Kommunikationszone in Garching: Neues Wohngebiet mit Hallenbad am Boulevard

Garching - 31 Hektar Fläche, 1250 Häuser und Wohnungen, Platz für 2800 Menschen: Die sogenannte Kommunikationszone im Norden der Stadt Garching ist eines der größten Neubaugebiete weit und breit.

Nachdem inzwischen alle Grundstücksbesitzer eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet haben, will die Stadt das Projekt vorantreiben – schließlich hat Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) angekündigt: „In zwei Jahren sollen da die ersten Häuser stehen.“ 

Den aktuellen Stand der Planungen haben zwei Vertreter des Münchner Büros „Keller/Damm/Roser“ im Bauausschuss des Stadtrats vorgestellt; von dort stammt der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs aus dem Jahr 2012, der Basis für die Entwicklung der Kommunikationszone ist. Demnach wird es im Norden des Neubaugebiets einen „Boulevard“ geben – als Schnittstelle zwischen Stadt und Forschungscampus. Hier sollen Studentenwohnheime mit Ladenflächen gebaut werden; außerdem Sportanlagen und die neue Grundschule, deren Bau der Stadtrat kürzlich beschlossen hat. 

Überdies ist am Boulevard ein neues Hallenbad geplant. Diesbezüglich habe er bereits Gespräche mit potenziellen Investoren geführt, berichtete Gruchmann im Ausschuss. Jedoch habe die TU München Bedenken geäußert wegen der Nähe zu ihrem Heizkraftwerk. Daher gebe es Überlegungen, den Standort des Schwimmbads zu verlegen. „Dann hätten wir direkt neben der Grundschule eine große Fläche frei für andere Planungen“, sagte der Bürgermeister in Richtung von Albert Biersack. Der CSU-Stadtrat hatte zuvor gemahnt, dass man sich bei der Planung der neuen Schule die Option einer Erweiterung offen halten sollte. 

Als „große Herausforderung“ bezeichneten die Architekten die Vorgabe, dass die komplette Kommunikationszone nur über eine Straße erschlossen werden soll. Laut Plan zweigt sie, mittels eines neuen Kreisverkehrs, von der ehemaligen B11 ab und führt dann als Ringstraße – bei Tempo 30 – einmal durch das Gebiet. Der vorhandene Kreisel am Unteren Straßäcker soll hierfür aber nicht genutzt werden; vielmehr wird diese Straße mit Einfamilienhäusern weitergeführt, ehe sie in einem Wendehammer endet. 

An den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen wird die Kommunikationszone durch den Stadtbus 290. Er soll dort ein oder zwei Haltestellen anfahren. Sämtliche Stellplätze für Wohnungen in dem Gebiet sollen in Tiefgaragen unterkommen; wie die Parkplatz-Regelung bei Reihenhäusern aussehen wird, ist noch unklar. Unter die Erde kommen womöglich nicht nur Stellplätze, sondern auch die Wertstoffsammelstellen. So favorisieren die Architekten die Teilnahme an einem Pilotprojekt, das sogenannte Unterflurcontainer vorsieht. 

Ein zentrales Element der Kommunikationszone ist der durchgängige Grünzug, der sich parallel zum Wiesäckerbach vom Brauneckweg nach Norden erstreckt. Hier soll im Anschluss an den Schrannerweg ein Radweg zum Campus führen, an dessen Planung Hans-Peter Adolf (Grüne) jedoch Kritik übte. Demnach würde im Vergleich zur jetzigen Situation eine Querung hinzukommen. Und beim parallelen Römerhofweg müssten Radfahrer gar durch einen verkehrsberuhigten Bereich, ärgerte sich Adolf. „Wir versauen uns gute Radverbindungen durch schlechte Planung.“ Bürgermeister Gruchmann gab daraufhin zu bedenken, dass man einen Kompromiss finden müsse zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autos. Am Schrannerweg gebe es prinzipiell die Möglichkeit, den Radweg querungsfrei mit Unterführungen zu bauen – „aber das ist dann eine Frage der Finanzen“. Ohnehin beträfe dies erst den zweiten Bauabschnitt, sagte Gruchmann. 

Zunächst gehe es aber darum, beim ersten Bauabschnitt aufs Tempo zu drücken. Dessen Gebiet erinnert an ein auf den Kopf gestelltes L und verläuft östlich der Münchner Straße und entlang des Schrannerwegs nach Süden. Mit Blick auf die erhofften Einnahmen durch Grundstücksverkäufe sagte der Bürgermeister an die Adresse der Stadträte: „Sie werden es bei den Haushaltsberatungen sehen: Es ist notwendig, dass wir hier ein Stück weiter kommen.“

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