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Platz für 175 Flüchtlinge sollen die Räume an der Bauhofstraße in Unterföhring bieten. Es entstehen 35 Wohnungen, dazu einige Sozialräume, ein Arztraum und im Außenbereich Spielmöglichkeiten.

Nach langen Verzögerungen

Asylunterkunft im Herbst bezugsfertig

Unterföhring - Mitte Oktober soll die feste Asylunterkunft für 175 Flüchtlinge in Unterföhring endlich bezugsfertig sein. Das hat Thomas Zeitler, Geschäftsführer der HWZ-GmbH Unterschleißheim, dem Gemeinderat zugesichert.

Zuvor wollen Landratsamt und Gemeinde die Bevölkerung zu einem Besichtigungstermin einladen. Bei seinem Auftritt in der Juli-Sitzung des Gemeinderats im fast voll besetzten Rathaussaal stand der Unterschleißheimer Investor Rede und Antwort.

Zeitler erklärte die wiederholten Verzögerungen, die mittlerweile für Unmut gesorgt hatten. Bekannt ist in Unterföhring seit Dezember 2013, dass im Außenbereich an der Bauhofstraße eine Unterkunft gebaut wird. Dann brachten viele bürokratische Hürden das Projekt ins Stocken. „Wir hatten extreme Verzögerungen“, räumte Zeitler ein. HWZ verhandelte erst mit der Regierung von Oberbayern, dann mit dem Landratsamt. Der Unterföhringer Bauausschuss hatte im September 2015 zugestimmt, ursprünglich war der Bezug für Februar 2016 zugesagt. Doch die HWZ konnte lange nicht die Abwasserproblematik mit der Firma Uniper, dem Nachfolgeunternehmen der Bayernwerke, lösen. Dazu kam der Planungs- und Baustopp durch die Regierung von Oberbayern. „Der Planungsstopp hat alle in kompletter Unwissenheit und Hilflosigkeit gelassen“, sagte er: „Wir haben Ende Mai die vertragliche Bindung über mehrere Millionen Euro trotzdem unterzeichnet, um starten zu können.“ Die Holzbaufirma Rubner hat mit dem Bau begonnen. Am 16. Juni hob die Regierung den Baustopp für das Projekt dann auf und gab grünes Licht.

HWZ will die beiden Objekte zum 30. September dem Landratsamt übergeben: „Soweit das Wetter mitspielt. Die erste Decke ist eingezogen“, berichtete Thomas Zeitler, „in 14 Tagen sollen die beiden Gebäude stehen“. Es entstehen 35 Wohnungen, davon werden 33 von fünf Personen bewohnt, eine von vier sowie ein Apartment von zwei Menschen mit Behinderung. Auch fünf oder sechs Sozialräume stehen den Bewohnern zur Verfügung. Zusätzlich wird ein Raum für den Objektbetreuer und ein Arztraum eingerichtet. Im Außenbereich werden Spielmöglichkeiten geschaffen, es werden Sitzmöglichkeiten und Fahrradständer aufgestellt.

Die Traglufthalle Unterföhring, in der 250 bis 300 Asylbewerber leben, wird Ende November geschlossen. „Stichtag ist der 26. November“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Er dankte dem „sehr aktiven Helferkreis“ für seine integrative Arbeit. Es wäre gut, „wenn die Unterföhringer Asylbewerber direkt in die feste Unterkunft kommen könnte“, sagte Kemmelmeyer. Das würde auch Landrat Christoph Göbel (CSU) befürworten, denn es sei „gut für die Leute, die in Unterföhring eine Heimat gefunden haben, und gut für den Helferkreis“. Über die Lage am Ortsrand, direkt an der S-Bahn und am Mittleren-Isar-Kanal, sind in Unterföhring viele unglücklich. „Es wird in der Ecke seit Jahren gewohnt, und ich denke, nicht schlecht“, verteidigte Zeitler den Standort: „Es gibt einige Asylunterkünfte im Landkreis, die an S-Bahnen errichtet wurden, zum Beispiel in Aying. Da hat das Landratsamt keine Bedenken.“ Der Standort sei mit Blick auf Lärm und Erschütterungen durch Gutachten geprüft worden. „Viele Menschen im Landkreis wohnen näher an der S-Bahn“, sagte Zeitler.

Einen Fuß- und Radweg zur Münchner Straße wird HWZ anlegen, das hat der Gemeinderat als Bedingung an die Baugenehmigung im Außenbereich geknüpft. Allerdings fehlt für ein Grundstück die Genehmigung durch Uniper.

Weitere Auflagen der Gemeinde hat die HWZ zum Großteil abgearbeitet, etwa die Abgrenzung zum Nachbargrundstück an der Bauhofstraße 8. Die HWZ wird eine 1,80 Meter hohe Gabionenwand aufbauen, die Nachbarn hatten eigentlich nur einen Zaun verlangt. Den Bau einer Brücke über den Kanal wird wohl die Gemeinde in Angriff nehmen, damit die Wege in die Ortsmitte kürzer sind. Auch eine Überquerungshilfe über die Münchner Straße hält Bürgermeister Kemmelmeyer für notwendig. Er will „den Druck auf das Staatliche Bauamt Freising erhöhen“, gemeinsam mit seinem Ismaninger Kollegen Alexander Greulich (SPD). Nicht nur für die neuen Bewohner sei eine sichere Querung nötig, sondern auch für Schüler und Besucher des Poschinger Weihers. Auch der Akademische Sportverein habe schon darum gebeten.

Die Sondergenehmigung für die Unterkunft im Außenbereich gilt für zehn Jahre. „Natürlich können wir die Häuser dann wegreißen“, meinte Zeitler, „aber da Wohnungen knapp sind, sollte man sich das überlegen. Doch Thomas Weingärtner (SPD) warnte ihn: „Wir befinden uns im Außenbereich, dass man nach zehn Jahren aus Gewohnheit ein Wohnrecht ableitet“, das sei „kein Automatismus“. Es liege ihm fern, ein Wohnrecht abzuleiten, antwortete Zeitler, „das muss der Gemeinderat entscheiden. Aber weil es eine große Investition ist, machen wir uns Gedanken, was nach zehn Jahren sein wird.“ Eine Idee ist auch der Handwerkerhof, für den die HWZ schon vor Jahren eine Voranfrage im Rathaus gestellt hatte. Auch dieses Gewerbeprojekt möchte Zeiter gerne vorantreiben.

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