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Unübersichtliche Gefahrenstelle: Hunderte Schulkinder aus Garching überqueren jeden Morgen den Zebrastreifen am Zugspitzweg und können dabei wegen der parkenden Autos nur bedingt erkennen, ob von rechts ein Auto heranrauscht. Familienvater Leonard Burtscher fordert via Online-Petition, die Situation dort zu verbessern.

Auf dem Schulweg

Tückischer Zebrastreifen macht Eltern Angst

Garching - Der Zebrastreifen am Zugspitzweg gehört für viele Garchinger Kinder zu den heikelsten Stellen des Schulwegs. Nachdem seine Tochter dort eine brenzlige Situation erlebt hat, kämpft Leonard Burtscher für mehr Sicherheit an dem Übergang.

Die sechsjährige Tabea ist an diesem Sommertag mit ihrer Mutter im Garchinger Zugspitzweg unterwegs. Das Mädchen wird bald eingeschult, weshalb die Eltern mit ihm schon mal den Schulweg einstudieren – als Übung sozusagen. An diesem Tag fährt Tabea auf ihrem Rad voraus, während die Mutter mit dem Kinderwagen folgt.

Von rechts rauscht ein Auto heran

Als das Mädchen das Ende des Wegs erreicht hat, bleibt sie vor dem Zebrastreifen zum Riemerfeldring stehen – „zum Glück!“, sagt ihr Vater Leonard Burtscher heute. Denn im nächsten Moment rauscht von rechts ein Auto heran, der Fahrer sieht Tabea zu spät, setzt zur Vollbremsung an und stoppt mit quietschenden Reifen – unmittelbar vor dem Fußgängerübergang. Dieses Erlebnis sei für ihn „ein Weckruf“ gewesen, sagt Leonard Burtscher. Und es habe zur Erkenntnis geführt: „Da müssen wir was machen.“

Sicht ist stark eingeschränkt

Das Problem an der Stelle: Weil sich die Straße krümmt und parkende Autos die Sicht nehmen, können Fußgänger am Ende des Zugspitzwegs von rechts kommende Fahrzeuge erst wenige Meter vor dem Zebrastreifen erkennen – was auch umgekehrt gilt. Überdies befinde sich die Gefahrenstelle ausgerechnet an einem Übergang, den hunderte Kinder Schultag für Schultag überqueren, so Burtscher. „Das ist nicht nur für die Erstklässler gefährlich, sondern auch für die Gymnasiasten.“

Fordern eine Lösung: Friederike Adolf und Leonard Burtscher sprechen für viele Eltern.


Besorgte Mail ans Rathaus

Noch im Sommer hat der Vater eine besorgte E-Mail ans Rathaus geschickt. In ihrer Antwort schreibt die zuständige Mitarbeiterin, dass Autofahrer sich Zebrastreifen „mit mäßiger Geschwindigkeit“ nähern sollten. Und sie verweist darauf, dass „auf und bis zu fünf Metern vor Fußgängerüberwegen nicht mit einem Kfz gehalten und geparkt werden darf“. Doch das beruhigt Leonard Burtscher nicht – im Gegenteil: „Ich hatte das Gefühl, das ich freundlich abgewimmelt werde.“ Immerhin: Nachdem sich eine andere Mutter bei der Stadt beschwert habe, so Burtscher, habe sich etwas getan. So sei vor einigen Wochen eine etwa fünf Meter lange Zickzacklinie hinter dem Zebrastreifen aufgetragen worden. „Das ist schon mal positiv“, sagt der Familienvater. Aber: „An der grundlegenden Situation hat es leider nichts verändert.“

Elternbeirätin Adolf: Nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Unfall

Ähnlich sieht das Friederike Adolf. Sie wohnt in der Nähe des Übergangs, ihre zwei Kinder besuchen die Grundschule Ost, deren Elternbeirat sie angehört. Zudem ist Friederike Adolf Schulweghelferin, und auch sie klagt: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es da zu einem Unfall kommt.“ Sie schlägt vor, an dem Zebrastreifen einen Schulweghelfer einzusetzen – wobei sie selbst sagt: „Das löst das Problem nicht komplett, denn auch am Nachmittag gehen da noch viele Kinder über die Straße.“

Vater schlägt vor: Parkplätze verlegen

Derweil hat Leonard Burtscher eine andere Idee: Er würde die Parkplätze hinter dem Zebrastreifen gerne auf die südliche Straßenseite des Riemerfeldrings verlegen – wohl wissend, dass dadurch „zwei bis drei Stellplätze verloren gehen“. Diesen Vorschlag hat Burtscher auch in einer Online-Petition unterbreitet, die er vorige Woche gestartet hat. Auf diesem Weg will er „möglichst viele Unterstützer gewinnen“, um mit ihnen alsbald beim Bürgermeister vorstellig zu werden. 

Stadtverwaltung will Gefahrenstelle begutachten

Stand gestern haben rund 40 Garchinger die Petition im Internet unterzeichnet. Ob Burtschers Vorschlag einer Verlegung der Parkplätze ein gangbarer Weg wäre? Dazu konnte sich die Stadtverwaltung am Freitag nicht äußern, weil die zuständige Mitarbeiterin nicht im Rathaus war. Ohnehin habe man von der Petition erst am Donnerstag erfahren, heißt es dort. Jedoch kündigt die stellvertretende Leiterin des Bereichs Bürgerservice, Madlen Groh, an: „Sobald die Kollegin wieder im Haus ist, werden wir uns diese Stelle noch mal genau anschauen.

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