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Tubist und Kabarettist: Andreas Martin Hofmeir vereint beide Genres bravourös und erntete viel Applaus in Garching.

Kulturbonbon Garching

Mit der Tuba lässt sich richtig Kohle machen

Der Mann stammt aus der ruhigen Holledau und ist längst einer der lautesten Fürsprecher der Tuba: Andreas Martin Hofmeir war der Überraschungsgast beim Kulturbonbon in Garching – ein Künstler, der als Musiker und Kabarettist fasziniert. Das Publikum im ausverkauften Römerhoftheater jedenfalls lachte, bis die Tränen kamen.

Der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist aus Geisenfeld ist Musik-Professor am Mozarteum in Salzburg, und bei seinen Soloauftritten lotet Andreas Martin Hofmeir die Grenze zwischen Kunst und Klamauk mit großer spielerischer Leichtigkeit aus.

Die großen Komponisten der Musikgeschichte kritisiert Hofmeir gerne dafür, keine Soli für seine wundervolle Tuba geschrieben zu haben. Allerdings: Ein Teil der größten Komponisten bekommt mildernde Umstände, weil die Tuba erst nach ihren Lebzeiten erfunden wurde.

Sein Instrument bezeichnet der kernige Bayer als „die Vollendung der Evolution, alles andere waren rudimentäre Vorgänger“. Und Andreas Martin Hofmeir liebt die Selbstironie: Tuba-Spieler bezeichnet er als Könner, die trotz Nichtstuns überall dabei sind: „Wer kann schon ohne Übung bei Volksfesten die Bierzeichen bekommen?“ Gerne rechnet er seinem Garchinger Publikum vor, dass ein Musiker mit der Geige 20 000 Töne spielt – und der Kollege auf der Tuba sieben immer wiederkehrende: „Mit der Geige gibt es 1,5 Cent pro Ton und mit der Tuba 21,43 Euro.“

Auf der anderen Seite steht ein Kabarettist, der passend zum Motto des Abends „Kein Aufwand“ einfach aus seinem Leben erzählt. So verrät er etwa, dass er in seiner Jugend zehn Jahre lang Kröten über die Straße getragen hat, weil es für die Helfer die üppigsten Wurstsemmeln in der Region gab.

Insgesamt ist es ein zweistündiger Dialog mit dem Publikum: „Sie tun mir auch leid. Sie haben ja alle reinen Gewissens diese Karte gekauft und dann werden sie mit mir konfrontiert.“ Beim Garchinger Kulturbonbon hatte Hofmeir mit Guto Brinholi noch einen brasilianischen Gitarristen dabei, der auch sein Fett abbekam. „Brasilianische Gitarrenspieler sind wie ein Keuschheitsgürtel“, scherzte Hofmeir über seinen erotischen Abfall gegenüber dem hübschen Kompagnon und Frauentyp.

Und zwischen den südamerikanischen Balladen erklärt er gnadenlos ehrlich, wie das mit der Erotik in Brasilien so funktioniert: „Ein Mann sitzt in einem Café, während eine Frau vorbei geht. Er verliebt sich und läuft der Frau so lange hinterher, bis er die nächste Frau sieht. Und weil es in Brasilien einen Überschuss an hübschen Frauen gibt, gibt es dort auch so viele Liebeslieder.“

Nico Bauer

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