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An der TU München wurde eines der modernsten Verdichterlabors weltweit zur Effizienzsteigerung von Gasturbinen und Flugzeugtriebwerken eingeweiht.

Neues 15-Millionen-Euro-Projekt auf dem Forschungscampus 

Mit neuem Labor in Richtung Weltspitze

Garching - Die TU München eröffnet auf dem Garchinger Forschungscampus ein 15 Millionen Euro teures Verdichterlabor. Mehr als die Hälfte des Geldes kommt aus der Industrie – vom Partner General Electric.

Kürzlich ist Hans Pongratz im Flieger nach Berlin gesessen, als sich der Pilot via Durchsage an die Passagiere wandte. „Er hat vor dem Start angekündigt, dass er jetzt gleich die Triebwerke anschaltet, und es deshalb ein wenig lauter wird“, erzählt der Vizepräsident der Technischen Universität München (TUM) und blickt lächelnd in die Runde. „Ich hoffe, dass Sie hier vielleicht dabei mithelfen können, dass das künftig etwas leiser wird. Und vor allem natürlich, dass die Triebwerke bei gleicher Leistung weniger verbrauchen.“

General Electric beteiligt sich an den Kosten für das Verdichterlabor

Adressat dieser Sätze sind allen voran die Mitarbeiter des Lehrstuhls für Turbomaschinen und Flugantriebe, den Hans Pongratz heute in Vertretung von Uni-Präsident Wolfgang Herrmann besucht. Grund hierfür ist die offizielle Inbetriebnahme des neuen Axialverdichterlabors auf dem Garchinger Forschungscampus, das die TUM in den vergangenen drei Jahren gemeinsam mit General Electric (GE) errichtet hat. Hier sollen Mitarbeiter der Universität und des Konzerns, der mit seinem europäischen Forschungszentrum ebenfalls auf dem Campus sitzt, künftig an der Weiterentwicklung von Flugzeugtriebwerken und stationären Gasturbinen forschen.

„Mit der Leistungsklasse des neuen Labors rücken wir in die Weltspitze vor“, freut sich Volker Gümmer, seit diesem Sommer Ordinarius des Lehrstuhls. Die Planung und Errichtung des Labors reicht freilich weit vor seine Zeit an der TUM zurück: Schon 2013 starteten Universität und GE das gemeinsame Projekt, das eine Laufzeit von mindestens sechs Jahren hat. Von den Gesamtkosten von rund 15 Millionen Euro trägt die Firma mehr als die Hälfte; dazu kommen rund sechs Millionen Euro vom Freistaat und eine Million Euro von der Technischen Universität. Anlässlich der Inbetriebnahme lobt Volker Gümmer ausdrücklich die gute Teamarbeit mit GE – „auch in Zeiten, in denen das Projekt in schwierigen Phasen steckte, planungsmäßig, aber auch finanziell“.

In dem neuen Labor können sogenannte Axialverdichter unter die Lupe genommen werden. Dabei handelt es sich um einen Kompressor, der neben Brennkammer und Turbine der dritte wesentliche Bestandteil eines Flugzeugtriebwerks ist. Auch Gasturbinen, wie sie in Kraftwerken eingesetzt werden, arbeiten nach diesem Prinzip. „Obwohl wir heute Computersimulationen nutzen, die für die Entwicklung von neuen Verdichtern eine große Hilfe sind, können diese letztendlich Tests an realen Maschinen nicht ersetzen“, erklärt Volker Gümmer. Daher steht im Zentrum des neuen Labors ein Prüfstand für Axialverdichter mit rund 1400 Messstellen. Überdies seien alle Einrichtungen so konzipiert, dass dort „flexible industriewirtschaftliche Forschung“ stattfinden könne, sagt Volker Gümmer. Das freut vor allem General Electric, dessen Forschungschef für Europa, Carlos Härtel, sich „weitreichende Ergebnisse“ erhofft, „die dann in die Produktentwicklung unserer Turbomaschinen einfließen“.

„Meilenstein im Industry-on-Campus-Konzept“

Alldieweil lobt TUM-Vize Pongratz die Zusammenarbeit mit dem Konzern als „Meilenstein im Industry-on-Campus-Konzept“ seiner Universität. Demnächst sollen in die Neue Mitte (Galileo) Firmen wie Siemens und Dräxlmaier einziehen; auch mit ihnen wolle die TUM eng kooperieren. General Electric war im Jahr 2004 der erste Industriepartner, der direkt am Campus einen Forschungsstandort eröffnet hat. Dieser ist gerade erst mittels eines Neubaus erweitert worden, sodass dort rund 400 statt bislang 200 Beschäftigte arbeiten können.

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