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Ismaning beschließt Geothermie.

Historische Entscheidung: Ismaning beschließt Geothermie

Ismaning - Die Gemeinde Ismaning hat sich entschieden - für eine Wärmeversorgung mit Tiefengeothermie.

„Es ist ein wegweisender, ein guter Beschluss“, kommentierte Bürgermeister Michael Sedlmair die einstimmige Ratsentscheidung. Die Gemeinde muß tief in die Tasche greifen, insgesamt über 60 Millionen Euro, verteilt auf die kommenden Jahre.

Kräftiger Applaus kam aus dem voll besetzten Zuhörerraum, als Sedlmair den Beschluß konstatierte. Es ist in der Tat eine historische Entscheidung. Nicht allein deshalb, weil es sowohl die bislang größte Investition für die Ismaninger als auch auch ein bedeutender Schritt in Richtung regenerativer Energieversorgung ist, sondern weil sich das Ratsgremium trotz vieler Skeptiker letztlich doch geschlossen hinter das Projekt gestellt hat.

Damit ist das jahrelange, zähe Ringen zwischen Gegnern und Befürwortern beendet. „Wir haben uns mit kaum einem Thema so intensiv befasst“, erklärte Sedlmair. Gleichwohl war es lange still um die Geothermie in Ismaning. Zwar hatte die Gemeinde sich bereits 2005 den für die Bohrung notwendigen Claim gesichert und sich zudem über die entsprechenden Projekte der Nachbargemeinden informiert. Aber am Ende siegten immer die Skeptiker.

Die allerdings gibt es weiterhin im Ratsgremium, vor allem in den Reihen der CSU. So lieferte Peter Aurnhammer eine ganze Liste von Ablehnungsgründen, angefangen von der Sorge um eine erfolgreiche Bohrung, über Probleme bei den Nachbarn bis hin zur Skepsis hinsichtlich der künftigen Anschlussdichte in Ismaning. Allerdings räumte Aurnhammer ein: „Neue Wege sind stets mit Risiko befrachtet. Und die Gemeinde ist in den letzten Jahren immer gut mit neuen Projekten gefahren.“

Schwer getan haben sich auch die Freien Wähler, wobei Martina Höpfl letztlich meinte, „dank der ausführlichen Informationen ist es gelungen, den Skeptikern in unserer Fraktion die Vorbehalte zu nehmen“. Vorbehaltlos stellten sich die Vertreter von SPD und Grüne hinter das Geothermie-Projekt. SPD-Sprecher Alexander Greulich sprach von einem „mutigen, sinnvollen Schritt in die Zukunft, den wir dringend gehen sollten“. Grünen-Sprecher Volker Bäumer sah hier eine Entscheidung von beträchtlicher Tragweite: „Wir starten jetzt in eine nachhaltige Energiezukunft“. Einig war sich das Ratsgremium darüber, dass der wirtschaftliche Erfolg des Projekts letztlich von der breiten Akzeptanz und dem Beteiligungswillen der Bevölkerung abhängt.

Läuft alles nach Plan, könnte im nächsten Jahr mit der Suche nach dem heißem Wasser aus der Tiefe und dem Ausbau des Nahwärmenetzes begonnen werden. Ergänzt wird das nachhaltige Energiekonzept zudem durch die am gleichen Abend beschlossene künftige Biogasnutzung (Bericht folgt).

Jutta Oesmann

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