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Die Theatercrew: (Reihe unten v.l.) Resi Lokotsch, Christine Fellenz, Kathi Neugeborn-Klages, Sabrina Lecher, Monika Posmik; (2. Reihe v.l.) Elisabeth Neugeborn, Walter Neugeborn, Klaudia Matic, Christian Weiß, Irmgard Klee, Siegfried Flato, Thomas Reiner, Johannes Furchtsam und Christian Furchtsam. Nicht auf dem Bild: Alexandra Neugeborn, Cornelia Flato, Alfons Neugeborn, Tomi Furchtsam, Andreas Schenk und Camila Schurter.

„Vorhang auf – Wir machen Theater“

Boarisch ist Pflicht

Hochbrück - „Papa, red doch gescheit!“ empörte sich 1986 die dreijährige Cornelia bei den Proben zu „Blasi du Bazi“. Ihr Papa, Siegfried Flato stand das erste Mal für die Theatergruppe Hochbrück auf der Bühne – und musste als Blasi stottern.

25 Jahre später stotterte er wieder – da spielte der Verein den Schwank erneut und Flato war wieder der Blasi. Da mussten die Haare nicht mehr auf alt gefärbt werden.

Siegfried Flato erinnert sich noch genau an die fünf Stunden im Friseurstudio von Walter und Elisabeth Neugeborn 1986. Aus dem dunkelbraunen 40-Jährigen wurde einfach kein grauhaariger 60-jähriger Blasi: „Erst waren die Haare rot, dann gelb, meine dunkelbraunen Haare nahmen einfach kein Grau an. Am Ende klappte es mit Farbspray. Das hätte ich auch schneller haben können.“

Alfons Neugeborn hatte den engagierten Fußballer Flato angesprochen, ob er nicht bei der Theatergruppe mitmachen wolle. Beim Blasi habe er sich dann „wohl nicht so schlecht angestellt“. Denn danach spielte er immer eine der Hauptrollen. Als er einmal erkrankte, musste daher auch das Theater 1990 ausfallen. Die kleine Cornelia ist inzwischen eine junge Frau und Mutter und unterstützt das Ensemble natürlich wie so manches ehemalige Kind eines Spielers, das nun groß geworden ist, tatkräftig mit.

Begonnen hatte alles mit der Zehnjahresfeier der Kirchenweihung St. Franziska-Romana in Hochbrück 1981. Mesner Martin Modlinger motivierte einige Gemeindemitglieder zum Theaterspiel. „Das Dirndl von der Au“ wurde ein großer Erfolg, und so gründete sich die „Musik- und Theatergruppe St. Franziska-Romana“.

Wegen des Umbaus des Pfarrsaals musste man sich dann aber eine Bleibe suchen und fand dies bei Familie Rieger in Garching. Flato: „Wir haben ein Riesenglück gehabt, dass uns Monika Rieger in ihrem Gasthof ,Neuwirt‘ sofort aufgenommen hat. Unser Publikum und auch wir waren begeistert von dem Saal und haben uns sofort hier wohlgefühlt. Wir danken es unseren Wirtsleuten aber auch mit einem immer vollen Saal bei den Vorstellungen. Mit vier Aufführungen eines Stückes kommen wir schon nicht mehr klar, deshalb wollen wir im Frühjahr 2017 auf fünf gehen.“ Damals 2004 war es ein aufregender Moment, als der Bühnenvorhang erstmals in dem großen Saal aufging: „Das war ganz eine neue Atmosphäre und Lampenfieber hoch Drei. Das Publikum hat uns aber mit großem Applaus den Lohn gegeben.“ Damals nannte man sich zur besseren Unterscheidung der Vereine vor Ort dann auch um in „Theatergruppe Hochbrück“.

Ob im Pfarrsaal oder beim Gasthof „Neuwir“t, das Publikum hat mit der Theatergruppe immer etwas zum Lachen. Denn das ist das Credo der Hochbrücker, wie es Flato betont: „Wir spielen nichts Ernstes. Wir wollen, dass der Besucher fröhlich und gut gelaunt nach Hause geht und einfach mal zwei Stunden lachen kann. Und wir spielen auch nichts, was man schon zig Mal im Fernsehen gesehen hat.“ In der Satzung ist schriftlich festgehalten, dass man bei den Aufführungen die bayerische Mundart spricht. Boulevard-Komödien gibt es nicht, sondern ausschließlich bayerische Bauerntheater-Stücke. Die Bühne zu den Stücken gestaltet Monika Posmik mit viel Gefühl und Liebe zum Detail.

Spielleiterin Elisabeth Neugeborn sucht die Stücke entsprechend der Spieler-Crew aus, die zur Verfügung steht. „Wenn wir dann unsere Textbücher bekommen und erstmals erfahren, wen wir spielen, kurz vor Weihnachten, ist es dann wie Weihnachten“, meint Flato schmunzelnd. Wenn der Pfarrsaal auch nicht mehr für Aufführungen geeignet ist, die Proben finden nach wie vor im Hochbrücker Pfarrzentrum statt. Für diese Möglichkeit ist die Theatergruppe Pfarrer Michael Ljubisic sehr dankbar.

Der größte Fan der Hochbrücker Theatergruppe aber ist die evangelische Pfarrerin Kathrin Frowein. Sie besucht zwei- bis dreimal jedes Stück und würde wohl auch gerne einmal selbst mitspielen. Als gebürtige Münchnerin dürfte ja das Bayerisch keine Probleme bereiten.


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