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Als „Vermittlerinstanz“ zwischen Stadträten und Bürgern versteht Ulrike Haerendel (Mitte) den Garchinger Ortsverein. Neben der neuen Vorsitzenden gehören ihm an (v.l.) Kassier Frank Behling, Schriftführerin Sylvia Schmidt, Webmaster Franziska Schmidt, stellvertretender Vorsitzender Claudio Cumani, Beisitzer Klaus Werner, Revisor Rudi Naisar, stellvertretender Vorsitzender Götz Braun und Revisor Jochen Karl. Nicht im Bild: Beisitzerin Sara Hoffmann-Cumani.

Ulrike Haerendel ist neue SPD-Ortsvorsitzende 

Garching - Bei ihrem Bewerbungsgespräch hat Ulrike Haerendel nicht eben die beste Figur abgegeben. Dennoch ist die 52-Jährige mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins in Garching gewählt worden.

 Haerendel, die für die Garchinger Sozialdemokraten auch im Stadtrat sitzt, tritt die Nachfolge von Christian Rotter an, der nach zwei Jahren im Amt wegen seiner beruflichen Situation nicht erneut kandidiert hatte. Warum sie an die Spitze des Ortsvereins wolle? „Ich habe es so satt, immer nur die zweite Geige zu spielen. Ich will endlich ganz oben sein, die Bestimmerin, die, der keiner mehr was sagen kann“, erklärte Haerendel bei ihrem Bewerbungsgespräch – das freilich nur eine satirische Einlage ist. 

Denn vor ihrer Antrittsrede bei der Jahreshauptversammlung interviewt sich die Historikerin selbst – ein Schauspiel, das für viel Gelächter bei den Anwesenden sorgt. Sie erfahren in dem fiktiven Bewerbungsgespräch unter anderem, dass man als echter Sozi mit der CSU zwar einen trinken gehen, aber keine Bündnisse schmieden dürfe. Mit den Grünen indes könne ein SPDler problemlos die AWO-Ortsgruppe leiten (in Garching ist der Ex-SPD-Stadtrat und Neu-Grüne Werner Landmann der Vorsitzende) – aber lieber keine Bürgerbegehren beantragen. Die „satirische Bewerbung um den Parteivorsitz“ habe sie eingebaut, um ihr Credo auszudrücken, sagt Ulrike Haerendel danach im ernsten Teil ihrer Rede: „Wir müssen auch Spaß miteinander haben, uns nicht immer verkrampfen oder gar verkämpfen, auch wenn es mal politischen Zwist gibt.“ 

Als „Vermittlerinstanz“ zwischen Stadträten und Bürgern versteht Ulrike Haerendel (Mitte) den Garchinger Ortsverein. Neben der neuen Vorsitzenden gehören ihm an (v.l.) Kassier Frank Behling, Schriftführerin Sylvia Schmidt, Webmaster Franziska Schmidt, stellvertretender Vorsitzender Claudio Cumani, Beisitzer Klaus Werner, Revisor Rudi Naisar, stellvertretender Vorsitzender Götz Braun und Revisor Jochen Karl. Nicht im Bild: Beisitzerin Sara Hoffmann-Cumani.

Spaß will die Stellvertretende Direktorin der Evangelischen Akademie Tutzing auch in ihrem neuen Amt als Chefin des SPD-Ortsvereins haben – eine Aufgabe, die sie als „ungemein spannend“ bezeichnet, „weil ich denke, dass man da einiges bewegen kann“. Wobei Haerendel offen gesteht, dass sie neben ihrer Arbeit in Tutzing, dem Stadtratsmandat und dem Vorsitz beim Verein „Lebendige Ortsmitte“ nicht unbedingt noch einen Posten gebraucht hätte, „um meine restliche Freizeit auszufüllen“. Letztlich sei es auch so gewesen, dass sich nach Christian Rotters Rückzug kein anderes Parteimitglied für das Amt gemeldet habe. 

Den Garchinger Ortsverein sieht Ulrike Haerendel auch als „Vermittlungsinstanz zwischen den Stadträten und den Bürgern“, sagt die Mutter zweier Kinder im Teenageralter. „Im Stadtrat ist man oft fokussiert auf die Themen, die auf der Tagesordnung stehen, und wird blind dafür, was rechts und links geschieht.“ Hier könne der Ortsverein eingreifen: „Er soll auf Themen aufmerksam machen und Impulse setzen.“ 

Nach zwei Jahren als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins hat Christian Rotter nicht erneut für den Posten kandidiert. Grund hierfür seien seine beruflichen Verpflichtungen, deretwegen er nicht mehr genug Zeit habe, ein solches Amt sinnvoll auszufüllen. „Meine Frau und ich werden weiterhin in der SPD mitmachen“, verspricht Rotter, „aber wir werden sie nicht mehr nach außen hin repräsentieren.“

 Nicht nur an der Spitze, sondern auch bei den Stellvertretern gibt es ein neues Gesicht: Während Claudio Cumani für zwei weitere Jahre wieder gewählt wurde, verzichtete Eva Hofrichter auf eine erneute Kandidatur. Ihr Nachfolger als stellvertretender Vorsitzender ist Götz Braun, der wie Haerendel der SPD-Stadtratsfraktion angehört.

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