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Drei Fässer, drei Anzapfer: Bei der Feier anlässlich des zehnten Geburtstags der Garchinger U-Bahn gibt’s Freibier von Uni-Kanzler Albert Berger (von links), MVG-Chef Ingo Wortmann und Bürgermeister Dietmar Gruchmann.

Feierstunde

U6 nach Garching-Forschungszentrum feiert 10. Geburtstag

Garching - Seit zehn Jahren gibt es die Verlängerung der U6 von Garching-Hochbrück bis zum Forschungszentrum. Dieses Jubiläum wurde jetzt mit drei Fässern Bier und drei Anzapfern gefeiert.

Dietmar Gruchmann ist der Schnellste – wobei man fairerweise sagen muss: Als Bürgermeister der Stadt Garching hat er in punkto Anzapfen mit Abstand die meiste Erfahrung. Bloß zwei gezielte Schläge benötigt der Rathauschef, ehe er den Holzhammer beiseitelegt und sich umblickt. Rechts von ihm hat Albert Berger, Kanzler der TU München, nur wenige Sekunden danach den Zapfhahn erfolgreich ins Holzfass getrieben. Bei Ingo Wortmann hingegen, dem Dritten im Bunde, dauert es ungleich länger.

Der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft ( MVG ) hat beim Parallel-Anzapfen anlässlich der Feier zum zehnten Geburtstag der Garchinger U-Bahn arge Probleme. Erst nachdem Rudi Naisar – selbst ein erfahrener Anzapfer – ihm zur Hand gegangen ist, kann das Bier auch aus dem dritten Fass fließen. Dass ausgerechnet Wortmann länger braucht, ist wohl nur Zufall – und doch lädt es zum Spekulieren ein. Womöglich ist der neue MVG-Chef nervös gewesen, schließlich ist dieses Fest in der Maschinenbau-Fakultät sein erster offizieller Auftritt, nachdem sein Vorgänger Herbert König tags zuvor in den Ruhestand gegangen ist. Vielleicht haben Ingo Wortmann aber auch die vorangegangenen Reden seiner zwei Anzapf-Kompagnons irritiert, die beide unverhohlen um eine Verlängerung der U6 zum Flughafen werben. „Das ist ein großes Projekt, an das wir Sie immer wieder erinnern werden“, sagt Gruchmann in Richtung des MVG-Chefs. Und Kanzler Berger berichtet vom Neubau des „Institute for Advanced Study “ im Norden des Forschungsgeländes, bei dessen Unterkellerung man extra darauf geachtet habe, dass später einmal die U-Bahn darunter hinwegfahren könne.

Dabei geht es an diesem Tag eigentlich nicht um einen künftigen, sondern um einen bereits existierenden Ausbau – nämlich die Verlängerung der U6 von Hochbrück bis zum Forschungszentrum. Vor exakt zehn Jahren fuhren hier die ersten Züge, und um das zu feiern, haben sich Gruchmann, Berger und Wortmann sowie gut hundert Bürger zuvor am Maibaum getroffen. Dort spielt das Garchinger Blasorchester auf, ehe alle gemeinsam zum Campus fahren – natürlich mit der U-Bahn. Genau dieser Weg war bis vor zehn Jahren noch ein äußerst beschwerlicher für die zigtausend Studenten und Beschäftigten am Forschungsgelände. Seit dem Anschluss an die „Lebensader U-Bahn“, so TUM-Kanzler Berger, seien die Zeiten jedoch passé, in denen „die Leute am Campus von Garchosibirsk gesprochen haben“. Aber nicht nur für sie, sondern auch für den Rest von Garching sei die Verlängerung der U6 ein Meilenstein gewesen, sagt Gruchmann.

Dass es dazu kam, war nicht zuletzt Altbürgermeister Helmut Karl zu verdanken, dessen Verdienst Christoph Göbel (CSU) hervorhebt. Der Landrat sagt in Anlehnung an Altkanzler Helmut Schmidts Bonmot: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen. Aber Gottseidank ist Helmut Karl nicht zum Arzt gegangen, sondern zu jedem, den’s gibt in Bayern.“

Bevor die Geburtstagsparty beginnt und die erwähnten Freibier-Fässer angezapft werden, tritt Ingo Wortmann ans Mikrofon. Der MVG-Chef verweist auf die steigenden Fahrgastzahlen in Garching und den Fünf-Minuten-Takt, der 2019 kommen soll. Und er äußert sich zum allseits erhofften abermaligen Ausbau – wenngleich Wortmann dabei bewusst vage bleibt: „Eine weitere Verlängerung zum Flughafen“, sagt der MVG-Chef , „werden wir intensiv zu besprechen haben“.

Patrik Stäbler

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