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Mit einer Cocktailparty auf der Dachterrasse und einem zehnminütigen Feuerwerk am Abend lassen es die Lechners krachen. Zur offiziellen Eröffnung sechs Monate nach Start des Hotelbetriebs haben sie alle eingeladen, die beim Bau beteiligt waren. Unser Bild zeigt (v.l.): Anton Lechner, die Zwillinge Brigitte und Robert Lechner und Mutter Traudl Lechner mit Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer.

Sechststöckiger Bau an der Dieselstraße

Familie Lechner eröffnet Hotel "The K"

Unterföhring - Die Familie Lechner aus Unterföhring eröffnet ein halbes Jahr nach dem Start offiziell ihr „Hotel The K“. Hoch über Unterföhring genießen die Gäste auf der Dachterasse einen grandiosen Blick. Und Brigitte Lechner lüftet endlich das Geheimnis um den rätselhaften Namen „The K“.

Der Blick fällt auf die Münchner Skyline mit Olympiaturm und Frauenkirche und – in direkter Sicht – auf das mächtige Heizkraftwerk München Nord. Ausgerechnet auf diesen wuchtigen Industriebau bezieht sich der Hotelnamen „The K“. Der steht nämlich ganz selbstbewusst für „Kraftwerk“, wie Hotelmanagerin Brigitte Lechner verrät, und gleichzeitig auch für „kraftvoll“, „kreativ“ und schließlich auch für das „kühne“ Projekt, das ihre Familie hier gewagt habe. 

In nur 16 Monaten haben die Eigentümer, die in Unterföhring seit vielen Jahren den traditionell-bayerischen Lechnerhof in der Vier-Sterne-Kategorie betreiben, das Hotel mit sechs Stockwerken hochgezogen. Es gehört zur Best-Western-Hotel-Gruppe und hat drei Sterne. Modern und zugleich lässig wirkt die Lobby mit Pastellfarben und einem Materialmix aus Holz und Beton an den Wänden. Die Zielgruppe sind unter der Woche Businessreisende und am Wochenende Individualtouristen. 

Das Konzept scheint aufzugehen: Seit April nehmen die Gäste das Angebot im Gewerbegebiet „hervorragend“ an, sagt Brigitte Lechner. 131 Zimmer, 200 Betten, ein Frühstücksrestaurant und ein Fitnessraum stehen zur Verfügung, ebenso das angegliederte, verpachtete Restaurant „Maximus“ der Wirte Thomas Winkler und Boris Pachov, die zuvor das „Rondell“ in Garching betrieben haben. Die großzügige Dachterrasse ist öffentlich zugänglich. Jeder kann hier an der „Rooftop-Bar“ einen Drink einnehmen oder eine private Party feiern, während am Horizont bei klarer Sicht die Zugspitze zu sehen ist und davor die Sonne blutrot versinkt. 

Das Hotel in so kurzer Zeit zu bauen, das sei nur möglich gewesen, betont Bauherr Anton Lechner, weil das Konzept „von allen mitgetragen wurde“. Er bedankte er sich bei seinen Gästen: bei Architekten, Planern, Handwerkern, Beratern und Firmen. „Wir haben viel gearbeitet, jetzt wollen wir auch gemeinsam feiern.“ Auch Bauamt und Gemeinderat seien am Erfolg des Projekts beteiligt, für das zunächst ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden musste: ohne die zügigen Beschlüsse – „alle einstimmig gefasst“ – und die kurzen Dienstwege im Bauamt wäre die Rekordbauzeit nicht möglich gewesen. 

Auch seine Unterföhringer Hotelierskollegen hatte Lechner eingeladen, ebenso wie die Nachbarn. Als solcher sei er selbst an diesem Abend da, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, schließlich will die Gemeinde in Sichtweite ihren Schulcampus bauen. Sein Gastgeschenk, einen Olivenbaum, überreichte er mit den Worten: „Ihr habt den Generationswechsel gut hinbekommen.“ Dass die Familie Lechner auf ihrem Grundstück, das sie seit acht Generationen besitzt, selbst investiere, zeige ihre Verbundenheit mit Unterföhring. 

Auf dem 15 000 Qudratmeter-Grundstück wird unterdessen weitergebaut: Bis Anfang Dezember soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Dann geht im angrenzenden Flachbau auch das Versorgungszentrum mit einem Edeka-Markt, einem Imbiss und einer Metzgerei in Betrieb, Pächter ist Vinzenz-Murr. Den gesamten Komplex soll in einem zweiten Bauabschnitt ein weiteres Turm-Gebäude abschließen, der Zeitpunkt dafür ist aber noch nicht bekannt. 

Ein besonderer Dank des Bauherrn galt der Unterföhringer Feuerwehr, die zweimal zur Hotel-Baustelle ausrücken musste: Im Juli 2014, als eine Kriegsbombe auf der Baustelle ausgegraben wurde(wir berichteten), und im April. Da hatten die Lechners gerade mit Ach und Krach die Punktlandung geschafft: Am 11. April checkten zum Start der „Bauma“ die ersten Gäste ein. Quasi auf einer Baustelle beherbergte Brigitte Lechner mit ihrem Team die ersten 60 Kunden. Und dann wurden die Nerven von Bauherr Anton Lechner nochmals auf eine harte Probe gestellt, als nach einem Gewitter Starkregen den Keller überflutete: „Die Bauarbeiter hatten die Baumatten auf den Kanalabflüssen liegen gelassen“, das Regenwasser floss in den Hotelkeller. „Die Feuerwehr war schneller vor Ort als ich“, erzählte Anton Lechner, der auch seiner Tochter ein großes Kompliment machte: „Unter dem Baustellenverkehr den Hotelbetrieb aufzunehmen, war eine super Leistung.“

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