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Sie durfte noch Christkind spielen: Emily Tschernutter beim Markt im Römerhof 2014.   

Im Römerhof

Todesstoß für den Christkindlmarkt

Garching - Das Lob des Bürgermeisters für ehrenamtlichen Einsatz dürfte bei der örtlichen Frauen Union (FU) für Stirnrunzeln gesorgt haben. Denn den beliebten FU-Christkindmarkt hat der Stadtrat abgewürgt.

Einen „wertvollen Beitrag zum Wohle unserer Stadt“, so Bürgermeister Dietmar Gruchmanns Worte in seiner Adventsbotschaft, hat die Frauen Union in den letzten zehn Jahren mit ihrem Christkindlmarkt im Römerhof zweifelsfrei geleistet. Doch nun ist damit Schluss, und verantwortlich hierfür ist laut der FU-Vorsitzenden Irina Ionescu-Cojocaru „das Votum der Mehrheit im Stadtrat“.

Fatale Terminkollision

Dessen Hauptausschuss hatte im Mai 2015 beschlossen, den Christkindlmarkt der Stadt ab 2016 vom Zweiten auf den Ersten Advent vorzuverlegen – und dass zuvor kein anderer Markt auf städtischem Grund zugelassen wird. Bis dato hatte am Ersten Advent stets die FU-Veranstaltung im Römerhof stattgefunden, weshalb CSU-Fraktionschef Jürgen Ascherl in der Sitzung zürnte: „Ich glaube nicht, dass ein zweiter Markt eine Konkurrenz darstellt. Ich glaube eher, dass hier ein beliebter Christkindlmarkt kaputtgemacht werden soll.“

Stärkung des städtischen Marktes

Die große Mehrheit im Ausschuss – bloß Josef Euringer (BfG) stimmte damals dagegen – sah das aber anders: Sie wollte mit der Entscheidung den städtischen Christkindlmarkt stärken, der zuletzt eher vor sich hingedümpelt ist. Für den FU-Markt aber sei es „der Todesstoß gewesen“, sagt Irina Ionescu-Cojocaru. Zwar habe man heuer versucht, die Veranstaltung am Zweiten Advent auf die Beine zu stellen. „Aber für diesen Termin hatten wir nur zehn bis fünfzehn Anmeldungen von Standbetreibern.“ Zum Vergleich: Zuletzt zählte der FU-Markt 42 Aussteller. „Der Aufwand für so wenige Stände wäre zu groß gewesen“, sagt Irina Ionescu-Cojocaru, die einen neuerlichen Anlauf im nächsten Jahr ausschließt: „An einen Christkindlmarkt ist nicht mehr zu denken. Vielleicht stellen wir eine andere Veranstaltung im Sommer auf die Beine.“

Bürgermeister sagt: Stadt hat sich fair verhalten

Vonseiten der Stadt bedauert Bürgermeister Gruchmann das Aus des FU-Markts: „Das war sicher nicht das Ansinnen.“ Zugleich betont er: „Die Stadt hat sich fair verhalten.“ Ohnehin bezweifelt der Rathauschef, dass allein die Terminverschiebung zu der Absage geführt habe. „Ich glaube eher, dass die nötige Manpower gefehlt hat.“

Eine Rolle gespielt habe wohl auch das erstmalige Erheben von Gebühren für die Nutzung der städtischen Buden im Vorjahr, mutmaßt Gruchmann. Sie waren der FU zuvor kostenfrei zur Verfügung gestellt worden, „was jedoch eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Vereinen und Gruppen war“, so der Rathauschef.

Irina Ionescu-Cojocaru jedenfalls erlebt zurzeit erstmals seit Langem wieder „einen entspannten November“, wie sie sagt. Ob sie nicht enttäuscht sei? „Ich will das Ganze gar nicht groß kommentieren“, antwortet sie. „Das sollen die Garchinger beurteilen – und sich dann an die zuständige Adresse wenden.“

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