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Bringt Flüsterasphalt wirklich mehr Ruhe? Auf der A 9 bei Garching haben Arbeiter im Jahr 2005 einen zweischichtigen offenporigen Asphalt aufgebracht, 2013 musste er ersetzt werden, so massiv waren die Schäden.

Auf der A9 bei Garching

Flüsterasphalt ohne Wirkung?: Stadträte sind misstrauisch

Garching - Bringt der Flüsterasphalt auf der A 9 bei Garching wirklich die versprochene Lärmminderung? Mehrere Garchinger Stadträte hätten dies gerne durch Messungen bewiesen gesehen. Die Autobahndirektion jedoch blockt ab.

 Am Ende einer emotionalen Debatte versucht es Frank Frischeisen mit einem Appell: „Ich bitte um ein wenig mehr Vertrauen“, sagt der Vertreter der Autobahndirektion Südbayern fast schon flehentlich in Richtung der Garchinger Stadträte. „Wir meinen’s nicht böse, sondern wir versuchen, das Beste für die Bürger rauszuholen.“ Genau das bezweifeln jedoch einige der Anwesenden, vor allem von SPD und Grünen. Auf ihr Drängen hin sind Frischeisen und sein Kollege Rupert Schmerbeck in den Stadtrat gekommen – und dort müssen sie sich einiges anhören. Hintergrund des Ärgers ist der Fahrbahnbelag auf der A 9, zwischen den Autobahnkreuzen Neufahrn und München-Nord. Der Abschnitt gehört mit durchschnittlich 150 000 Fahrzeugen am Tag zu den meistbefahrenen Autobahnstücken in Deutschland und wurde daher 2005 auf acht Spuren erweitert. Dieser Ausbau stieß in den Anliegergemeinden auf viel Kritik; die Lokalpolitiker stimmten den Plänen erst zu, nachdem ihnen allerlei Zusagen gemacht worden waren – etwa neue Lärmschutzwände und ein Flüsterasphalt. Um die zugesicherte Lärmminderung von mindestens fünf Dezibel zu gewährleisten, wurde beim Ausbau 2005 ein sogenannter Zwopa verlegt, also ein zweischichtiger offenporiger Asphalt. Seine Flüster-Wirkung wurde in der Folge mittels einer jährlichen Messung überprüft – das hatte man der Stadt Garching zugesichert. Der Belag erreichte stets die gewünschten Werte, musste 2013 aber ersetzt werden, weil er stark beschädigt war. An seiner Stelle wurde ein einschichtiger offenporiger Asphalt aufgetragen, und seitdem hat es keine Messungen mehr gegeben – was mehrere Stadträte erzürnt. Jedoch sei dies ganz normal, betont Frank Frischeisen. „Dass es in Garching am Anfang Messungen gegeben hat, war eine Ausnahme, weil damals ein neuartiger Fahrbahnbelag eingebaut wurde, der nicht genormt war.“ Bei dem 2013 eingesetzten einschichtigen Asphalt hingegen handle es sich um einen genormten Belag, „der sich in ganz Deutschland bewährt hat“, sagt Frischeisen. Diesem Asphalt seien bei Tests die lärmmindernden Werte für acht Jahre zugewiesen worden. Deshalb müsse man erst nach dieser Zeitspanne wieder messen. Diese Äußerungen können Hans-Peter Adolf (Grüne) jedoch kaum besänftigen: „Wie wollen Sie wissen, ob die fünf Dezibel erreicht werden, wenn Sie nicht messen?“, fragt er die Vertreter der Autobahndirektion. „Da drängt sich der Verdacht auf, dass Sie keine Messungen durchführen, weil sich herausstellen könnte, dass die fünf Dezibel nicht erreicht werden.“ Und auch Joachim Krause (SPD) findet: „Wir haben eine Zusage bekommen, dass das geprüft wird. Man sollte zumindest noch eine Messung machen, um festzustellen, dass der Ist-Zustand erreicht ist.“ Doch genau dagegen wehrt sich die Autobahndirektion. „Bei keiner Baumaßnahme wird hinterher gemessen“, erklärt Frischeisen und nennt als Beispiel die Sanierung der A 99 bei Unterföhring, wo ein gleichartiger Asphalt zum Einsatz komme. „Wenn wir jetzt eine Messung in Garching machen, dann kommt Unterföhring und dann kommen alle anderen Gemeinden und wollen das auch.“ Die Angst vor dem Präzedenzfall sei der Grund, weshalb man sich gegen eine neuerliche Messung wehre, sagt Frischeisen, bevor er abschließend um das Vertrauen der Stadträte bittet. Bei Hans-Peter Adolf stößt er damit jedoch auf taube Ohren. Der Grünen-Fraktionschef entgegnet trocken: „Im Sinne einer vertrauensbildenden Maßnahme wäre es doch möglich, hier Messungen durchzuführen. Das kostet Sie doch nichts. Warum machen Sie es dann nicht?“

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