensa noch in jenen Plastikschüsseln und auf Plastiktabletts serviert. Damit ist die Einrichtung das einzige von 36 Uni-Restaurants im Raum München, in der das Studentenwerk nicht zu Porzellan gewechselt ist. Noch nicht. 

Im Neubau freilich, der unmittelbar neben der existierenden Mensa entsteht, wird man die Tabletts vergeblich suchen. Und auch sonst soll dort für 44,5 Millionen Euro eine Kantine entstehen, die dem „neuesten Stand der Technik“ entspricht, betont Studentenwerks-Chefin Ursula Wurzer-Faßnacht. Ihre Hoffnung: „Die Studenten sollen nicht sagen, wir gehen in die Mensa zum Essen fassen, sondern sie sollen sagen: Wir gehen ins Paradies.“ 

Nicht ganz so euphorisch, aber dennoch zufrieden gibt sich TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, der an die Anfangstage der Mensa 1978 erinnert. Damals seien lediglich die Fakultäten für Chemie und Physik in Garching gewesen, dazu das Atom-Ei, die Max-Planck-Institute „und sonst nichts“. Waren es in jener Zeit gerade mal 2000 Studierende in Garching, so zählt der mittlerweile größte TU-Standort heute 15 000 Studenten und 7000 Mitarbeiter. Mit dem geplanten Umzug der Elektrotechnik werden weitere Tausende hinzukommen. 

Diese Entwicklung hat natürlich auch Einfluss auf die Mensa. Wurden dort zu Beginn noch 800 Essen pro Tag ausgegeben, so sind es inzwischen 4000 bis 5000. Im Neubau, der 2018 seinen Türen öffnen soll, wird die Kapazität auf täglich rund 7300 Essen steigen – davon gut 2000 Essen, die hier gekocht und dann an andere Einrichtungen ausgeliefert werden. Eine solche Ausgabe-Mensa ist zum Beispiel in der neuen Elektrotechnik-Fakultät geplant, die im Westen des Forschungsgeländes entstehen soll. „Die aktuelle Mensa ist zu klein, und die Technik entspricht nicht mehr dem neuesten Stand“, erklärt Herrmann die Gründe für den Neubau. In Richtung des Studentenwerks sagt der TU-Präsident: „Ich wünsche mir, dass die Küche in der neuen Mensa nicht nur an die Mengen denkt, sondern auch an die Qualität.“ Schließlich gelte der lateinische Satz „plenus venter non studet libenter“, zitiert Herrmann. „Ein voller Bauch studiert nicht gerne."

Patrik Stäbler

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