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Vor dem jetzt bunten Schulmaskottchen „Konni“: Ela, Emma, Emmanuel, Klarissa, Raul, Ruby und Vanessa reisen gemeinsam mit den Lehrerinnen Susanne Gratz, Petra Kienbacher und Dorena Genge (nicht im Bild) zu Bundespräsident Joachim Gauck. Haars Zweite Bürgermeisterin Katharina Dworzak (rechts im blauen Polo) brachte eine kleine Wegzehrung für die Reise mit.

Preisverleihung in Schloss Bellevue

Kinder aus Haar busseln Bundespräsident Gauck

Haar - Ella, Emma, Emmanuel, Klarissa, Raul, Ruby und Vanessa von der Grundschule St. Konrad Haar reisen am heutigen Montag gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Susanne Gratz, Petra Kienbacher und Dorena Genge zum Bundespräsidenten nach Berlin. Die Kinder bekommen in Schloss Bellevue einen Preis. Und sie haben ein Geschenk für Joachim Gauck dabei. Ein Busserl.

Die Erstklässler der Konrad-Schule haben sich mit ihrem Buch „Konni geht auf Reisen – Hand in Hand“ am Schulwettbewerb des Bundespräsidenten für Entwicklungspolitik beteiligt. Der stand unter dem Motto: „Alle für EINE WELT für alle – Umgang mit Vielfalt“. Die Konradschule steht damit auf dem Siegertreppchen. Ob sie Platz drei, zwei oder gar eins belegen, das erfahren die Kinder erst während der Preisverleihung. Das Buch ist eine Kooperationsarbeit zwischen der Ganztagsklasse 1a und der Ü-Klasse; eine spannende Integrationsarbeit.

Reiseproviant

Für die Reise nach Berlin hat Zweite Bürgermeisterin Katharina Dworzak den Kindern noch etwas mitgegeben: Je ein „Haarer Busserl“ – eine schokoladige Süßigkeit – und einen Schreibblock mit dem Gemeinde-Emblem. Darüber freuten sich die 40 Kinder der Klasse 1a und der Ü-Klasse sowie deren Lehrerinnen Susanne Gratz, Petra Kienbacher und Dorena Genge. In der Grundschule St. Konrad wurde in den vergangenen Wochen wirklich etwas Bemerkenswertes geschaffen. So bemerkenswert, dass man sich sogar in Berlin dafür interessiert. Und zwar, weil Schulmaskottchen Konni jetzt bunt ist. Das ist die logische Schlussfolgerung, die die Klasse 1a gemeinsam mit der Ü-Klasse der Grundschule St. Konrad gezogen hat: Ihr Schulmaskottchen, die Schildkröte, hat sich verändert. Der Hintergrund: Seit dem laufenden Schuljahr gibt es in St. Konrad eine Ü-Klasse, in der sich vorwiegend Flüchtlingskinder bis zur 4. Jahrgangsstufe vereinen und hier gefördert werden. „Es war uns besonders wichtig, die neuen Mitglieder unserer Schulfamilie möglichst schnell zu integrieren und jegliche Möglichkeit, den Aufbau von Ängsten und Vorurteilen sowohl von Seiten der Neuankömmlinge als auch der Schüler der Regelschulklassen zu verhindern“, betont Petra Kienbacher, eine der beiden Lehrerinnen der Ü-Klasse.

