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Die Kegel stehen bereit – doch sobald man eine Kugel schiebt, ertönt ein Plätschern: Wegen diverser Wasserschäden kann Thomas Klein die Kegelbahnen im „Mei Wirtshaus“ in Hochbrück seit zwei Jahren nicht nutzen.

"Mei Wirtshaus" in Hochbrück

Kegelbahn abgesoffen - Stadt vertröstet Wirt seit Jahren 

Garching - Seit zwei Jahren betreibt Thomas Klein das „Mei Wirtshaus“ in Hochbrück. Seit zwei Jahren kann er dort die Kegelbahn wegen Wasserschäden nicht nutzen. Und seit zwei Jahren verspricht der Verpächter, die Stadt Garching, baldige Abhilfe.

Kegeln ist umwerfend“: So wirbt das „Mei Wirtshaus“ im Internet für seine beiden Kegelbahnen im Keller. Seit zwei Jahren steht dieser Satz auf der Homepage der Hochbrücker Gaststätte – neben dem Foto eines Keglers, der auf die Neune zielt. Inzwischen aber wirken das Bild und das Wörtchen „umwerfend“ wie blanker Hohn. Denn was Wirt Thomas Klein bislang mit seiner Kegelbahn erlebt hat, das würde in der Tat viele umwerfen.

"Umwerfend" ist nur der Ärger

Im Mai 2014 hat er hier große Eröffnung gefeiert. Nach sechs Jahren in der Gaststätte an der Hochbrücker Kartbahn sollte Klein das leerstehende Lokal im Herzen des Ortsteils wiederbeleben. Nicht zuletzt die damalige Bürgermeisterin Hannelore Gabor (CSU) hatte reichlich Überzeugungsarbeit geleistet – auch, weil das Gebäude im Besitz der Stadt ist.

Gebäude gehört der Stadt Garching

Im Vorfeld hatte Klein ein Konzept erarbeitet, wie man an dieser Stelle ein Wirtshaus erfolgreich betreiben kann. Dazu gehörten der Biergarten mit seinen rund hundert Plätzen, der kleine Laden, wo die Hochbrücker schon ab 6 Uhr Semmeln und Zeitungen kaufen können, und natürlich die Kegelbahnen im Keller. 

Böse Überraschung

„Ich wusste, dass es dort einen Wasserschaden gegeben hat“, sagt der 44-Jährige. „Aber uns ist zugesagt worden, dass die Kegelbahn bald wieder funktioniert.“ Doch als sein Sohn eine Woche nach dem Eröffnungsfest einen Testlauf wagt, ertönt ein Geräusch, das Klein die nächsten zwei Jahre verfolgen wird: Das Plätschern von Wasser, als die Kugel im Kugelfang landet.

Gutachter und Handwerker scheitern

Seither fühlt sich der Wirt wie der Wettermoderator Phil Connors in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Immer wieder rücken Bauarbeiter, Gutachter und städtische Mitarbeiter an; immer wieder heißt es, der Wasserschaden sei behoben – doch immer wieder plätschert das Wasser. „Wir haben eine ganze Seite mit Namen von Leuten, die hier gerne kegeln wollen“, ärgert sich Klein. Gerade jetzt, nachdem man auf den Bahnen im Bürgerhaus wegen der geplanten Sanierung nur eingeschränkt spielen kann, seien noch mal etliche Anfragen gekommen, erzählt Klein. „Doch denen mussten wir allen absagen. Das war schon ziemlich deprimierend.“

Mietminderung gleicht Schaden nicht aus

Zwar hat die Stadt dem Wirt wegen der Probleme mit der Kegelbahn eine Mietminderung zuerkannt. „Doch das sind nur 200 Euro pro Monat“, sagt Klein. „Das steht in keinem Verhältnis zu dem, was wir dort einnehmen würden.“ Zudem klagt der Wirt, der in Hochbrück lebt: „Die Kommunikation mit der Stadt ist sehr schwierig.“ Als Pächter müsse er alle Schäden der Stadt melden, damit diese die Reparaturaufträge erteilen kann. „Doch von denen kriegen wir oft gar keine Informationen.“

Dauerthema im Stadtrat

Wobei die Kegelbahn im Stadtrat inzwischen zum Dauerthema mutiert ist: Kaum eine Sitzung vergeht, in der sich Christian Furchtsam nicht nach dem aktuellen Sachstand erkundigt. „Da wird jetzt seit zwei Jahren gearbeitet, und es kommt keine Lösung heraus“, konstatierte der CSU-Stadtrat aus Hochbrück zuletzt. „Dabei braucht der Pächter die Umsätze aus der Kegelbahn.“ 

Ursache steckt wohl im Pumpenhaus

Auf alle Nachfragen hin hat Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) stets angekündigt, dass der Schaden alsbald behoben werde. Inzwischen jedoch scheint er eher zur Notbremse zu tendieren: „Ich habe die Verwaltung jetzt beauftragt zu prüfen, wie viel es kostet, das Pumpenhaus einzuschachteln.“ Dazu muss man wissen: Die Pumpe für den Brunnen im Biergarten befindet sich aktuell in einem Raum im Wirtshaus – und genau diese Verbindung sei verantwortlich für die diversen Wasserschäden, sagt Gruchmann. „Jetzt soll die Pumpe aus dem Gebäude raus – so wie’s sich eigentlich gehört.“ 

Bürgermeister: "Du muss jetzt eine Lösung her!"

Bezüglich der Kommunikation habe er die zuständige Abteilung schon vor Monaten angemahnt, den Wirt künftig besser zu informieren. Und zum Thema Miete sagt der Rathauschef: „Ich glaube nicht, dass das zu seinen Ungunsten berechnet wird.“ Unabhängig davon betont Gruchmann: „Da muss jetzt eine Lösung her, auch ich bin mit meiner Geduld am Ende.“ Und er kündigt an: „Spätestens im Winter sollte die Kegelbahn einsatzbereit sein."

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