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Immer noch Standort Nummer eins: der S-Bahnhof Gronsdorf.

Geplante Verschiebung kommt schlecht an

Schulcampus: Kreis fordert von Haar Entscheidung

Haar – "Verschieben gibt's mit mir nicht." Eine klare Ansage vom Landrat an Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller. Die Gemeinde muss sich entscheiden: Realschule (mit FOS/BOS) jetzt oder gar nicht.

Der Landkreis hält am Haarer Schulcampus nicht nur wie geplant fest. Die Fraktionen drücken zudem kräftig auf die Tube. Die Gemeinde Haar ist aufgerufen, sich verbindlich für eine Realschule und FOS/BOS zu entscheiden – oder aber eindeutig vom Projekt Abstand zu nehmen.

Mit ihrer Ankündigung, den Bau der Realschule verschieben zu wollen, scheint die Haarer Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) die Entschlusskraft des Kreises zusätzlich gestärkt zu haben: „Verschieben, verschieben, verschieben“, rief Landrat Christoph Göbel (CSU) der SPD-Fraktion im kombinierten Bau- und Kreisausschuss zu: „Mit mir gibt es kein Verschieben.“ Aus Sicht des Landrats steht außerdem fest, dass Realschule und FOS/BOS als ein Konzept verstanden werden müssen, „um den Schulcampus nicht zu gefährden“. Gemäß des überarbeiteten Schulbedarfsplans kann eine FOS/BOS in Haar auch bei steigenden Schülerzahlen allein nicht funktionieren.

Der im einstimmigen Beschluss formulierte Querverweis auf „alternative Schulstandorte“ in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim soll Haar zusätzlich motivieren, den nach wie vor fehlenden Gemeinderatsbeschluss pro Campus herbeizuführen. Auf ein von der FDP angeregtes konkretes Zeitlimit verzichtete der Ausschuss.

Als Standort ist nach wie vor an erster Stelle ein Grundstück der Stadt München am S-Bahnhof Gronsdorf im Gespräch. Göbel erinnerte an die Zusage aus München 2014, die nötigen Flächen einbringen zu wollen. Dies könne in Form einer Zweckverbandsvereinbarung geschehen.

Mit der Begründung, in Haar zunächst eine Grundschule bauen zu müssen, hatte Bürgermeisterin Müller argumentiert, den Bau der Realschule verschieben zu wollen. Versuche der SPD im Kreis, diese Debatte für ihr altes Anliegen zu instrumentalisieren, Schulzweckverbände gänzlich abzuschaffen, wurden vom Ausschuss abgestraft. „Getretener Quark wird breit, nicht stark“, sagte Michael Sedlmair (FW) mit Verweis auf Goethe. Was Finanzen betrifft, erinnerte Stefan Kern (CSU) an die Möglichkeit eines zehnjährigen, zinslosen Darlehens für Schulbauten: „Wann, wenn nicht in dieser Niedrigzinsphase, könnte Geld sinnvoller für Bildung ausgegeben werden?"

Andreas Sachse

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