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Frust bei Wirt Thomas Klein: Die Kegel stehen bereit. Doch sobald man eine Kugel schiebt, ertönt ein Plätschern – wegen diverser Wasserschäden.

Weil sich die Wasserschäden nicht beheben lassen 

Kegelbahn soll raus: Wirt in Existenznot

Die Kegelbahn des „Mei Wirtshaus“ in Hochbrück steht unter Wasser. Wieder und wieder. Seit zweieinhalb Jahren. Nach zig Wasserschäden will die Stadt die Kegelbahnen jetzt komplett herausreißen lassen, was den Wirt vor arge Probleme stellt.

Von Patrik Stäbler

Garching – Vor einigen Wochen hat im „Mei Wirtshaus“ von Thomas Klein das Telefon geklingelt. Am Apparat war der Vorsitzende einer Kegelrunde aus München, der sich erkundigte, ob er in dem Hochbrücker Lokal dauerhaft eine Kegelbahn mieten könne. Klein musste diese Frage verneinen. Kurz darauf rief abermals ein Interessent an. Dann wieder einer. Und noch einer.

„Es waren fünf oder sechs Kegelvereine, die wöchentlich hier spielen wollten“, erzählt Thomas Klein, der alsbald den Grund der vielen Anfragen erfuhr: Die „Kegelbahn Bender“ im Münchner Norden – mit dem Auto eine Viertelstunde von Hochbrück entfernt – hat kürzlich ihre Türen geschlossen, weil das Gebäude bald abgerissen wird. „Dass wir die ganzen Abfragen jetzt abwimmeln mussten, war natürlich bitter“, sagt Thomas Klein.

Wobei es für den Wirt keine neue Situation ist: Seitdem er das Lokal von der Stadt Garching gepachtet und im Mai 2014 eröffnet hat, können die zwei Kegelbahnen im Keller wegen diverser Wasserschäden nicht genutzt werden. Das Dauerthema ist auch in etlichen Stadtratssitzungen debattiert worden – vor allem dank Christian Furchtsam (CSU), der selbst in Hochbrück lebt und nimmermüde nachhakt. Auf seine jüngste Nachfrage hin hat der zuständige Rathausmitarbeiter Michael Kubon nun einen umfassenden Sachstandsbericht vorgelegt: Auf eineinhalb Seiten listet er sämtliche Bau- und Wasserschäden, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren peu à peu entdeckt wurden. Mal leckten Heizungsleitungen, mal war die Verbindung zum Brunnen nicht richtig abgedichtet, mal drang Wasser wegen eines Bauschadens am Wintergarten ein. Stets wurde daraufhin das Leck geflickt, stets wurde danach getrocknet, und stets entdeckte man anschließend wieder Wasser.

„Es war eine Verquickung unglücklicher Umstände“, sagt Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Man war immer der Meinung, jetzt hat man’s gefunden – und dann kam aus einer anderen Ecke wieder etwas raus.“ Derweil versichert Michael Kubon: „Ich war zu jeder Zeit an der Sache dran. Aber das ist sehr komplex, wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“

All das kann Christian Furchtsam aber nur bedingt überzeugen. „Ein bisschen unwahrscheinlich“ höre sich die Auflistung an, findet er – und betont: „So was würde man sich im eigenen Haus nicht so lange anschauen und gefallen lassen.“

Inzwischen sei der Punkt erreicht, an dem er „dringend empfehle“, sagte Kubon, den gesamten Bodenaufbau samt Kegelbahnen und Wandverkleidungen abzureißen und zu entsorgen. Liege danach der Rohbeton frei, werde erst eine Zwangstrocknung durchgeführt, ehe man die wasserführenden Risse abdichten kann. Ob anschließend wieder neue Kegelbahnen aufgebaut werden, die laut Kubon „wahrscheinlich 150 000 Euro“ kosten? Bei dieser Frage verweist der Rathausmitarbeiter auf ein Gutachten der Stadt, das zeige: „Die Zeiten sind vorbei, in denen man mit Kegelbahnen Geld verdienen kann.“

Das freilich will der Hochbrücker Wirt Thomas Klein so nicht stehen lassen. Er betont, dass die Kegelbahn Teil seines Wirtschaftsplans gewesen sei, den er vor der Eröffnung seines Lokals aufgestellt habe. „Wir brauchen noch etwas dazu. Allein mit dem Lokal wäre es schwierig.“ Zumal das „Mei Wirtshaus“ die Konkurrenz durch den neuen Garchinger Augustiner spüre, wie Klein zugibt: „Die fahren ja eine ähnliche Schiene wie wir, mit bayerisch-österreichischer Küche.“

Thomas Klein jedenfalls hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, irgendwann das Geräusch umfallender Kegel aus dem Keller zu hören. Wohl auch deshalb hält sich der Wirt mit Kritik an der Stadt zurück. Nur so viel: „Jeder private Vermieter hätte sich so was nicht bieten lassen.“

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