16 Nationen vereint

Ganz nach dem Motto „Jeder ist einmalig“ hat sich die Ganztagsklasse 1a von Susanne Gratz mit den Kindern der Ü-Klasse zusammengesetzt und festgestellt, dass die 40 Kinder aus 16 Nationen stammen – zehn zählten sie übrigens schon in der 1a. Von Schottland über Italien bis Afghanistan, von Ungarn über Kroatien bis Syrien, von Deutschland zur Türkei bis Mexiko – auf der Weltkarte im Klassenraum haben die Mädchen und Buben viele kleine Nadeln gesetzt. Diese Vielfalt beeindruckte alle – und so beschloss man, sie in Form eines Buches festzuhalten. Hauptakteur musste natürlich die Schul-Schildkröte sein. „Konni geht auf Reisen – Hand in Hand“, so der Titel des Buches, das entstanden ist. In dem Büchlein wandert die Schildkröte von Land zu Land. Die Kinder gründeten Ländergruppen und gestalteten je eine Doppelseite: Dabei werden alle Besonderheiten des jeweiligen Landes in gemal-ten Bildern festgehalten, Konnis Panzer schmückt sich mit den Nationalfarben, es wird aufgeschrieben, was das Wort „Schule“ in der Landessprache heißt und mit wel-chen Worten man sich begrüßt. So wissen die Kinder jetzt, dass die afghanischen Klassenzimmer in Zelten untergebracht sind, wie man sich in Ungarn begrüßt oder dass Kroatien ein wundervolles Meer hat. Die Geschichte endet in einem gemeinsamen Fest aller Länderkonnis mit der Schul-Konni unter dem Sternenhimmel der Milchstraße – der gemeinsamen Galaxie.

Aufs Siegertreppchen

Doch warum fahren die Kinder nun zum Bundespräsidenten? Noch während das Projekt läuft und alle sehen, wie wundervoll der Austausch funktioniert und wie riesig die Faszination und der Spaß der Kinder ist, stößt Petra Kienbacher auf den Schulwettbewerb des Bundespräsidenten für Entwicklungspolitik: „alle für EINE WELT für alle – Umgang mit Vielfalt“. Da wollten die Kinder dabei sein – und so trat Konni eine weitere Reise an: In Buchform ging es nach Berlin. Für alle überraschend kam eine Einladung ins Schloss Bellevue: „Konni geht auf Reisen“ hat es auf das Siegertreppchen geschafft. Ob es auf Platz eins, zwei oder drei gelandet ist, das wurde bislang nicht verraten.

Drei Tage in Berlin

Jetzt ist die Aufregung verständlicherweise groß. Und die Sicherheitsvorschriften im Schloss Bellevue ebenso: Sieben Kinder und drei Lehrkräfte dürfen mit zur Preisverleihung reisen. Da musste das Los entscheiden. „Bei der Ü-Klasse war es gar nicht so einfach, denn nicht alle hier haben einen Ausweis oder eine Aufenthaltsgenehmigung – und das Schloss Bellevue hat viele Auflagen“, erklärt Susanne Gratz. Drei Tage wird man in Berlin sein.

Ob die Kinder den Herrn Gauck denn auch erkennen? Graue Haare wird er wohl haben, da sind sie sich sicher. Und sein Schloss könnte gelbe Wände haben. Innen wird es einen Tisch geben mit vielen Mikrofonen, draußen wehen Fahnen. Nur eines mussten die Lehrerinnen klarstellen: Herr Gauck ist nicht der Ehemann von Frau Merkel.

Buch für Kanzlerin Merkel

Angela Merkel kennen die Kinder auch: Zu Ostern schickten die Kinder ein Exemplar des Konni-Buches ins Kanzleramt – zurück kamen ein Dankesbrief und eine Autogrammkarte, die man nun im Schaukasten der Schule bewundern kann. Heute geht also die Reise los – die Gemeinde drückt die Daumen. Und die Kinder bedankten sich für die kleinen Geschenke – in 16 Sprachen. Mal sehen, wie sich Bundespräsident Joachim Gauck bedankt. Für ihn haben die Kinder nämlich auch ein „Haarer Busserl“ im Gepäck.

Das Buch

Das Buch „Konni geht auf Reisen – Hand in Hand“ wird es beim Sommer-Schulfest „60 Jahre – 60 Nationen“ am Freitag, 15. Juli zu kaufen geben. Die Druckkosten hat die Firma Cramo AG übernommen, so dass alle Erlöse der Grundschule St, Konrad Haar zu Gute kommen, meldet die Gemeindeverwaltung Haar. mm

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