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Eher weniger bekannt in Deutschland ist der aus Österreich stammende Kabarettist Ludwig W. Müller. Sein Metier: die Sprache.

In der Ismaninger Seidl-Mühle

Kabarettist Ludwig W. Müller überzeugt trotz Leerlauf

Ismaning - Der Bayer steht gemeinhin dem Österreicher als Bruder im Geiste näher als den Menschen in den anderen deutschen Regionen. Deshalb hatte Ludwig W. Müller in Ismaning und dank der Einladung des SPD-Ortsvereins ein halbes Heimspiel.

 Der hier eher unbekannte Kabarettist wusste mit (Wort-)Witz zu begeistern. Er zeigte sein aktuelles Programm „Dichterverkehr“. Ludwig Müller liebt es, mit den Worten so heftig zu spielen, dass der Zuschauer den Witz erst nach kurzen Nachdenken erkennt. „Man sollte sich bei der Amputation des Einbeinigen auf das richtige Bein einigen“, schüttelreimte er. Und fragte sich nebenbei auch, „kann man mich aus Stammzellen neu zamm stellen?“ Der politische Witz des aus Oberösterreich stammenden Künstlers pendelt, passend zu seinen Moderationen des grenzübergreifenden Radiosender „Radio InnWelle“, zwischen Bayern und Österreich. So berichtete der Kabarettist dort bei seinen ersten Gehversuchen als Nachrichtensprecher, dass der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer eine Verstärkung der Kontrollen verspricht und der österreichische Bundeskanzler im freundschaftlichen Gegenzug eine bessere Beschilderung für die Wanderwege nach Deutschland. Müller erzählt auch gerne von Sebastian Kurz, der als jüngster Außenminister der Welt in seinem Dienstwagen noch nicht einmal vorne sitzen darf. Ein Höhepunkt seines Programms ist die Beschreibung, mit der die österreichische ÖBB und die Deutsche Bahn gegenseitig erklären, warum es nach der Grenze wegen der Kollegen Verspätung gibt. Er imitierte die deutsche Durchsage, dass wegen „eines Tippfehlers beim einzigen Taschenrechner im prähistorischen Rechenzentrum der ÖBB“ der Fahrplan ins Wanken geraten ist. Der Kollege in Österreich revanchiert sich bei der Zugankunft in Salzburg: „Bitte beachten Sie den Niveauunterschied zwischen Reisenden und Einheimischen.“ Zeitweise kam zwar auch etwas Leerlauf in das Programm, aber die nächsten Reime und Schüttelreime ließen das Publikum dann schnell wieder laut auflachen. Der Unterschied zwischen dem Blindenhund und dem blinden Hund kann lebenswichtig sein, von Ludwig Müller vorgetragen aber auch recht witzig. Der Gast aus Österreich hätte mehr Besucher verdient gehabt als die rund 100 in dem gut halbvollen Saal im Ismaninger Kulturzentrum Seidl-Mühle.

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